Die Inschriften des Landkreises Passau bis 1650 I

4. Die Schriftformen

Romanische und Gotische Majuskel

Der Landkreis Passau weist – im Gegensatz zur Stadt – naturgemäß ein weniger dichtes Material auf. Nichtsdestotrotz bietet auch dieser Komplex durchaus alte und auch qualitätvolle Stücke.

Noch aus romanischer Zeit stammen das Tympanon (2. D. 12. Jh., Nr. 1, Abb. 1) und die ältere Stifterplatte (2. D. 12. Jh., Nr. 2, Abb. 2) im Kloster Vornbach.

Hauptunterschied der beiden Inschriften besteht in der Verwendung der Sporen: während das Tympanon noch so gut wie keine Sporen aufweist, werden auf der Stifterplatte ganz eindeutige Abschlussstriche an den Schaftenden positioniert. Gemeinsam ist beiden, dass hier – typisch für die romanische Zeit – in einer kapitalen Schrift bereits unziale bzw. runde Formen aufgenommen werden. Auf dem Tympanon geht dies noch etwas zurückhaltender von statten: hier ist in erster Linie U (als sozusagen „rundes“ V) zu nennen. Bei der Stifterplatte fällt vor allem unziales – neben kapitalem – E auf.

Da sich im Erfassungsgebiet keine weiteren Vergleichsbeispiele in romanischer Majuskel finden, kann keine genauere Einordnung über Stilanalyse getroffen werden. Die Stücke müssen daher nach historischen Gegebenheiten datiert werden.

Objekte, die annähern zum Vergleich herangezogen werden können, bietet das Material der Stadt Passau, die grundsätzlich als Bezugspunkt für die Schriftbeschreibung der Inschriften des Umlandes dienen kann.

Die älteste erhaltene Inschrift in der Stadt Passau trägt die Grabplatte für die Niedernburger Äbtissin und verwitwete Königin von Ungarn, die selige Gisela, die knappe hundert Jahre älter ist, die aber leider – gerade an den beschrifteten Seiten – sehr stark beschädigt ist. Soweit jedoch erkennbar, überwiegen hier noch stark kapitale Formen. Es treten aber schon Striche an Schaftenden als Sporen auf144). Ein ungefähr zu den Vornbacher Objekten zeitgleiches Stück aus der Stadt ist die Gedenkinschrift [Druckseite XXXIX] Kaiser Friedrichs, die auf die Jahre nach 1166 datiert werden muss145). Es ist zu beobachten, dass – wohl in Abhängigkeit von dem harten Material Granit – die Schriftformen weniger filigran erscheinen als in anderen Medien. Ähnlich wie bei dem Vornbacher Tympanon, das ebenfalls in Granit gefertigt ist, treten bei dieser Gedenkinschrift überhaupt keine oder nur in minimalen Ansätzen Sporen auf. Jedoch überwiegen auch hier noch – im Gegensatz zu den Vornbacher Stücken – die kapitalen Formen. Ein Buchstabe, der besonders auffällt, ist Q mit eingestellter Cauda: wie schon Bornschlegel bei der Analyse der Passauer Gedenkinschrift Kaiser Friedrichs bemerkt, erscheint diese Form in romanischer Zeit beinahe anachronistisch146). Sie findet sich jedoch auch auf der älteren Stiftergrabplatte in Vornbach.

Zur stilistischen Einordnung der beiden Vornbacher Inschriften bietet sich neben dem Vergleich mit Passauer Stücken die (Auszeichnungs-)Schrift aus dem Traditionscodex aus Vornbach aus dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts an147). Der Codex dürfte ein wenig älter als die beiden epigraphischen Schriftäußerungen sein. Auffallender Buchstabe ist besonders das unziale A, das in allen drei Beispielen auftritt. Die Ausprägung der Serifen, wie sie auch in der Handschrift bereits realisiert ist, findet sich epigraphisch nur in der Grabplatte.

Eine Schrift, die wohl ein gutes Jahrhundert jünger und bereits auf einem höheren Niveau ausgearbeitet ist, bietet die Grabplatte der Kunigunde von Holzheim im Kloster Fürstenzell (vgl. Nr. 3, Abb. 3). Die reichere Ausgestaltung sowohl der Schrift als auch der bildlichen Darstellung ist sicherlich nicht nur auf eine spätere Epoche, sondern auch auf das verwendete Material zurückzuführen: während die beiden Vornbacher Stücke in den harten Granit eingearbeitet sind, bot der Rotmarmor der Fürstenzeller Platte wohl mehr Spielraum für den Bildhauer. Dies macht sich in einem interessanten Variantenreichtum in der Schrift bemerkbar. Sie stellt bereits eine (frühe) Gotische Majuskel dar, entbehrt aber noch typischer Merkmale wie die Abschlussstriche bei C und unzialem E.

Das Formenrepertoir umfasst unziale neben kapitalen Formen bei fast allen nur denkbaren Buchstaben: A – hier steht Trapez- neben pseudounzialer und vollrunder Form –, D, E, H, M, N und T. Dieser beinahe spielerische Zug in dieser Schriftausprägung wird noch zusätzlich durch den häufigen und oft auch markanten Einsatz von Nexus litterarum ergänzt: so werden teils gleich drei Buchstaben auf einmal zusammengefasst, häufig in Verbindung mit U.

Nicht nur in den Formen an sich, sondern auch in der Ausführung der Buchstaben macht sich bereits das Stilgefühl der Gotischen Majuskel bemerkbar: die Serifen werden mehr und mehr ausgerundet bzw. die Schäfte werden zu den Enden hin verdickt und in der Mitte tendenziell verjüngt. An den Scheitelpunkten der Bögen finden sich Verdickungen. Was jedoch noch fehlt, sind aufgeblähte Bögen.

Eine Inschrift, die im Formenspektrum noch stark der Platte der Kunigunde von Holzheim ähnelt, jedoch schon weiter fortgeschritten ist, ist die Gedenkinschrift für den als Seligen verehrten zweiten Abt des Klosters Vornbach, Wirnto (Nr. 4, Abb. 5). Hier steht neben dem noch trapezförmigen A – wie es sich auch bei dem Fürstenzeller Stück findet – ein unziales E mit vollständig ausgeprägtem Abschlussstrich. Leider bietet die nur noch fragmentarisch erhaltene Umschrift vergleichsweise wenig „Buchstabenmaterial“. Aber auch hier tritt noch ein Nexus litterarum auf, nämlich zwischen V und rundem N.

Als Vergleichsbeispiel im reicheren Fundus der Stadt Passau bietet sich für diese Schriftausprägung die Tumbadeckplatte für Gottfried von Kirchberg und Eberhard von Wartstein-Berg an, die um 1316 zu datieren ist und sich in der Andreaskapelle am Domhof zu Passau befindet148). Auch diese Schrift zeichnet sich durch die häufige Verwendung von Nexus litterarum aus, während unziales E beispielsweise schon einen Abschlussstrich aufweist.

Die ebenfalls in Vornbach befindlichen jüngeren figuralen Stiftergrabmäler (Nr. 6, Abb. 4) sind wohl derselben Epoche anzurechnen wie die Platte des Wirnto. Allerdings ergeben sich hier Probleme bei der Betrachtung der Schrift, die die Einordnung erschweren, wenn nicht sogar in Frage stellen. Einmal sind die beiden Umschriften nachweislich überarbeitet. An einigen beschädigten Stellen sind Buchstaben nachträglich mit Goldfarbe ergänzt. Zum anderen – auch wenn die Formen annähernd denen der Wirntoplatte ähneln – wirkt die Schrift unhomogen; teils scheint sie Beschädigungen auszuweichen; die Schrift ist auf einer Platte größer und weitläufiger als auf der anderen; [Druckseite XL] es mischen sich Buchstaben aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Dies demonstriert v.a. der Grad der Abschlussstriche bei C: der Strich ist einmal voll ausgeprägt, ein anderes Mal wird er durch ausgedehnte Serifen nur angedeutet. Zusammenfassend ist die Schrift auf den Vornbacher Stiftergrabmälern der Gotischen Majuskel zuzurechnen.

Die Beispiele der Gotischen Majuskel im bearbeiteten Gebiet haben sich somit beinahe erschöpft. Das einzige Beispiel auf einer Grabplatte, das wohl eine vollausgeprägte Gotische Majuskel zeigte, ist stark abgetreten und daher für die Schriftanalyse kaum brauchbar: es ist dies die Grabinschrift für einen unbekannten Geistlichen in Kellberg (Nr. 11, Abb. 7). In dem noch erhaltenen Schriftzug ist ein C erkennbar, das einen eindeutigen Abschlussstrich aufweist. Der Bogen ist leicht aufgebläht und im Scheitelpunkt verdickt. Die Serifen sind sehr ausgreifend. Die sonst noch erkennbaren Schäfte zeigen die charakteristischen ausgerundeten Serifen an den jeweiligen Enden. So ist die Schrift aus den wenigen noch sichtbaren Buchstaben(-resten) als Gotische Majuskel zu identifizieren.

Gotische Minuskel

Das älteste Beispiel einer Gotischen Minuskel im Bearbeitungsgebiet stammt aus dem Jahre 1384. Die Grabplatte für den Obernzeller Bürger Johann Strobel und seine Ehefrau Margareta wurde für den 1384 verstorbenen Sohn Petrus (Peter) angefertigt (Nr. 9). Leider lassen sich wegen des schlechten Erhaltungszustandes keine genauer Aussagen mehr über die Schrift treffen. Am Original sind heute nur noch einzelne Schäfte – v.a. im oberen Bereich der Platte – erkennbar. Näher lassen sich noch zwei offenbar gleich aufgebaute A-Versale – von Anno – identifizieren: der rechte Schrägschaft steht senkrecht, der linke war augenscheinlich gebogen.

In Passau tritt die Gotische Minuskel bereits knapp vier Jahrzehnte früher auf: die älteste erhaltende Inschrift datiert auf das Jahr 1349149).

Das zeitlich an die Grabplatte der Familie Strobel anknüpfende Objekt im Bearbeitungsraum findet sich ebenfalls in Obernzell. Es ist dies die Grabplatte für den ersten bekannten Pfarrer des Ortes, Johann Kunstmann, verstorben 1419 (Nr. 12, Abb. 8). Er war ein Angehöriger einer zu der Zeit einflussreichen Passauer Bürgersfamilie. Auch die stilistische Einordnung der Platte führt in die Bischofsstadt. Dort haben sich zwei weitere Grabplatten für Familienmitglieder erhalten150). Charakteristisch erscheinen neben der an den oberen Ecken – in Obernzell jedoch nur andeutungsweise – abgeschrägten Form der hochrechteckigen Platte das einleitende Andreaskreuz und der A-Versal mit pseudounzialer Grundform und gebrochenem bzw. diagonalem Mittelbalken. Trotz der stilistischen Ähnlichkeit und derselben Auftraggeberfamilie entspricht die Schrift nicht eindeutig dem in Passau festzustellenden Schrifttyp, dem auch die beiden dortigen Kunstmann-Grabmäler zuzuweisen sind151). Die eigentlich entscheidenden Formen – der fast spitzwinklig abgeknickte untere Bogen des g und gebrochenes v mit schräg gestellten Hasten – können bei der älteren Obernzeller Platte nicht ausgemacht werden.

Das chronologisch folgende Beispiel ist eine Inschriftentafel in Neukirchen am Inn, die das Jahr 1425 und den Neuburger Holzpropst Hans Forster (Farster) von der Tann nennt (Nr. 13, Abb. 10). Trotz des hervorragenden Erhaltungszustandes und der gekonnten Ausarbeitung des Stückes fällt eine stilistische Zuweisung schwer. Die Schrift ist sehr gleichmäßig und harmonisch, obwohl sie als Medaillonumschrift konzipiert worden ist. Die Ober- und Unterlängen fallen kaum ins Gewicht. Der obere Bogen des doppelstöckigen a fällt relativ klein aus. Als einziges Gegengewicht zu den gebrochenen Schäften der Gemeinen zeichnet sich das Bogen-r aus, dessen Sinus in die Vertikale gezogen ist. Unter den Großbuchstaben findet sich H in der unzialen Form, bei dem die Haste gebrochen, der Bogen unten stark eingebogen ist. Die A-Initiale besteht aus senkrechtem, mit einen dünnen Strich verdoppeltem linken Schaft und einem durchgebogenen, die linke Haste übergreifenden rechten Schaft, der auf der Grundlinie gebrochen ist.

Für Hans Forster (Farster), der 1433 verstorben ist, hat sich in derselben Kirche eine Grabplatte erhalten (Nr. 19). Sie muss noch zu seinen Lebzeiten angefertigt worden sein, da es bei der Angabe des Tagesdatums zu Überarbeitungen kam. Trotz des wohl gleichen Auftraggebers weisen die beiden Stücke nicht denselben Schrifttyp auf. Die Inschrift auf der Grabplatte enthält markante Merkmale, anhand derer das Objekt genauer eingeordnet werden kann: Grundtendenz der Schrift ist die parallelogrammförmige Ausgestaltung der gebrochenen Bögen, die unterschiedlich ausgerichtet sein können. [Druckseite XLI] Derartige Stilisierungen, bei denen ein Parallelogramm als „Grundform“ dient, finden sich auch in der Stadt Passau, wo sie sich aber erst später heraus kristallisieren152).

Die älteste Datierung unter den Inschriften in Gotischer Minuskel im Erfassungsgebiet trägt die erst nachträglich angefertigte Gedenkplatte für den Klostergründer von Fürstenzell, den Passauer Kanoniker Hertwik (vgl. Nr. 21, Abb. 6). Er verstarb im Jahre 1285. Unklar ist, zu welchem Zeitpunkt das Grabmal entstanden ist. Mutmaßlich wurde es während der Amtszeit des Abtes Thomas (1414-1440) angefertigt. Hierfür spricht auch der stilistische Schriftvergleich mit zwei Vornbacher Stücken aus dem Jahre 1430, den Grabinschriften für Richter Lienhart Pruelaer (Nr. 15, Abb. 11) und den Kellner Jörg Aeschbein (Nr. 16, Abb. 12). Während diese beiden Inschriften eher etwas gestreckter wirken, tendiert die Schrift auf der Hertwikplatte in die Breite. Dies mag v.a. damit zusammen hängen, dass sich die Inschrift als Umschrift innerhalb eines „Schriftbandes“ bewegt, der Text bei den Vornbacher Steinen aber zeilengerecht „formatiert“ ist. Auf den ersten Blick erschwert den Vergleich, dass die Oberfläche bei der Fürstenzeller Platte leicht abgetreten ist, die Buchstaben dafür aber mit schwarzer Farbe nachgezogen sind; im Gegensatz dazu erscheinen die anderen beiden Inschriften noch relativ scharfkantig. Bei einer Schriftanalyse ergibt sich – trotz einiger Modifikationen – eine ganze Reihe vergleichbarer Details. So wird eine gewisse Tendenz zu einem „abgeflachten“ Abknicken der Schäfte sichtbar, die einen gewissen Abstand vom geknickten Abschnitt zur Haste bzw. einen leicht in die horizontale „gedrückten“ Quadrangel zum Ergebnis haben. Dies spielt v.a. bei e und Schaft-s, aber auch beim unteren g-Bogen eine Rolle. Ein sehr markantes Merkmal, das quasi als ein Erkennungszeichen dieses Schrifttyps gelten darf, ist die Gestaltung des runden s: die beiden gebrochenen Sinus sind leicht gegeneinander versetzt; besonders der obere Bogen ist oben ebenfalls „flach“ geknickt; ausschlaggebend ist jedoch die Ausformung der jeweils zur Buchstabenmitte hin weisenden Enden der gebrochenen Bögen: diese werden nicht gebrochen, sondern verlaufen gerade, werden zum Ende hin aber schräg zugespitzt. Eine annähernd ähnliche Form des runden s findet sich in Passau in einer Gruppe von Inschriften, die dort in den ersten beiden Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts auftritt. Bei diesen Inschriften scheint diese s-Ausprägung nur als Zweitform auf und ist gestreckter bzw. schmäler153). Es ist also unwahrscheinlich, dass es sich um dieselbe Werkstatt handelt. Jedoch könnten stilistische Einflüsse von der Stadt ausgegangen sein.

Weiter Ähnlichkeiten in der Gestaltung ergeben sich v.a. bei a, p, t und w. Auch unter den Großbuchstaben findet sich Vergleichbares: M ist – ähnlich der Minuskelform – in drei gebrochene Schäfte aufgelöst, wobei die erste Haste unten nach links gebrochen wird. Bei einigen Versalien ist der linke Buchstabenbereich in leicht anschwellende Striche aufgelöst. Typisch dabei ist ein Schaft, der mit einem auf der Grundlinie aufsitzenden Balken verbunden ist. Gerade aber bei den Großbuchstaben – die offenbar mehr Spielereien erlauben – ergeben sich auch Unterschiede zwischen den einzelnen Schriftausprägungen: so ist eben gerade C, das bei Pruelaer und Hertwik mit besagtem Schaft und Balken konzipiert ist, bei Aeschbein mit einem Bogen versehen. Dagegen verbindet die beiden Vornbacher Stücke ein V-Versal, bei dem der linke Schrägschaft auffallend geschwungen ist. Große Unterschiede ergeben sich bei der A-Initiale: während die Inschrift für Pruelaer eine annähernd pseudounziale Form aufweist, präsentiert sich die Hertwik-Inschrift mit einer sehr ausladenden Variante, bei der nicht der linke, sondern der rechte Schrägschaft geschwungen, der linke gerade, aber auf der Grundlinie nach links abgeknickt ist, wo er sich noch ein gutes Stück als eine Art Anstrich fortsetzt. In der Inschrift für Aeschbein wiederum ist keine derartige A-Initiale erkennbar, zumal der Text nicht mit A beginnt: hier ergeben sich innerhalb der Inschrift zurückhaltende A-Versalien, die schlicht vergrößerten Minuskelformen entsprechen.

In Vornbach und in der ehemals zum Kloster gehörigen Kirche in Eholfing finden sich in derselben Zeit (zweites Drittel des 15. Jahrhunderts) keine weiteren Inschriften in Stein, jedoch mehrere gemalte Ensembles: hierzu zählen die Ausmalung der ehem. Pfarrkirche St. Martin in Vornbach (Nr. 17, Abb. 14, 15, 16) und die Ausmalung im Chor der Kirche in Eholfing (Nr. 26, Abb. 17) sowie das wohl zugehörige Bildfenster in derselben Kirche (Nr. 25, Abb. 18). Grundsätzliches Problem – v.a. der Wand- und Deckenmalereien – ist der Umstand, dass diese in beiden Kirchen erst in den 70er bzw. 80er Jahren des 20. Jahrhunderts freigelegt und bei dieser Gelegenheit auch retuschiert wurden. Daher ist hier eine Schriftbeschreibung eher mit Vorsicht zu behandeln, da die einzelnen Schriftzüge verfälscht sein können. Darüber hinaus sind einige Stellen auch verblichen.

[Druckseite XLII]

Trotzdem können noch ein paar wenige, aber interessante Buchstabenformen herausgefiltert werden. So wird unter den Vornbacher Inschriften ein g erkennbar, das in den Mittellängenbereich eingestellt ist (Nr. 17, XXV, Abb. 14). Diese Form ergab sich vielleicht nur aus dem Einpassen der Schrift in ein Schriftfeld. Unter den oft eher unbeholfen wirkenden Schriftzügen findet sich immer wieder rundes s, dessen beide gebrochene Bögen derart gegeneinander verschoben sind, dass sie auf einer Haarlinie, die nicht immer sichtbar ist, anstoßen. Häufig sind die beiden sich im mittleren Bereich des Buchstabens befindenden Bogenenden nicht geknickt, sondern schräg – dem Haarstrich folgend – abgeschnitten. Es ergibt sich hierbei dasselbe Bild, das bereits bei der Inschriftengruppe um den Fürstenzeller Klostergründer Hertwik hervorgetreten ist.

Noch weniger als bei den Vornbacher Malereien können Aussagen über die Deckenmedaillons in Eholfing getroffen werden. Hier scheinen die Schriftbänder gänzlich restauriert und somit auch verfälscht zu sein. In einem offenbar originaleren Zustand befindet sich die Inschrift auf dem dem Hl. Vitus gestifteten Bildfenster in derselben Kirche, das den Vornbacher Abt Dietrich und die Jahreszahl 1448 nennt. Die Schrift hier ist im Mittellängenbereicht stark gestreckt. Die Ober- und Unterlängen treten kaum hervor. Auch das Bildfenster wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts restauriert.

Das einzig weitere (nennenswerte) gemalte Objekt im Bearbeitungsgebiet im 15. Jahrhundert entstand mutmaßlich erst ca. 50 Jahre später: der sog. Freudenseer Altar in Hauzenberg mit seinen Bildbeischriften ist um 1490 zu datieren (Nr. 52, Abb. 29). Auch dieses Werk ist mindestens einmal restauriert. Dies ist bei der Betrachtung der gemalten Schriftzüge zu beachten. Immerhin scheint es sich noch weitgehend um den originalen Buchstabenbefund zu handeln. Darunter ist wohl am auffallendsten g, dessen unterer gebrochener Bogen parallel zu dem weit nach rechts umgeknickten unteren Abschnitt des Schaftes steht. Unter den Versalien ist besonders E bemerkenswert, da es sich hier bereits um eine frühhumanistische Form, nämlich das epsilonförmige E handelt.

Eines der wenigen Beispiele in erhabener Gotischer Minuskel, eine Tafel mit Baunachricht in lateinischen Versen, die den Vornbacher Prior Georg Schmelzl nennt (Nr. 27), findet sich in Neukirchen am Inn. Da dieser um 1449 nachweisbar ist, kann die Entstehung der nicht datierten Inschrift auf diesen Zeitraum eingegrenzt werden. Auch der verwendete Schriftstil macht eine Einordnung um die Jahrhundertmitte wahrscheinlich. Die Schrift weist eine gewisse Verwandtschaft zu dem Schriftstil auf, der in Passau zu der Zeit auftritt und mutmaßlich mit dem Straubinger Meister Erhart in Verbindung steht154). Charakteristisch sind v.a. die markanten Abschlussstriche an Balken- bzw. Bogenenden (vgl. t-Balken oder oberen a-Bogen). Wesentlicher Unterscheid zu den zeitgleichen Passauer Beispielen ist der breitere Duktus. Die Inschriften der städtischen Gruppe sind wesentlich gestreckter. Zu diesem Eindruck mag aber bis zu einem gewissen Grad auch die erhaben ausgearbeitete Schrift beitragen.

Eine wiederum dem Meister Erhart sehr verwandte Schriftäußerung findet sich auf zwei Fragmenten einer ehemals größeren Grabplatte in Vornbach, die mutmaßlich erst gute zwanzig Jahre später zu datieren sind und von einem Grabmal für den Vornbacher Abt Caspar Schmatz (gest. 1472) stammen könnten (Nr. 37, Abb. 26). Die Schrift ist hier ebenfalls erhaben gearbeitet. Im Unterschied zu dem Neukirchener Beispiel sind die Buchstaben stark gestreckt. Aber auch sie weisen die markanten Abschlussstriche v.a. bei a und t, aber auch bei e auf. Die Bögen des gebrochenen runden s sind stark aneinander verschoben; auch hier sitzen an den jeweiligen Enden der gebrochenen Extreme markante Zierlinien an. An den gerade endenden Ober- bzw. Unterlängen, z.B. beim p-Schaft oder bei l, werden die jeweiligen Eckpunkte der erhaben gearbeiteten Hasten leicht eingerollt. Derartige Zierelemente geben eine Vorstellung von der Qualität der Platte, von der heute leider nur noch Bruchstücke erhalten sind. Die Schrift, der zeitliche Ansatz und auch die annähernd noch erkennbaren Reste der bildlichen Darstellung machen eine Einordnung in das Werk des Meister Erharts sehr wahrscheinlich155).

Ein v.a. auch zeitlich eher singulär im Raum stehendes Stück ist die Wappengrabplatte für Degenhart I. von Watzmansdorf in Kellberg, der 1456 verstorben ist, dessen Sterbedatum jedoch nachgetragen ist (Nr. 29, Abb. 21). Die mit kräftigen Strichstärken ausgeführte Inschrift wirkt sehr harmonisch. Auch hier lassen sich ansatzweise parallelogrammförmige Grundformen bei Bögen erkennen, wie diese bereits bei der Grabplatte für Hans Forster in Neukirchen am Inn beobachtet werden konnten. Hier ist dieses Element aber eher zurückhaltend verwendet. Mehr als bei o wird dies [Druckseite XLIII] bei unzialem d und – entsprechend abgewandelt – bei g erkennbar (der abgeknickte untere Bogen verläuft quasi parallel zu dem abgeknickten oberen Abschnitt des oberen Sinus). Ansonsten umfasst die Schrift wenig markante Formen. Dafür finden hier öfter Bogenverbindungen, v.a. de, Verwendung. Unter dem epigraphischen Material der Stadt Passau findet sich ein einziges Exempel, das mit der Platte für Degenhart I. vergleichbar ist, das aber auch in der städtischen Inschriftenlandschaft zugehörige Stücke vermissen lässt. Es ist dies die heute in Hartkirchen befindliche Wappengrabplatte für den Deutschordensritter Wolfgang Hauser, der 1457 verstorben ist156). Auch diese Platte weist eine sehr harmonische Schrift mit einer kräftigen Strichstärke auf. Konkrete Ähnlichkeiten ergeben sich bei a, d, g, evtl. auch rundem s und t – der Balken durchschneidet nicht den Schaft – und auch bei I. Leider umfasst die Inschrift des Hauser kein z, das in der Watzmansdorferinschrift enthalten ist und dort durch eine etwas weniger durchgestaltete Form heraussticht.

Ab den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts findet sich im Erfassungsraum wiederum ein Schrifttyp, der auch in der Stadt Passau in den sechziger und siebziger Jahren des 15. Jahrhunderts anzutreffen ist. Es handelt sich hierbei um eine Stilisierung der Gotischen Minuskel bei der – sozusagen als Erkennungsmerkmal – ein a mit einem „dachähnlich“ ausgeformten oberen Bogen ausschlaggebend ist157).

Ein Beispiel ist die Grabplatte für den Pleban Leonhard Wattenpach in Aicha vorm Wald, der laut Inschrift 1467 verstorben ist (Nr. 35). Ein anderes Exempel ist das undatierte Fragment für Leonhard Remgrueber in Neukirchen am Inn (Nr. 41). Ein mögliches drittes Beispiel könnte ein Ölbergrelief in Kellberg sein, das jedoch auf Grund des schlechten Erhaltungszustandes der – ausnahmsweise erhabenen – Inschrift nicht sicher zugewiesen werden kann (Nr. 34, Abb. 28). Allen gemeinsam ist das charakteristische a mit dem weit geschlossenen oberen Bogen. Es macht sich auch eine gewisse Tendenz zu parallelogrammförmigen Buchstaben, v.a. bei o und unzialem d, bemerkbar. Auffallend sind des weiteren Versalien in Form vergrößerter Minuskelformen, an deren linken Hasten links kleine Spitzen ansitzen. Das in den städtischen Beispielen häufiger auftretende A mit verdoppeltem linken Schaft findet sich in den Landkreisbeispielen nicht. Ein weiteres weniger entscheidendes Merkmal, das sich aber auch beim Ölbergrelief noch nachvollziehen lässt, ist die Gestaltung des linken Schaftes von v oder w am Wortbeginn, der oben nicht gebrochen, sondern leicht durchgebogen und etwas in die Oberlänge gezogen ist.

Ein diesem Passauer Schrifttyp mit dem „dachförmig“ geschlossenen a sehr ähnliches Beispiel findet sich auf der Grabplatte für den Pfleger Achaz Lochner, gest. 1484, und seine Ehefrau Magdalena, gest. 1483 (Nr. 46). Es treten hier aber die Merkmale des oben aufgezeigten Typs nicht so stark hervor. Allen voran weist das a nicht den charakteristischen oberen Bogen auf. Dessen Ausprägung bewegt sich vielmehr im normalen Rahmen. Auch die Tendenz zum „Parallelogramm“ ist hier zwar spürbar, aber nicht derart ausgestaltet. Der geschwungene linke Schaft bei v ist ebenso in einer leicht abgeschwächten Variante vorhanden. Vergleichbar hingegen sind die Formen des g, p und runden s. Es finden sich bei der Obernzeller Inschrift auch Versale mit zackigem linken Schaft, was zumindest bei der H-Initiale der Fall ist.

Im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts finden sich einige Grabplatten in Gotischer Minuskel, darunter zwei für Angehörige der Familie Watzmansdorf in Kellberg, nämlich für Christoph I. (gest. 1494, Nr. 55) – die Platte ist jedoch noch zu Lebzeiten angefertigt –, und Georg II. (gest. 1495, Nr. 56, Abb. 22). Trotz der zeitlichen, lokalen und sozialen Nähe können keine Übereinstimmungen zwischen den beiden Inschriften herausgefiltert werden. Hierzu trägt auch der jeweilige schlechte Erhaltungszustand bei: beide Platten sind relativ stark abgetreten.

So trägt die Platte für Christoph eine eher unspektakuläre Gotische Minuskel ohne besonders auffallende Formen. Einzig nennenswerter Buchstabe ist das Initial-H, das aus einer in Schwellzüge aufgelösten Minuskelform besteht, bei der der obere Schaftabschnitt völlig zurückgedrängt wird. Eine solche H-Form findet sich auch auf der Wappengrabplatte des Hans Pykel, der 1467 verstorben ist, in Passau158). Die Schrift, besonders die Versalien, scheinen auch durchaus ähnlich zu sein. Feinheiten können jedoch auf Grund des abgetretenen Zustandes der Kellberger Platte nicht mehr abgeglichen werden.

Die Schrift auf dem Stein für Georg ist sehr schmal und gestreckt. Von der nicht gut erhaltenen Inschrift lassen sich am ehesten der hintere Teil der obersten und die unterste Zeile erkennen. Hier können folgende Formen ausgemacht werden: ein g, dessen unterer Bogen relativ kurz, fast quadrangelförmig ist, v, bei dem der erste Schaft verlängert und oben nach links abgebrochen ist, evtl. [Druckseite XLIV] E, das aus einem geknickten Schaft im Oberlängenbereich und einem Bogen, der im Scheitel relativ spitz zuläuft, besteht. Solche Formen, v.a. diese Ausprägung des g, finden sich in einer kleinen Gruppe auch in der Stadt Passau, zu der beispielsweise die Wappengrabplatte für Andre Tattenpeck, gest. 1495, gehört159).

Die ebenfalls leicht abgetretene Inschrift für den Geistlichen Peter Aiglsperger in Engertsham, gest. 1495 (Nr. 57, Abb. 31), zeichnet sich durch den Kontrast der gitterförmigen Gotischen Minuskel und der eher ausladenden Versalien aus, die das Schriftbild auflockern. Hier scheinen Vergleichsbeispiele zu fehlen.

Letztes Beispiel einer Gotischen Minuskel im Erfassungsgebiet im 15. Jahrhundert ist die Inschrift auf der figuralen Platte für den Fürstenzeller Abt Johann Schleterer, gest. 1496 (Nr. 60, Abb. 32). Auch hier ist die Oberfläche an einigen Stellen beschädigt, die Schrift jedoch mit schwarzer Farbe nachgezogen. Die Schrift scheint eine gewisse Verwandtschaft zu dem Straubinger Meister Erhart aufzuweisen, unterscheidet sich von diesem jedoch in der weniger markanten Ausführung charakteristischer Züge wie der Abschlussstriche beim oberen a-Bogen. Im Bearbeitungsraum konnten schon Beispiele mit dem Stil Meister Erharts in Verbindung gebracht werden: so erinnern gewisse Elemente in der Inschriftentafel in Neukirchen am Inn (Nr. 27) ebenfalls an den Schriftstil des Meisters, die Fragmente – mutmaßlich der Grabplatte des Vornbacher Abtes Caspar Schmatz (Nr. 37, Abb. 26) – umfassen höchstwahrscheinlich den Schrifttyp Erharts selbst. Trotz der Ähnlichkeiten, unterscheiden sich alle drei Beispiele voneinander.

Im beginnenden 16. Jahrhundert wird die Gotische Minuskel schlagartig von der sich in Passau etablierenden Gotico-Antiqua verdrängt. In der Bischofsstadt herrscht diese für einige Jahrzehnte fast ausschließlich als epigraphische Schrift vor160). Im Landkreis findet sich – proportional gesehen – noch ein größeres Vorkommen der Gotischen Minuskel. Dies ist in erster Linie zwei Grabplatten Geistlicher aus dem Jahre 1514 zu verdanken.

Eine davon, die des Pfarrers Johann Mauersteiner in Kellberg, ist bei der Schriftanalyse jedoch zu vernachlässigen, da sie sehr stark abgetreten ist (Nr. 83).

Ein „anschaulicheres“ Beispiel ist die figurale Grabplatte für den Obernzeller Pleban Ulrich Dorfmayr (Nr. 84, Abb. 33). Vermutungen, die Platte stamme aus der Werkstatt Jörg Gartners – des Hauptverantwortlichen für die Gotico-Antiqua, der jedoch anfangs auch Stücke in Gotischer Minuskel gefertigt hat161) – können über den Schriftvergleich nicht bestätigt werden. Die Platte kann auch keinem anderen Schrifttyp zugeordnet werden.

Hauptunterschied zum Schriftstil in Gotischer Minuskel, der mutmaßlich für Gartner konstatiert werden kann, sind die hier fehlenden „Basisstriche“ – horizontal gestaltete Bogenabschnitte auf der Grundlinie –, die den besagten Schrifttyp auszeichnen.

Wiederum ähnlich der Situation in der Stadt treten die letzten Ausläufer der Gotischen Minuskel in den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts auf162).

Eine offenbar direkte Verbindung mit der Bischofsstadt ergibt sich bei zwei zusammengehörigen Fragmenten im ehem. Kloster Vornbach (Nr. 95). Die Gotische Minuskel weist starke Ähnlichkeiten mit der Grabschrift für Anna von Losnitz im Domhof zu Passau auf163). Wo die Grundformen der Schrift noch eindeutig der Gotischen Minuskel verhaftet sind, lockern Zierstriche und v.a. die bereits an die Fraktur erinnernden Versalien die Schrift auf.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei dem letzten Beispiel einer Gotischen Minuskel im Erfassungsraum, nämlich auf dem Epitaph für den Pfleger Hans Harschl, gest. 1545, in Neukirchen vorm Wald (Nr. 97, Abb. 39). Die Gotische Minuskel tendiert mehr in die Breite, Ober- und Unterlängen treten stärker hervor. Auch hier findet sich ein Vergleichsbeispiel in Passau: die Grabinschrift für Magdalena Hinterreiter in der Johannis-Spitalkirche164).

[Druckseite XLV]

Mit dieser Inschrift endet endgültig die Ära der Gotischen Minuskel. Bereits auf demselben Stück kündigt sich die Situation in der Folgezeit an: für den lateinischen Spruch wird bereits Kapitalis verwendet, für die deutsche Grabinschrift, die hier noch in Gotischer Minuskel realisiert ist, wird in Zukunft die Fraktur zur entscheidenden Schrift werden.

Die Fraktur macht sich wohl auch bei einem Stück bemerkbar, dass völlig aus der Reihe tanzt: in Kellberg findet sich ein Totenschild für den fürstbischöflichen Pfleger Urban Schätzl von und zu Hörmannsperg auf Watzmansdorf und Thyrnau (Nr. 167). Dieser ist im Jahre 1638 verstorben, weshalb der undatierte Totenschild auch in diese Zeit eingeordnet werden muss. Er weist jedoch keine zu erwartende Fraktur auf, sondern eine Gotische Minuskel. a ist eindeutig doppelstöckig, f und Schaft-s stehen auf der Grundzeile und sind dort gebrochen. Der Totenschild ist restauriert und neu gefasst. Jedoch auch auf einer älteren Abbildung (vgl. Kdm Passau Fig. 122) ist deutlich die Gotische Minuskel zu erkennen. Sie unterscheidet sich von den früheren Beispielen wohl am ehesten durch ihren ausgeprägteren Ober- und Unterlängenbereich – einige Schaftenden sind oben gespalten. V.a. aber die Versalien erinnern an Fraktur. Betrachtet man den Mittellängenbereich, so sind jedoch alle Buchstabenformen streng in gebrochene Schäfte aufgegliedert. Nicht einmal Buchstaben wie o weisen annähernd eine Mandelform auf.

Wieso die Gotische Minuskel hier fast hundert Jahre nach ihrem Untergang wieder verwendet wird, ist unklar.

Gotico-Antiqua

Wie sich bereits bei der Betrachtung der Gotischen Minuskel herauskristallisierte, hängen die einzelnen Stücke im Landkreis häufig auch mit den Werkstätten bzw. Moden der Stadt Passau zusammen. Daher verwundert nicht, dass sich auch im Bearbeitungsgebiet in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts die Gotico-Antiqua ausbreitet und die Gotische Minuskel beinahe ersetzt.

Nicht nur die Verwendung der Schrift, sondern auch die einzelnen Ausprägungen stammen in den meisten Fällen aus der Stadt.

An erster Stelle sind hier Jörg Gartner und sein Schriftstil zu nennen165). Dieser bestimmt die Inschriftenlandschaft in der Stadt in den ersten zwei Jahrzehnten des Jahrhunderts. Und ähnlich scheint auch ein erheblicher Teil der epigraphischen Äußerungen in den beiden Dezennien im Landkreis auf ihn und seine Werkstatt zurückzuführen zu sein.

Die Gotico-Antiqua Jörg Gartners ist v.a. an den „Leitbuchstaben“ a und g erkennbar. Die Form des unzialen d hingegen verweist die Schrift in eine frühe, mittlere oder späte Phase.

a entsteht aus der Grundform der Rotunda, der untere Bogen ist hier jedoch nicht mit einem Haarstrich mit dem Schaft verbunden, sondern steht beinahe separat und wird zu einem nach links ausgezogenen Quadrangel stilisiert. g weist einen s-förmigen Aufbau auf: rechts existiert kein Schaft, es wird vielmehr der obere Bogen weiter zur Grundlinie geführt, der untere Bogen hingegen schließt direkt an den unteren Teil des oberen Bogens an. Der untere Bogen tritt in zwei Varianten auf. Weitere typische Merkmale sind die „Fahne“ bei Schaft-s, die stumpf auf der Zeile endenden Hasten oder das auf zwei Schäfte reduzierte u. Unziales d, das durchgehend verwendet wird, zeigt eine ovale Form und bildet zunächst den oberen freistehenden Bogenabschnitt in einer Form aus, die quasi über den Buchstaben übergreift (Frühphase), im Laufe der Zeit wird das obere Ende umgebogen (mittlere Phase) und der Buchstabe wird immer gestreckter, sodass der Bogen sowohl links als auch rechts senkrecht gebildet wird (Spätphase) – ein Element, das sich auf die gesamte Gestaltung der Schrift auswirkt.

In dem hier bearbeiteten Material können die Inschriften für einen unbekannten Vikar in Aicha vorm Wald (Nr. 70, Abb. 34) und die beiden Grabplatten für Christoph II. (Nr. 74, Abb. 37) und Degenhart II. von Watzmansdorf (Nr. 75) der Frühphase Gartners zugeordnet werden. Der mittleren hingegen gehört bereits die Grabinschrift für Jörg Püchler in Aicha vorm Wald (Nr. 77, Abb. 23) an – der Nachtrag für seine Frau stammt aus einer unbekannten Werkstatt – und die Wappengrabplatte für Wolfgang Pschächl in Kellberg (Nr. 79). Ein sehr schönes Beispiel für die Spätphase zeigt die figurale Grabplatte der Barbara von Watzmansdorf (Nr. 87, Abb. 38) aus dem Jahre 1520. Keiner festen Phase, da die Erkennungsmerkmale nicht ersichtlich sind, jedoch sicher Jörg Gartner sind die Grabplatten für einen Kaplan Caspar in Aicha vorm Wald (Nr. 73) und das fragmentarische Grabmal des Abtes Pankraz Reischl in Fürstenzell (Nr. 82) zuzuweisen.

[Druckseite XLVI]

Außerhalb der Stadt wird ersichtlich, wie stark die Verwendung der Gotico-Antiqua offenbar mit der Werkstatt Jörg Gartners zusammenhängt: von den Nachfolgewerkstätten finden sich nur sehr vereinzelte Stücke, was mit der geringeren Materialdichte im Landkreis und der jeweiligen Überlieferungssituation zusammenhängen mag, was aber sicherlich auch auf das Abebben der Gotico-Antiqua-Welle zurückzuführen ist.

Eines der wenigen Beispiele von gemalter Gotico-Antiqua findet sich im Landkreismaterial, nämlich auf dem Tafelgemälde von Hans und Jörg Perger, das ehemals im Kloster Vornbach und heute im Oberhausmuseum in Passau aufbewahrt wird (Nr. 85, Abb. 30). Obwohl die Schrift gemalt ist, kann sie einer Gruppe von (steinernen) Inschriften in der Stadt Passau zugeordnet werden. Diese ist dort zwischen 1505 und 1513 fassbar166). Dieser Schrifttyp scheint dem sich später herauskristallisierenden Zimbstyp vorzugreifen. Entscheidende Buchstaben sind: g mit s-förmigen Aufbau, das sich von dem zeitgleich auftretenden Gartner-Schrifttyp hauptsächlich dadurch unterscheidet, dass der obere Bogen rechts(!) weiter oben geschlossen wird; a mit dem Grundaufbau der Rotundaform, dessen unterer gebrochener Bogen im Gegensatz zum Gartnertyp über einen Haarstrich oben mit dem Schaft verbunden wird und nicht zu einem nach links ausgezogenen Quadrangel stilisiert wird; ein zunächst eher unscheinbares, aber doch wesentliches Merkmal ist auch der Schaft des p, der unter der Grundlinie relativ kurz ist, leicht nach links ausschwingt und spitz zuläuft.

Ein Gotico-Antiqua-Typ, der keinem bestimmten Schriftstil zugewiesen werden kann, findet sich auf der bereits im Zusammenhang mit Jörg Gartner angesprochenen Grabplatte für Jörg Püchler (Nr. 77, Abb. 23). Die Grabinschrift für seine Frau Margret, später nochmals verheiratete Werndorffer, die 1525 gestorben ist, ist später von anderer Hand nachgetragen. Der vielleicht etwas weniger professionell wirkende Schrifttyp greift Elemente des Gartnerstils – wie den s-förmigen Aufbau des g oder die auf der Rotunda basierende a-Form – auf, unterscheidet sich jedoch eindeutig von diesem. Andererseits erinnern andere Merkmale – v.a. das Schriftbild insgesamt – wiederum stärker an den Brunhofer-Typ, der in Zusammenhang mit dem folgenden Beispiel anzusprechen ist.

Einziges Beispiel des Brunhofer-Typs167), der in Passau um die Jahrhundertmitte auftritt, im Bearbeitungsgebiet ist die Grabplatte für Georg Pfeil und seine drei Ehefrauen in Tiefenbach (gefertigt um 1552/1554, Nr. 101, Abb. 40). Die Schrift weist noch Ähnlichkeiten zum Gartnerschriftstil auf. So enden auch hier die Hasten stumpf auf der Grundlinie, das g ist s-förmig aufgebaut, der untere Bogen des a ist auf einen Quadrangel reduziert. Die Schrift unterscheidet sich jedoch v.a. im Gesamteindruck von den früheren Gotico-Antiqua-Stilen: die Ober- und Unterlängen und der Mittellängenbereich sind ungefähr gleich groß, die Schrift wirkt dadurch breiter. Gerade dieses äußere Schriftbild zeichnet den Typ wohl als moderner aus und erinnert eher an die Proportionen der Humanistischen Minuskel.

Ein Beispiel, das dagegen im äußeren Schriftbild weniger an die Humanistische Minuskel als an die Fraktur erinnert, ist die Grabinschrift für Vitus Robl in Aicha vorm Wald (gest. 1540, Nr. 94, Abb. 35). Die Grundformen ähneln hier noch sehr stark der Gotischen Minuskel. Einige Ausprägungen wie der unter die Grundlinie verlängerte Schaft des f und Schaft-s lassen bereits an den Bereich der Fraktur denken. Doppelstöckiges a mit runden Bögen hat weder etwas mit Fraktur noch mit Gotischer Minuskel zu tun.

Die Inschrift für Vitus Robl kann dem v.a. in der Stadt Passau auftretenden Derrertyp zugeordnet werden168). Für diesen sind verstärkte Aufnahme von Bastardelementen und leichte Variationen – beispielsweise zwischen gebrochenem einstöckigen a und doppelstöckigem a mit runden Bögen oder bei der Behandlung des s-Schaftes – innerhalb des Schrifttyps typisch. Die Ausprägung bei Robl zeichnet sich durch besagtes rundbogiges a und durch unter die Zeile verlängerte s- und f-Schäfte aus. Die Fraktur selbst tritt erst nach der Jahrhundertmitte auf. Das Beispiel, das im bearbeiteten Material als erste Fraktur gelten darf, zeigt jedoch noch erhebliche Anklänge an die Gotische Minuskel und erinnert auch stark an die Inschriften des Derrertyps (vgl. unten).

Frühhumanistische Kapitalis

Während die zunächst allein vorherrschende Gotische Minuskel von der Gotico-Antiqua, die neue Formen im Bereich der Minuskelschriften ausprobiert, abgelöst wird, macht sich langsam auch wieder die Majuskelschrift bemerkbar. Diese fließt zunächst – ebenfalls mit spielerischen Mischformen [Druckseite XLVII] – in Randbereichen der Epigraphik ein, wo sie als eine Art „Auszeichnungsschrift“ fungiert169). Diese frühhumanistische Schrift findet sich auch im Bearbeitungsgebiet. Wie beinahe zu erwarten, tritt sie zuerst – noch vor der Gotico-Antiqua – auf gemalten Beispielen auf. Darüber hinaus in einem Fall als „Auszeichnungsschrift“ auf einer figuralen Grabplatte.

Frühestes Beispiel sind die Altarpredellen zweier ursprünglich zusammengehöriger Altäre, einer im Chor in Eholfing (Nr. 42, Abb. 19), der andere in der Friedhofskirche in Vornbach (Nr. 43, Abb. 20). Beide werden zeitlich um 1480 angesetzt. Trotz des mutmaßlich restaurierten Zustandes lässt sich die Schrift noch schön erkennen. Typische Formen treten eindeutig hervor: byzantinisches neben konischem M, epsilonförmiges E, A mit Deckbalken, spiegelverkehrtes N. Die Inschrift an dem heute in Vornbach befindlichen Altar erscheint jedoch stärker überarbeitet als die in Eholfing.

Das zeitlich wohl nächste Beispiel einer frühhumanistischen Inschrift findet sich wiederum auf einem Tafelgemälde. Es handelt sich hierbei um zwei Tafeln einer Verkündigung, auf der die Anfangsbuchstaben der ersten Worte des Ave Maria zu sehen sind (Nr. 71). Unter dem spärlichen Buchstabenbestand findet sich ein A mit Deckbalken, ein konisches M und ein G mit einem kräftigen Balken.

Neben der Verwendung der frühhumanistischen Schrift in der Malerei als Auszeichnungsschrift, findet sie sich in der gleichen Funktion auch auf Stein. So auf der fragmentarischen figuralen Grabplatte des Fürstenzeller Abtes Pankraz Reischl (gest. 1512, Nr. 82). Hier sind eine Stulpe eines Handschuhes und das Amikt mit Beschriftungen versehen, die in einer erhabenen Frühhumanistischen Kapitalis ausgeführt sind. Leider ist auch hier der Buchstabenbestand eher spärlich. Zu Erkennen ist konisches M, epsilonförmiges E und A mit Deckbalken. Die Platte und somit die Schrift ist ein Werk Jörg Gartners.

Kapitalis

Nach diesen ersten Artikulationen der Majuskelschrift im Rahmen der Frühhumanistischen Kapitalis, die sich gegenüber der nach wie vor vorherrschenden Minuskelschriften nicht behaupten kann, setzt ab dem zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts langsam die Kapitalis ein. Ihre Verwendung verdichtet sich jedoch erst richtig ab dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts. Ihr Stellenwert steht aber auch in dem Zeitraum nach wie vor hinter der Fraktur, also einer Minuskelschrift.

Das erste Beispiel einer Kapitalis im Erfassungszeitraum bildet eine Art Bindeglied zwischen ihr und ihrer Vorgängerin, der Frühhumanistischen Kapitalis: Es handelt sich um einen Schriftzug, eine Namensnennung, auf einer fragmentarisch erhaltenen Ofenkachel (Nr. 91) – also wiederum um eine Art „Auszeichnungsschrift“. Die Formen entsprechen jedoch weitgehend bereits der Kapitalis. Einzig auffallender Buchstabe ist das spiegelverkehrte N, das wiederum ein wenig an die frühhumanistische Schrift erinnert. Die Ofenkachel stammt mutmaßlich aus der Zeit um 1531.

Das nächste Beispiel einer Kapitalis – das erste in Stein im untersuchten Gebiet – folgt erst über zehn Jahre später: es ist dies das Epitaph für den Pfleger Hans Harschl (gest. 1545, Nr. 97, Abb. 39). Dieses Stück ist in sofern besonders markant, da es neben der ersten Kapitalis in Stein gleichzeitig die letzte Gotische Minuskel bietet. Letztere findet für die deutsche Grabinschrift Verwendung, erstere für einen lateinischen Spruch. Die verwendete Kapitalis orientiert sich stark an klassischen Formen, auch wenn die Proportionen nicht ganz der antiken Monumentalis entsprechen: die Buchstaben sind hier weitgehend gleich breit. Auch M besitzt keine leicht ausgestellten äußeren Schrägschäfte. Der mittlere Balken des E ist gegenüber den anderen verkürzt, was typisch für (früh-)neuzeitliche Kapitalis ist. Es macht sich aber eine Sorgfalt bei der Ausgestaltung der Formen bemerkbar: so ist die Cauda des R stachelförmig und setzt am Bogen – nicht am Schaft – an. Auch ein leichter Wechsel von Haar- und Schattenstrichen ist spürbar.

Eine ebenfalls auf einem relativ hohen Niveau stehende Kapitalis findet sich in Fürstenzell – leider auf Fragmenten mutmaßlich zweier verschiedener Objekte (Nr. 108 und 142, beide Abb. 48). Es zeigt sich in beiden Fällen eine sehr gleichmäßige, harmonische Schrift, auch wenn ein Stück etwas breitere Buchstabenformen auszuweisen scheint.

Bei dem Fragment, das einen Sebastian nennt, wirken die Proportionen sehr klassisch. Auch der Wechsel von Haar- und Schattenstrichen wird durch die gesamte Schrift gezogen. Trotzdem ergeben sich auch hier einige unklassische Ausformungen: so ist die R-Cauda geschwungen und setzt am Schaft an, das M besitzt einen stark verkürzten Mittelteil. Beide Formen finden sich auch im anderen [Druckseite XLVIII] Bruchstück. Dort fallen v.a. die relativ breiten Ausprägungen von A, O, X usw. auf. Trotzdem wird auch hier auf den Wechsel von Haar- und Schattenstrichen geachtet.

Eine ebenfalls sehr hochwertige Kapitalis dürfte sich zeitlich an die Fürstenzeller Fragmente anschließen. Es handelt sich hierbei um die lateinischen Verse auf einer geätzten Tischplatte, die sich ehemals im Kloster Vornbach befand (vgl. Nr. 111, Abb. 62). Auch hier wurde sorgfältig auf die Proportionen und den Wechsel von Haar- und Schattenstrichen geachtet. Bei der genaueren Betrachtung treten nur wenige Motive hervor, die nicht ganz klassisch sind: so setzt die dornförmige Cauda des R relativ weit links am Bogen an, sodass letzterer leicht kopflastig wirkt. Auch der Mittelteil des M scheint nicht ganz auf die Grundlinie zu reichen. I besitzt einen – rautenförmigen(?) – Punkt. Diese Feinheiten mindern jedoch keineswegs die Qualität der Inschrift, die auch bei der auf demselben Stück anzutreffenden Fraktur gegeben ist. Die Tischplatte wurde von dem Steinätzer Andreas Pleninger 1575 gefertigt.

Ein erstes Beispiel einer weniger hochniveauigen Kapitalis findet sich auf einem Türsturz in Wegscheid (Nr. 113). Die Inschrift bietet einen Spruch in deutscher Sprache und eine Namensnennung mit Datierung. Die Kapitalis wirkt in diesem Fall etwas holprig. Die Buchstaben haben zwar unterschiedliche Proportionen wie dies auch bei klassisch ausgeführten Stücken der Fall ist, das O erscheint jedoch beinahe übertrieben rund. Die Strichstärken sind linear ausgeführt. Einige Anfangsbuchstaben sind vergrößert, wobei die der unteren Zeile nach unten – nicht nach oben – ausgreifen. Die einzelnen Buchstabenformen variieren untereinander: A tritt in verschiedenen Breiten auf, ist einmal sogar leicht schief. G hat einen Balken. Die R-Cauda ist ganz gerade, nicht leicht durchgebogen, und setzt einmal am Bogen, andere Male direkt am Schaft an.

Das Beispiel zeigt, dass sich Kapitalis auf zwei Niveauebenen etabliert: zum einen finden sich sorgfältig ausgearbeitete Schriftzeugnisse auf höherem Niveau, die meist Inschriften in lateinischer Sprache wiedergeben. Zum anderen findet Kapitalis in einem „niedrigniveauigen“ Sektor große Verbreitung, der besonders Flurdenkmäler wie Bildstöcke170) und Inschriften im Außenbereich wie Türstürze171) umfasst. Die Inschriften sind meist auf Deutsch. Häufig beschränkt sich der Text auf einfache Personennennungen – oft nur als Initialen – oder Datierungen. In der Regel findet bei diesen Stücken Granit Verwendung. Das schwer zu bearbeitende harte Material und vielleicht auch die Tatsache, dass bei diesen Stücken möglicherweise nicht immer ein professioneller Steinmetz am Werk war, spielten sicherlich eine Rolle bei der Wahl der Schrift: die aus geraden Linien und großen Bögen bestehende Kapitalis war wohl leichter zu realisieren.

Ein wiederum dem höheren Niveau angehöriges Beispiel ist das Grabdenkmal für den Abt Christian Seßler in Vornbach (Nr. 115, Abb. 61). Seßler ist 1595 verstorben, ließ sich jedoch schon um 1580 das Epitaph errichten. Die erhaben gearbeitete Grabinschrift für Christian Seßler lässt noch das klassische Vorbild erkennbar. Gleichzeitig scheint sich die Schrift jedoch von selbigen auch emanzipiert zu haben: auf hohem Niveau werden hier auch weniger klassische Merkmale stilisiert. Beispielsweise ist die R-Cauda geschwungen, der Buchstabe ist sehr schmal gehalten. Es macht sich hier ein neues Formgefühl bemerkbar. Die Buchstaben sind insgesamt eher gestreckt und verlassen somit die Proportionen der klassischen Kapitalis.

Im 17. Jahrhundert – v.a. im zweiten Viertel – erscheinen Kapitalisinschriften in erster Linie auf Epitaphien Geistlicher mit lateinischen Texten. Es sind dies weitestgehend Schriftäußerungen, die sich weniger an das klassische Vorbild halten, teils von diesem stark abweichen. Im Normalfall finden sich keine nennenswerten Ausprägungen. Es können auch keine gemeinsamen Typen festgemacht werden.

So zeigt die Grabtafel für den Vornbacher Abt Caspar Siber, verstorben 1624 (Nr. 157, Abb. 63), eine noch weitgehend an den klassischen Formen orientierte Kapitalis, die jedoch an einigen Punkten – wie bei ÖE für den Umlaut – unorthodox wird.

Das Epitaph für den Kellberger Pfarrer Johann Vogl (Nr. 158) hingegen weist eine eher in die Breite tendierende Kapitalis auf. Auf dem Epitaph für den Vikar Leonhard Huber in Untergriesbach (Nr. 160, Abb. 60) wird Kapitalis überhaupt wiederum nur an „ausgezeichneten“ Stellen verwendet, besonders bei epigraphischen Bildelementen. Die Kapitalis hier weicht noch stärker vom klassischen Ideal ab: Die G- und Q-Cauden sind sehr geschwungen und ausladend, das M ist konisch mit verkürztem Mittelteil, O wirkt leicht spitzoval. Die Inschrift für den Vikar Michael Kholer in Obernzell [Druckseite XLIX] (Nr. 171, Abb. 65) hingegen entbehrt derartiger spielerischer Details. Seine Inschrift ist im Gegensatz zu den anderen in Granit gefertigt. Die Buchstaben sind daher eher nüchterner und linearer gehalten. M beispielsweise ist sehr breit, mit senkrechten Außenschäften und sehr stark verkürztem Mittelteil.

Fraktur

Fraktur tritt im Bearbeitungszeitraum – ähnlich wie in Passau – erst am Ende des zweiten Drittels des 16. Jahrhunderts auf. In der Stadt konnte jedoch beobachtet werden, dass sich eine ganze Reihe Inschriften ausmachen lassen, die sich sozusagen in einem Vorfeld der Fraktur zu bewegen scheinen172). Einziges Beispiel im hier bearbeiteten Umland, das ebenso in dieses Vorfeld eingeordnet werden kann, ist die Grabplatte für den Pleban Sigismund Pleuer in Straßkirchen, der 1557 verstorben ist (Nr. 102, Abb. 36). Basis der Schrift ist die Gotische Minuskel. Hier ergeben sich sogar noch Anklänge an die späte Ausformung derselben auf der Grabplatte des Hans Harschl (Nr. 97, Abb. 39): Ähnlichkeiten finden sich besonders bei der Gestaltung der (oberen) Knicke bei o, g und Schaft-s. Gerade aber die Form des Schaft-s der Pleuer-Platte weicht von der Gotischen Minuskel ab: der Schaft wird nicht auf der Grundlinie gebrochen, sondern läuft gerade und leicht zugespitzt aus. Allerdings reicht er noch nicht bis unter die Zeile, wie es für eine Fraktur typisch wäre. Daneben steht gebrochenes, einstöckiges a, bei dem der obere Knick ähnlich behandelt ist wie bei o. Eine weitere wesentliche Abweichung von der Gotischen Minuskel manifestiert sich in der Gestaltung der Bögen, die sich jedoch noch als zurückhaltend erweisen: bei b, unzialem d und h sind die Bögen in Form eines halben Spitzovales gerundet, was annähernd an die mandelförmigen Grundformen der Fraktur erinnert. Vergleichsbeispiele zu dieser Schrift finden sich in der Stadt Passau. Hier ist besonders die Grabplatte für die Niedernburger Äbtissin Margaretha von Layming, die im selben Jahr wie Pleuer verstorben ist, zu nennen173).

Die älteste ausgeprägte Fraktur im Bearbeitungsgebiet findet sich auf der Grabtafel für Margaretha Tengler, gest. 1562, in Kellberg (Nr. 103, Abb. 41). Die Schrift ist hier – anders als noch bei Sigismund Pleuer – voll entwickelt. a ist einstöckig, gebrochen, wobei jedoch die Schäfte v.a. unten eher umgebogen sind. f und Schaft-s weisen den typischen Schwellschaft auf, der bis unter die Grundlinie reicht. o besitzt eine annähernd mandelförmige Form, ist aber nach wie vor gebrochen. Die Versalien sind in Schwellzüge aufgegliedert und mit feinen, geschwungenen Haarlinien verziert; so oft auch die Oberlängenenden der Textbuchstaben. Die Schrift ist im Mittellängenbereich nach Art der Gotischen Minuskel gebrochen und gestreckt. Der ursprünglich gitterförmige Charakter wird jedoch durch besagte Zierstriche und Schwellschäfte oder durch leicht gebogene Teile wie beispielsweise beim oberen g-Bogen aufgelockert. Dadurch wirkt die Schrift trotz des eigentlich streng durchorganisierten Mittellängenbereiches schwungvoll und lebendig.

Bei der Untersuchung der Frakturinschriften des Erfassungsgebietes fällt auf, dass sich keine festen Typen mehr – wie noch bei der Gotischen Minuskel oder der Gotico-Antiqua – herausfiltern lassen. Daher lassen sich einzelne Schriftäußerungen nur schwer einander zuordnen. Somit können auch keine Bezüge zur Stadt Passau hergestellt werden. Die Schriftformen halten sich zwar an einen gewissen Grundkanon, bilden aber keine besonderen, sich innerhalb einer Gruppe wiederholenden Merkmale aus. Es entsteht der Eindruck einer „geschriebenen“, nicht mehr „gezeichneten“ oder „konstruierten“ Schrift, wie das noch ein halbes Jahrhundert früher der Fall gewesen sein mag. Einzelne Inschriften können sich jedoch durch einen besonderen Duktus oder durch sehr auffallende Versalien auszeichnen.

Ein Überblick über die Fraktur im Erfassungsgebiet soll anhand verschiedener Beispiele, aber auch anhand bestimmter Elemente gegeben werden.

Ein Merkmal ist die Ausformung des o und damit einhergehend die Behandlung der Bögen: o in der spitzovalen, „mandelförmigen“ Ausprägung gilt als charakteristisch für die Fraktur. Es fällt aber auf, dass die Form häufig noch sehr stark gebrochen ist, sodass die beiden Bögen links und rechts senkrecht gestaltet sind. In anderen Inschriften ist die spitzovale Ausformung der Bögen ausgeprägter. Die Bogenformung kann das gesamte Schriftbild beeinflussen. Inschriften, bei denen die Bögen „senkrecht“ gehalten sind, wirken meist strenger und/oder gestreckter. Als Beispiele hierfür können [Druckseite L] das Epitaph für Margareta Pettichkhamer (gest. 1589, Nr. 126, Abb. 59) in Neukirchen vorm Wald und das Epitaph für Matthäus Haidenbeck (gest. 1594, Nr. 131) in Obernzell zur Gegenüberstellung dienen:

Während bei letzterem mandelförmiges o Verwendung findet und Bögen tendenziell eher leicht durchgebogen sind – vgl. v.a. unziales d –, sind bei ersterer Inschrift die Buchstabenkörper noch stärker gebrochen. Die Schrift – v.a. im Mittellängenbereich – erinnert dadurch noch stärker an den gitterförmigen Charakter der Gotischen Minuskel – auch wenn dieser nicht mehr durchgehend gegeben ist. Bei dem Obernzeller Stück erscheinen zwar stellenweise Wortpartien ebenso in reine Schäfte aufgegliedert zu sein, das Schriftbild insgesamt wirkt jedoch lockerer.

Ein Element, das offenbar einen der größten Spielräume im vorgegebenen Rahmen der Fraktur besitzt, ist das g, insbesondere dessen unterer Bogen. Während der obere Bogen und der Schaft des Buchstabens meist sehr stereotyp sind – der obere Bogen ist gebrochen und mehr oder weniger durchgebogen, der Schaft ist relativ gerade und biegt unter der Zeile häufig leicht nach rechts um –, wird der untere Bogen in der Regel durch einen im Gegensatz zum Rest des Buchstabens weniger kräftigen Haarstrich ausgeführt, der einfach nach unten durchgebogen ist. Dieser Bogen kann weit nach links reichen oder sehr durchgerundet sein; er kann am linken Ende eingerollt sein; er kann auch geschwungen sein oder sich relativ weit an die Grundlinie anlehnen; oder er kann sogar beinahe „verkümmert“ wirken, wie in der Grabinschrift für den Obernzeller Marktrichter Georg Mairhofer (Nr. 146).

Weiters unterscheiden sich die Inschriften im Grad der Verwendung von Zierelementen, wie gebogenen Haarstrichen, die die Oberlängenenden bei Schäften von b, h oder l oder auch den i-Punkt umschließen. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Inschriften auf dem Epitaph für Michael Littmann (gest. 1572, Nr. 109, Abb. 58) in Neukirchen vorm Wald.

a, das meist in der einstöckigen Form wenig spektakuläre Ausbildungen erfährt, kann an wenigen Stellen in eigenwilliger Stilisierung eines doppelstöckigen a auftreten. Derartige Ausformungen künden jedoch meist von einer besonderen Ausformung der gesamten Schrift. So bei dem Epitaph für Andreas Schwarzensteiner in Neukirchen vorm Wald (Nr. 107, Abb. 42, 43). Hier tritt a in zwei Varianten auf: einmal in der einstöckigen Form, deren Bogen hier relativ gekrümmt ist; die Zweitform zeigt eine Art stilisiertes doppelstöckiges a bzw. ein einstöckiges mit „eingeschnürtem“ Bogen: die oberen zwei Drittel des linken Abschnittes des Bogens sind geschwungen, der untere ist gebrochen. Analog dazu wird an einigen Stellen der obere g-Bogen gebildet. Dieses Element zeigt sich auch beim linken Abschnitt des unzialen d und teils auch beim linken Abschnitt von o. Die sonst üblichen Formen der Sinus sind spitzoval, auch e und tendenziell t sind gekrümmt. Es ergibt sich dadurch ein sehr aufgelockertes, durch die geschwungenen Bögen ein eigenwilliges Schriftbild.

Das Epitaph für Philipp Jakob von Schwarzenstein fällt aus dem Rahmen, da es aus Holz gearbeitet ist und die Inschrift aufgemalt und – mutmaßlich – auch restauriert ist (Nr. 110). Das Stück stellt gleichzeitig eines der wenigen gemalten Frakturbeispiele dar. Ein anderes, gemaltes Objekt in Fraktur ist eine Stifterinschrift von einem Mitglied derselben Familie, nämlich des Hans Wolf von Schwarzenstein, datiert auf 1597 (Nr. 133, Abb. 51). Es können keine wesentlichen Gemeinsamkeiten festgestellt werden.

Ein letztes nennenswertes Beispiel aus dem 16. Jahrhundert zeichnet sich nicht nur durch seine Qualität, sondern auch durch seine Technik aus: es ist dies die geätzte Tischplatte, die sich ehemals im Kloster Vornbach befand (Nr. 111, Abb. 62). Es handelt sich um eine hochniveauige Frakturinschrift. Trotz der noch vorgegebenen Brechungen lösen sich die Textbuchstaben nicht einfach in einzelne Schäfte auf. Hastenenden auf der Grundlinie weisen Quadrangel auf. Bögen sind mandelförmig angelegt. Darüber hinaus wird die Qualität auch in den einzelnen Zierdetails erkennbar: so werden Bogenenden eingerollt, Oberlängenenden werden mit einem Bogen aus einer Haarlinie umgeben, Versalien – besonders die Initialen – werden durch reiche Zierlinien ausgestattet. Das Stück stammt von dem Steinätzer Andreas Pleninger und umfasst neben der Fraktur auch eine Inschrift in Kapitalis.

Mit Zunahme der Fraktur scheint sich auch ihr Spektrum etwas zu erweitern, auch wenn der Großteil der Inschriften sich im „normalen“ Rahmen bewegt.

Eine sehr elegant wirkende Fraktur findet sich auf einer Gedenktafel für Julius Benedikt und dessen Schwester Kunigunde Schätzl im Chor in Kellberg (Nr. 159, Abb. 64), das nach 1625 zu datieren ist. Die Schrift ist im Mittellängenbereich äußerst gestreckt. Trotzdem sind Buchstaben wie o oder auch unziales d spitzoval und nicht gebrochen. Einziger Buchstabe, der neben den Versalien das Schriftband aufbricht ist das runde s am Wortende: Es ist im Verhältnis zu den anderen Gemeinen sehr breit mit ausgeprägten Bögen. Die Versalien sind in Schwellzüge aufgegliedert und zusätzlich durch geschwungene Haarlinien verziert. Auch an den Ober- und Unterlängenenden der Textbuchstaben sitzen verschlungene Zierlinien.

[Druckseite LI]

Ein anderes Beispiel scheint sich eher im unteren Bereich der Niveauskala zu bewegen, ist deshalb jedoch nicht weniger interessant. Es handelt sich hierbei um das Epitaph für Hans Pindter und Caspar Prutscher, zu datieren um 1621, das sich in Aicha vorm Wald befindet (Nr. 155). Die Oberfläche ist leider – v.a. im unteren Bereich der Platte – erheblich abgetreten. Die hier anzutreffende Fraktur erscheint nicht so stark durchgestaltet wie bei anderen Beispielen. Gerade dadurch aber wirkt die Schrift viel lockerer auf den Stein verteilt, das „Schriftband“ wird so eher in die Breite gezogen, der Text wird dadurch – abgesehen vom Erhaltungszustand – angenehmer zu lesen. Die Formen entsprechen denen der Fraktur. Besondere Zierelemente treten hier jedoch nicht auf.

Anders auf dem Epitaph für Leonhard Huber in Untergriesbach (Nr. 160, Abb. 60), das zu dem vorher gezeigten Stück in krassem Gegensatz steht: hier füllen Zierelemente die gesamten Zwischenzeilen aus. Die A-Initiale ist wahrscheinlich der meist ausgestaltete Buchstabe im gesamten Erfassungsgebiet. Die Grundform dieses A besteht aus den zwei Schrägschäften, die leicht geschwungen sind und sich oben im Scheitel überschneiden. Die Linien werden dort zu vegetabilen Ranken verlängert. Zwischen den beiden Hasten – sozusagen an Stelle des Balkens – wird der gesamte Raum von stabförmig übereinander angeordneten Zierelementen wie Rauten gefüllt. Vom unteren Ende des linken Schaftes gehen weitere Ranken aus. Auch die restlichen Versalien sind mit Zierlinien ausgestattet, jedoch in einem „normaleren“ Rahmen. Die Textschrift selbst ist sehr gestreckt. Die Buchstaben wirken durchorganisiert, auch wenn sich an manchen Stellen Unsicherheiten bemerkbar machen: so erscheint das d bei vnd in der dritten Zeile leicht eiförmig. Die Versale scheinen manchmal leicht nach vorne zu kippen.

Ein wiederum weniger geziertes, sondern eher lockereres Schriftbild präsentiert sich auf der Wappengrabplatte für Sigmund von Raindorf (gest. 1627, Nr. 161). Das Band des Mittellängenbereichs wird von relativ ausgeprägten Bögen durchsetzt. Auffallend ist in diesem Fall v.a. das unziale d, dessen oberer Abschnitt auch weit in die Oberlänge ausschwingt. Dagegen ist in diesem Beispiel der untere g-Bogen in der „verkümmerten“ Form anzutreffen. Die Versalien sind eher zurückhaltend ausgeformt, tragen aber trotzdem zur Auflockerung des Schriftbildes bei.

Die zwei letzten (datierten) Frakturinschriften im Erfassungszeitraum sind gleichzeitig auch ganz interessante Beispiele. Es sind dies die beiden Grabtafeln der Eltern des Vornbacher Abtes Plazidus Thum in der Vornbacher Gruft (Nr. 176 und 177 (Abb. 66)). Obwohl beide wohl vom selben Auftraggeber stammen, zur gleichen Zeit entstanden sind und auch gestalterische Gemeinsamkeiten aufweisen, unterscheiden sich die jeweiligen Inschriften trotzdem voneinander. Die Inschrift für Hans ist dabei etwas weniger augenfällig. Sie weist eine relativ einfache Fraktur auf, wobei die Bögen teils sehr ausgeprägt sind. V.a. o ist fast kreisrund. Auch die Inschrift für Maria ist eher einfacher gehalten. Sie scheint aber doch mehr durchgestaltet zu sein. Auffallend hier sind in erster Linie die Schrift-„Züge“, die das Erscheinungsbild prägen. Die Oberlängen weisen einmal mehr nach rechts, ein ander mal – besonders beim unzialen d – nach links, was der Schrift Bewegung verleiht. Am besten tritt dieses Phänomen bei b hervor, dessen Schaft nach rechts umbiegt. Der h-Bogen ist recht rund und setzt relativ weit unten an. Der a- aber auch der g-Bogen sind an manchen Stellen geschwungen und in der Mitte unterbrochen. Im Gegensatz zu der Inschrift ihres Mannes ist hier das o aber nicht rund, sondern mandelförmig.

Zitationshinweis:

DI 80, Landkreis Passau, Einleitung (Ramona Epp), in: inschriften.net,   urn:nbn:de:0238-di080m014e003.

  1. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) Nr. 2, Abb. 2 und XXXIII»
  2. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) Nr. 4, Abb. 4 und XXXIIIf. »
  3. Bornschlegel in DI 67 (Stadt Passau) XXXIV»
  4. Vgl. hierzu Chrambach, Traditionen 45 und die Nummern im Katalog, Nr. 1 und 2. Chrambach datiert den Codex in die Zeit zwischen 1134 und 1145. Abbildungen der Miniaturen in Kdm Passau Taf. XVII. »
  5. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) Nr. 20, Abb. 10 und XXXV»
  6. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) XLI»
  7. DI 67 (Stadt Passau) Nr. 114, Abb. 63, und 118»
  8. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLII»
  9. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIIIf.: es können dort zwei verschiedene Inschriftengruppen konstatiert werden, eine erste findet sich ab den späten 60er Jahren des 15. Jahrhunderts, eine zweite in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts. »
  10. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) XLI»
  11. Vgl. hierzu Seufert, Preu/Zeller, Anhang 3 367f. (mit Musteralphabet); DI 67 (Stadt Passau) XLII»
  12. Vgl. hierzu auch Ausführungen in der Katalognummer 37. »
  13. Hartkirchen, Gde. Eichendorf, Lkr. Dingolfing-Landau; vgl. DI 67 (Stadt Passau) Nr. 151 »
  14. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIIf. »
  15. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIII und Nr. 172 Abb. 73. »
  16. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIII und Nr. 243 »
  17. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLVf.: in der Stadt Passau erreicht diese Schriftart im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts einen Verwendungsgrad von 76% innerhalb des original erhaltenen Inschriftenmaterials. »
  18. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIIIf. und XLVIIf.; zur Vermutung, die Platte stamme von Gartner vgl. Halm, Plastik 1, 246. »
  19. Das allerletzte Beispiel einer Gotischen Minuskel in der Stadt Passau ist auf 1556 datiert; zuvor treten noch zwei späte Inschriften in den vierziger Jahren auf, vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIVf. »
  20. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIV und Nr. 531 »
  21. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIVf. und Nr. 499 »
  22. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) XLVIff. (mit weiterer Literatur); Epp, Epigraphische Minuskel 173–183. »
  23. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) XLIX; Epp, Epigraphische Minuskel 185. »
  24. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) L (mit weiterer Literatur); Epp, Epigraphische Minuskel 185–187. »
  25. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) LI; Epp, Epigraphische Minuskel 194f. »
  26. Vgl. zur Frühhumanistischen Kapitalis kurz DI 67 (Stadt Passau) XLV (mit weiterer Literatur); Neumüllers-Klauser, Epigraphische Schriften 315–328; Koch, Frühhumanistische Kapitalis 337–345. »
  27. Vgl. hierzu Nummern im Katalog: 49 (Abb. 27), 129, 130, 169, 170, 174, 178 und 179»
  28. Ein weiteres Beispiele eines beschrifteten Türsturzes befinde sich in Obernzell, vgl. Nr. 114; dort gibt es eine ganze Reihe derartiger Hausinschriften. Allerdings beschränkt sich der Großteil auf eine Jahresangabe. »
  29. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) LV»
  30. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) Nr. 562 Abb. 165; auf LV wird der Zusammenhang mit einer größeren Gruppe erläutert, in die wohl auch die Strasskirchner Pleuer-Platte einzugliedern ist. »