Die Inschriften des Landkreises Passau bis 1650 I

2. Historischer Überblick

Der heutige Landkreis Passau besteht aus Teilen vierer ehemaliger Bezirksämter: im Nordosten – nördlich der Donau – liegt der Teil Wegscheid, daran westlich angrenzend das ehemalige Amt Passau, das sich südlich der Stadt entlang des Inns fortsetzt. Der westliche Teil des Landkreises besteht aus einer Hälfte des ehemaligen Bezirksamtes Vilshofen, der andere Teil gehört heute zum Landkreis Deggendorf. Im Süden schließt der Teil Griesbach an, von dem ein Abschnitt im heutigen Kreis Rottal-Inn liegt.

Auf Grund der Materialfülle, die bei der Inschriftenaufnahme im Landkreis zu Tage kam, konzentriert sich ein erster Teilband auf die Gebiete der ehemaligen Bezirksämter Wegscheid und Passau, die nicht nur geographisch an die bereits in dieser Reihe erschienene Bischofsstadt Passau anschließen.

Das bearbeitete Gebiet umgibt zum Großteil die Stadt Passau. Im Süd-Osten der Stadt, östlich des Inns und südlich der Donau, liegt Österreich. Der hier behandelte Raum grenzt im Norden und im Süden an die Stadt und wird durch dieselbe sowie durch die Donau geteilt. Der südliche Bereich wird im Osten vom Inn – bis zur Rott hinunter – begrenzt. Der größere nördliche Teil führt der Donau entlang bis zum Jochenstein und umfasst die südlichen Ausläufer des Bayerischen Waldes. Donau und Inn nahmen die Bedeutung von Hauptverkehrsadern ein, sodass den Orten hier eine sehr zentrale Lage zukam.

In historischer Zeit umfasst der bearbeitete Bereich den südlichen Teil des Hochstifts Passau, einen Großteil des Gebietes der Grafschaft Neuburg am Inn und auch Teile der ehemaligen bayerischen Landgerichte Vilshofen (im Norden) und Griesbach (im Süden)1).

Blickt man auf die Geschichte dieser Gegend, so war schon in der Antike Passau ein wichtiger Zentralort. Passau ist bereits als Keltenort Boiodurum bekannt. Für die Römerzeit sind auf dem Boden der heutigen Stadt gleich zwei römische Siedlungen bzw. Kastelle nachgewiesen, nämlich das auf den keltischen Ort aufbauende Boiodurum und das Namen gebende Batavis2). Am Rande seien an dieser Stelle auf die Fragmente römischer Grabmäler aus der Kaiserzeit an der Außenseite des Chores der Kirche in Eholfing verwiesen, die dort als Baumaterial eine Wiederverwendung fanden3). In der Spätantike bildete sich bei den Ansiedlungen der Römer dann das erste christliche Zentrum, namentlich unter dem Hl. Severin, was die Grundlage für die Bischofsstadt bildete4).

Neben dem Bischof spielten im Hochmittelalter verschiedene Adelsfamilien eine größere Rolle. Diverse Landstriche – neben den Gebieten, die damals schon zum Passauer Domstift bzw. zum Kloster Niedernburg gehörten – waren in deren Besitz bzw. standen unter deren Einfluss5). Für den [Druckseite XIII] Bearbeitungsraum sind besonders die Grafen von Vornbach und Neuburg zu nennen, deren Kerngebiet am Inn südlich von Passau lag6). Auf sie gehen das gleichnamige Kloster Vornbach und die Neuburg, das Zentrum der späteren Grafschaft Neuburg am Inn, zurück. Ihr Erbe traten im 12. Jahrhundert die Grafen von Andechs an, von denen die Herrschaft wiederum Mitte des 13. Jahrhunderts an die bayerischen Herzöge ging (zu Neuburg und Vornbach vgl. unten).

Etwas westlicher – noch im Landkreis Passau, jedoch nicht im bearbeiteten Abschnitt – liegt die Hauptburg der Grafen von Ortenburg, der Mittelpunkt der späteren reichsunmittelbaren Grafschaft. Trotz eines gewissen Machtverlustes in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, spielten die Ortenburger noch bis in die Neuzeit eine nicht zu unterschätzende Rolle, allen voran der Graf Joachim von Ortenburg, der 1563 in seiner Herrschaft das Luthertum einführte7).

Im Norden bzw. im Westen erstreckte sich auch das Einflussgebiet der eigentlich in der Oberpfalz ansässigen Grafen von Sulzbach, die besonders als Lehensträger bzw. Vögte des Hochstifts Bamberg, das u.a. auch Besitzungen an Donau und Vils hatte, mit dieser Gegend in Verbindung kamen8).

Für das Gebiet waren darüber hinaus die Herren von Griesbach von Bedeutung. Sie saßen – abgesehen von anderen Besitzungen – in erster Linie in der Gegend um Untergriesbach und Obernzell, aber auch um das heutige Bad Griesbach, und waren mutmaßlich Gefolgsleute der Grafen von Vornbach9).

Daneben traten die Herren von Kamm-Hals bzw. (ab 1280) Grafen von Hals auf, die wohl vor ihrer Erhebung in den Grafenstand Vasallen des Passauer Bischofs gewesen sein dürften, sich jedoch auch unter den Vasallen der Grafen von Vornbach finden. Die Grafschaft Hals ging 1517 an Bayern über und wurde bayerisches Landgericht. Der Bereich um die Burg Hals gehört heute zur Stadt Passau10).

Unabhängig vom späteren Hochstift, jedoch „abhängig“ von den Vornbachern waren die Herren von Eholfing, die zu den Ministerialen der Vornbacher zu zählen sind11).

Von diesen – v.a. für das Hochmittelalter relevanten – Adelsgeschlechtern sind im Bearbeitungsraum epigraphisch nur die Vornbacher fassbar, da sie als Klostergründer in Vornbach verehrt wurden (vgl. Nr. 2 (Abb. 2) und 6 (Abb. 4)).

Sie traten in Vornbach nicht nur als Stifter und Klostergründer hervor, sondern hatten auch die Vogtei inne. Das Amt der Vogtei war ein unerlässliches Mittel der Machtkonsolidierung, durch das Adelsfamilien in der Zeit ihren Einflussbereich erweiterten, wie das offenbar auch bei den Sulzbachern (vgl. oben) der Fall war. Nach dem Aussterben dieser Familien ist zu beobachten, dass sich auch hier – wie im restlichen Ober- und Niederbayern – nach und nach die Wittelsbacher Herzöge u.a. durch die Übernahme der Vogteien ihren Machtbereich vergrößerten. Dieses Ausgreifen der Bayernherzöge darf als Grundlage für die späteren bayerischen Gebiete, besonders die Landgerichte, gelten, von denen ja zwei – Griesbach und Vilshofen – auch das im vorliegenden Band bearbeitete Gebiet in Teilen betreffen12).

Währenddessen versuchten nördlich der Stadt die Passauer Bischöfe ebenfalls, ihre Herrschaft zu konsolidieren13).

Hochstiftische Gebiete

Der nördlich der Donau gelegene Teil des Landkreises deckt sich in großen Teilen mit dem Gebiet des ehemaligen Hochstiftes Passau14), das allerdings noch weiter in den Bayerischen Wald hineinreichte. Östlich der Ilz lag das sogenannte Land der Abtei, das Teil des Hochstiftes war und sich bis zum Böhmerwald hinauf erstreckte.

[Druckseite XIV]

Ausgangspunkt für das hochstiftische Gebiet waren u.a. Besitzungen des ursprünglich königlichen Klosters Niedernburg in Passau, das 1161 als bischöfliches Eigenkloster ans Domstift kam, während die Passauer Bischofskirche im Hochmittelalter auch Besitzungen anderen Orts hatte15). Eine besondere Rolle soll die Schenkung eines relativ umfangreichen Teils des sog. Nordwaldes ans Kloster im Jahr 1010 gespielt haben, die jedoch in der Forschung umstritten ist. Diese Gebietsübertragung stellte die Ausgangsposition für das später sog. „Land der Abtei“ dar, eines offenbar ursprünglich geschlossenen Herrschaftsbereichs des Klosters Niedernburg16). Eine weitere Grundlage für das spätere Hochstift bildete die „Grafschaft im Ilzgau“, die v.a. im 13. Jahrhundert nachweisbar ist17). Bereits in dieser Zeit beginnen sich Ämter bzw. Gerichte auszubilden. Im Laufe des 14. Jahrhunderts geht die Gerichtsbarkeit (im „Land der Abtei“) vom Pfleger an den Landrichter über. Im 15. und 16. Jahrhundert gehen nach und nach einzelne Herrschaftskomplexe ans Landgericht über, sodass sich die Gerichte mehr und mehr ausdehnen und etablieren. Das Gebiet des Hochstifts ist in der Zeit aber noch durchdrungen von Gerichten, die entweder als Lehen an den hochstiftischen Adel ausgegeben oder verpfändet oder verkauft waren18).

Eine wichtige Rolle in dieser Zeit im Erfassungsgebiet spielte die Familie der Watzmansdorfer19), die ihren Hauptsitz in Thyrnau-Watzmansdorf hatten. Ihre Ansiedlung war wohl schon früh von größerer Bedeutung für die Kolonisation dieses Raumes20). Wirklich personell greifbar werden sie jedoch erst ab dem ausgehenden 14. und dann im 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit haben sich auch einige Grabmäler in Kellberg und Hutthurm erhalten (vgl. unten). Sie starben 1527 im Mannesstamm mit Christoph (II.) aus (Nr. 74, Abb. 37). Einen weiteren Mittelpunkt der Watzmansdorfer Grundherrschaft bildete Leoprechting, das später 1593, nachdem die Besitzungen an den Passauer Bischof übergegangen waren, Sitz des gleichnamigen hochstiftischen Pfleggerichts wurde21).

1593 wurde das Landgericht der Abtei unter Bischof Urban von Trenbach neu organisiert22). Dadurch wurde dem Gebiet die für die Neuzeit maßgebliche Struktur verliehen:

Das Hochstiftische Gebiet war in verschiedene Gerichte untergliedert. Die für den hier bearbeiteten Teil des Landkreises Passau relevanten Land- bzw. Pfleggerichte waren Oberhaus, Leoprechting, Obernzell, Wegscheid und – für den Inschriftenbestand weniger interessant – Jandelsbrunn23).

Zum Landgericht Obernzell gehörten u.a. Tiefenbach, Kellberg, Straßkirchen, Thyrnau und Hauzenberg24). Im Pfleggericht Leoprechting lagen Hutthurm und Büchlberg25). Das Pfleggericht Obernzell umfasste naturgemäß Obernzell selbst, daneben auch Untergriesbach und Gottsdorf26). Im Landgericht Wegscheid finden sich schließlich neben anderen Orten Wegscheid und Kasberg27).

Die beiden zentralen Märkte des hier behandelten Teils des ehemaligen Hochstiftes sind Obernzell und Untergriesbach, die wohl seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Marktfreiheit besaßen. Daneben waren auch Hauzenberg und Wegscheid Märkte. Dazu gesellen sich etwas später die nicht privilegierten Märkte Tiefenbach und Hutthurm, die ebenfalls im nördlichen Abschnitt des Bearbeitungsgebietes liegen. Für die Entwicklung dieser Märkte spielte neben „administrativen“ Gründen auch der Handel eine Rolle. Man denke neben der bereits erwähnten, bedeutenden Wasserstraße, der Donau (besonders im Falle Obernzell), auch an die diversen Handelswege, die über den Bayerwald nach Böhmen und Prag führten, der sog. Goldene Steig28).

[Druckseite XV]

Die Märkte im Hochstift waren bis zur Landgerichtsorganisation von 1593 jurisdiktionell vom Pfleggericht unabhängig, wurden anschließend aber selbigem unterstellt.

Im vorliegenden Inschriftenbestand spiegelt sich diese rechtliche Administration in Grabinschriften für Marktrichter wieder. Solche gab es auch in den Märkten Obernzell und Untergriesbach, wobei diese dem Pfleger in Obernzell unterstanden29). Es finden sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Epitaphien für den Marktrichter von Obernzell, Georg Mairhofer (gest. 1604, Nr. 146) und den Marktrichter von Untergriesbach(?), Hans Egkher (gest. 1605, Nr. 147). In Untergriesbach hat sich darüber hinaus ein Pranger erhalten, der auf das Jahr 1590 datiert ist (Nr. 127). Etwas früher erscheint ein Egidius Martl in einer Hausinschrift in Wegscheid aus dem Jahre 1578, der mutmaßlich dort Richter war, als solcher jedoch nicht in der Inschrift bezeichnet wird (Nr. 113). Noch aus dem 15. Jahrhundert stammt die Grabplatte für Achaz Lochner (gest. 1484) und seine Ehefrau, die in Obernzell begraben liegen. Lochner ist aus anderen Quellen als Pfleger nachweisbar (Nr. 46).

In Obernzell scheint sich auch schon früh eine gehobene Bürgerschicht etabliert zu haben, wie die Grabplatte des ciuis in cella, Johann Strobel, und seiner Familie aus dem Jahre 1384 zeigt (Nr. 9). Strobel ist anderweitig als bischöflicher Amtmann belegt und hatte dadurch wohl eine gewisse gesellschaftliche Position erlangt.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Hochstiftes für den Passauer Bischof lag in erster Linie in der verschiedentlichen Nutzung des erheblichen Anteils Waldes, aus dem das Gebiet des Hochstifts bestand. Hierzu zählte beispielsweise neben der Holznutzung auch die Jagd30). So finden sich unter den bischöflichen „Beamten“ u.a. auch Jägermeister bzw. Oberstjägermeister. Hiervon zeugen innerhalb des bearbeiteten Bestandes zwei Grabinschriften: der Oberstjägermeister Haimeran von Nußdorf (gest. 1512, Nr. 81†) wurde in Neukirchen vorm Wald bestattet. Christoph Tengler nennt sich in der Grabinschrift seiner Frau Margaretha, die 1562 verstarb und in Kellberg begraben ist (Nr. 103, Abb. 41), ausdrücklich „fürstlicher Jägermeister“. Darüber hinaus ist ein Johann Christoph von und zu Schönburg, der Oberstjägermeister war, möglicherweise über einen Wappenstein belegt (Nr. 140).

Wald als Wirtschaftsgrundlage dürfte auch für die Grafschaft Neuburg am Inn eine wichtige Rolle gespielt haben, die den umfangreichen Neuburger Wald umfasste.

Grafschaft Neuburg am Inn

Die Grafschaft Neuburg31) findet ihren Ursprung im Geschlecht der Grafen von Neuburg und Vornbach, die aber schon 1158 ausgestorben sind. Sie lag in deren Kerngebiet um die Neuburg am Inn32). Ihre Erben waren die Grafen von Andechs und in Teilen auch die Grafen von Ortenburg. Jedoch gingen diese Besitzungen noch im 13. Jahrhundert an die bayerischen Herzöge über. Den Ortenburgern verblieb hiervon nur das Territorium um die Ortenburg33).

Es formierte sich offenbar noch im 13. Jahrhundert aus den Gebieten westlich des Inns die Grafschaft Neuburg, während sich östlich des Inns die Grafschaft Schärding erstreckte. Die Grafschaft Schärding ging später in den Landgerichten Schärding und Ried auf, während zumindest Teile der ursprünglichen Grafschaft Neuburg in das Landgericht Griesbach übergingen34). Die spätmittelalterliche bzw. neuzeitliche Grafschaft Neuburg, die ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts unter österreichischer Landeshoheit stand, baute auf der „Burgherrschaft“ Neuburg auf35). Diese Grafschaft erstreckte sich im Osten entlang des Inns südlich des sog. Waldgütleramtes, das zum Hochstift Passau gehörte, bis nördlich von Vornbach, das bereits im Landgericht Griesbach lag. Im Norden wurde es weitgehend von der Donau begrenzt, wobei es auch Gebiete umfasste, die heute zur Stadt Passau gehören (z.B. Neustift, Königschalding, Reuth etc.). Im Süden und Westen umfasste das Territorium in erster Linie den Neuburger Wald mit Neukirchen am Inn und den nordwestlich sich fortsetzenden Waldbestand36). [Druckseite XVI] Nicht zu übersehen ist auch hier, ähnlich wie bei den Orten entlang der Donau, die verkehrsstrategische Lage an einer „Hauptverkehrsader“, dem Inn37).

Die Grafschaft war – ähnlich wie das Hochstift – in Ämter unterteilt38). Die Burg selbst bildete zusammen mit ihrem Umland das Hofamt. Für die Inschriftenbestandsaufnahme ist von den restlichen vier Ämtern nur das Steinharreramt nennenswert, in dem Neukirchen am Inn lag.

Etwas westlich von Neukirchen grenzte bereits das bayerische Landgericht Griesbach an die Grafschaft.

Die Gebiete der bayerischen Landgerichte Vilshofen und Griesbach

Wie oben bereits angedeutet, gelang es den bayerischen Herzögen, ab dem 13. Jahrhundert ihren Herrschaftsraum auszudehnen. Auch hier erfolgte die Konsolidierung der Macht nach und nach über die Ausweitung der Grundherrschaft. Damit einher ging die administrative und v.a. jurisdiktionelle Untergliederung des Herrschaftsbereiches39).

Landgericht Griesbach

Das Griesbacher Gericht ist seit dem 14. Jahrhundert quellenmäßig nachweisbar40).

Es umfasste das Gebiet südlich der Grafschaft Neuburg am Inn. Im Osten wurde es von Vornbach bis Würding vom Inn begrenzt, im Nordwesten von der Grafschaft Ortenburg und im Westen vom Landgericht Vilshofen. Gleichzeitig ist das Gebiet von verschiedenen Herrschaften und Hofmarken durchbrochen41).

Für den in dieser Edition untersuchten Raum sind zwei geistliche Hofmarken, das Kloster Fürstenzell und das Kloster Vornbach, und die beiden adligen Herrschaften Sulzbach am Inn und Engertsham relevant.

Die jeweiligen Besitzer der Hofmarken übten die niedere Gerichtsbarkeit aus. Davon zeugen beispielsweise auch zwei Inschriften von Klosterrichtern aus Vornbach (vgl. Nr. 15 (Abb. 11) und 99†; siehe unten).

Landgericht Vilshofen

Das Landgericht Vilshofen bestand seit der Mitte des 13. Jahrhunderts42).

Das ehemalige Landgericht Vilshofen erstreckte sich um die Stadt selbst herum, dann v.a. südlich der Donau, aber auch nördlich derselben, wo es an das ehemalige Hochstift Passau grenzte43). Letzterer Bereich betrifft den hier epigraphisch bearbeiteten Raum. Es ist dies besonders das Gebiet um die ehemaligen Hofmarken Fürstenstein, Englburg, Tittling, Witzmannsberg, und weiter südlich Neukirchen vorm Wald, Aicha vorm Wald und das ans Hochstift Passau grenzende Haselbach44). Genau diese Orte bildeten auch die Zentren für die epigraphische Überlieferung in diesem Teilgebiet. Auch wenn sich in den noch vorhandenen Burgen bzw. Schlössern kaum etwas erhalten hat, so spiegeln sich diese Herrschaften vor allem in den hier auftretenden Adelsfamilien wieder, deren Angehörige auch in dieser Gegend bestattet wurden.

2.1 Beschreibung und Geschichte der wichtigsten Standorte

Die meisten Inschriften innerhalb des Bearbeitungsgebietes konzentrieren sich im Kloster Vornbach (ca. 15%). Das zweitgrößte Zentrum der Inschriftenüberlieferung bildet der Markt Obernzell (ca. 14%), wo sich allerdings auch die umfangreichsten Nummern im ehemaligen fürstbischöflichen Schloss befinden. Es folgen die Pfarrorte Neukirchen vorm Wald (9%), Kellberg (9%), Hutthurm (7%) und Aicha vorm Wald (6%). Erst dann ist das zweite Kloster des bearbeiteten Raumes, Fürstenzell, zu nennen (5%). Kleinere Bestände finden sich in diversen Kirchen und Märkten, besonders Neukirchen am Inn, Hauzenberg, Untergriesbach, Thyrnau, Eholfing. Der Rest verteilt sich über verschiedene Orte. Hierzu zählen beispielsweise auch Bildstöcke in kleineren Gemeinden, v.a. im Gebiet des ehemaligen Hochstifts.

Auffallend ist, dass der ehemalige Hauptort des gleichnamigen Bezirksamtes, Wegscheid, nur eine Nummer hervorgebracht hat. Er wird daher hier nicht extra unter den „wichtigen“ Standorten aufgeführt. Ebenso mag verwundern, dass sich auch im Zentrum der ehemaligen Grafschaft Neuburg am Inn, im Schloss, nur ein relativ kleiner Bestand ausfindig machen lässt. Es handelt sich um lediglich fünf Nummern, meist nur Baudaten.

2.1.1 Aicha vorm Wald

Aicha vorm Wald45) lag im nördlichen Abschnitt des ehemaligen Landgerichtes Vilshofen. Dort bestand eine geschlossene Hofmark Aicha vorm Wald, von der das noch heute existente Schloss zeugt. Angehörige der hier sitzenden Adelsfamilien wurden in der örtlichen Pfarrkirche bestattet.

Aicha vorm Wald war in dem Landgerichtssprengel die älteste Pfarrei. Sie ist 1120 erstmals bezeugt. Neben dem Hauptpatrozinium St. Peter und Paul trat im Spätmittelalter auch ein Marienpatrozinium auf, das offenbar neben dem Hauptpatrozinium existiert46).

2.1.1.1 Kath. Pfarrkirche St. Petrus und Paulus

Obwohl die Pfarrei schon im 12. Jahrhundert bestand, ist das heutige Gebäude ein Neubau aus dem 18. Jahrhundert. Es wurden aber ältere Langhausmauern und das Turmunterteil miteinbezogen. Baubeginn war 1726, geweiht wurde der spätbarocke Bau 173547).

Die Grabmäler, die noch aus der Vorgängerkirche stammen, wurden nicht in den spätbarocken Kirchenbau integriert, sondern befinden sich heute gesammelt an der Nordwand in der Seelenkapelle unter dem Turm.

Inschriftenbestand

Das älteste der Adels-Grabmäler ist gleichzeitig wohl das intAnderer Zeilenabstanderessanteste: es handelt sich um die Wappengrabplatte des Jörg Püchler zu Aichach, gest. 1510, und seiner Ehefrau Margret, geb. Sigershofer, die in zweiter Ehe mit Balthasar Wernstorffer verheiratet war, wovon die Inschrift kündet (Nr. 77, Abb. 23). Diese Grabplatte scheint in zweifacher Hinsicht interessant: zum einen belegt sie Jörg Püchler mit dem Wappen der Püchler von Arget und nicht mit dem der in der Gegend eigentlich ansässigen Püchler von Weitteneck. Zum anderen scheint die Grabplatte eine Art „missing link“ zu bilden, über den die etwas undurchsichtigen Besitzübergänge Aichas um 1500 geklärt werden könnten48).

Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist die Familie Stör in Aicha ansässig (bis 1643)49). Sie bauten das heute noch erhaltene Schloss um 1580 größtenteils um50).

Daneben zeugen von dieser Familie auch drei Grabtafeln, die sich in der Seelenkapelle der Pfarrkirche befinden: für den 1614 verstorbenen Hans Otto Stör zu Lindberg auf Aicha (Nr. 151), für einen Hans N. Stör, dessen zweiter Vorname in der Inschrift nicht mehr lesbar ist (Nr. 155), und für eine unverheiratete Tochter Maria (Nr. 180).

[Druckseite XVIII]

In Aicha finden sich daneben auch relativ viele Grabinschriften für Geistliche. Aicha vorm Wald war lange Zeit die einzige Pfarrei in der Gegend (vgl. oben). Trotzdem – oder gerade deshalb – scheinen unter den Grabzeugnissen der Geistlichen die „niederen“ Ämter – zumindest in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts – zu überwiegen. Sie bezeugen teils auch Geistliche, die bei Krick51) nicht aufgeführt sind. Es sind dies die Grabinschriften für den Plebanus Leonhard Wattenpach (gest. 1467, Nr. 35), für einen 1500 verstorbenen vicarius, dessen Namen nicht mehr erhalten ist (Nr. 70, Abb. 34), für einen vier Jahre später gestorbenen Capellanus Caspar (Nr. 73), für einen Vikar Vitus Robl (Nr. 94, Abb. 35, gest. 1540) und für zwei weitere Geistliche, deren Inschriften jedoch derart zerstört sind, dass sie weder zeitlich genauer eingeordnet noch die bedachten Kleriker namentlich identifiziert werden können (Nr. 181 und 183).

2.1.2 Eholfing, Gde. Ruhstorf a.d. Rott

Der Ort Eholfing52) lag im Landgericht Griesbach. Seine Kirche gehörte jedoch zum Kloster Vornbach. Ein Gotteshaus ist bereits Mitte des 11. Jahrhunderts nachweisbar. Es wurde um 1096 – also noch im Zuge der Gründung des Klosters – Teil des Besitzes von Vornbach53).

2.1.2.1 Kath. Filialkirche St. Vitus

Die Kirche besteht aus einem spätgotischen Bau. Der Chor stammt aus der Zeit um 1441, das Schiff vom Ende des 15. Jahrhunderts. Am Chor außen sind Bruchstücke römischer Grabsteine eingebaut54).

Epigraphische Ausstattung

Der vorhandene Inschriftenbestand betrifft die Ausgestaltung des Kirchenraumes. Diese stammt aus der Zeit des gotischen Baues und erfolgte im Auftrag des Vornbacher Klosters, wie dessen gemalter Wappenschild an der Chorbogenlaibung verrät (Nr. 26, Abb. 17). Neben dem Chorbogen ist das gesamte Gewölbe des Chores ausgemalt. Die Malereien wurden erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts freigelegt. Sie umfassen u.a. Medaillons mit den vier Evangelisten nebst Beischriften (Nr. 26, Abb. 17). Abgerundet wird diese Ausgestaltung durch das Bildfenster im Chorscheitel, das den Kirchenpatron und den stiftenden Abt Dietrich (1438-1461) zeigt (Nr. 25, Abb. 18). Es ist auf das Jahr 1448 datiert. Das ursprünglich wohl reicher ausgestattete Kirchlein besaß zwei Nebenaltäre aus der Zeit um 1480, von denen einer nun als zentraler Altar der Kirche dient (Nr. 42, Abb. 19), der andere im Chor von St. Martin in Vornbach aufgestellt ist (Nr. 43, Abb. 20).

2.1.3 Fürstenzell

Der Ort Fürstenzell55) lag im ehemaligen Landgericht Griesbach.

In Fürstenzell bestand ehemals ein Zisterzienserkloster. Die Gründung erfolgte 1274. Als Klostergründer gilt der Passauer Domkanoniker Hertwik, wovon auch sein Grabmal ebenda zeugt, das als Gedenkinschrift jedoch erst rund eineinhalb Jahrhunderte nach seinem Tod, 1285, angefertigt wurde (Nr. 21, Abb. 6).

Hertwik stellte für seine Gründung eine ganze Reihe an Besitzungen zur Verfügung, darunter einen seiner hierfür erworbenen Höfe „Zell“. Für die Besetzung des Klosters gewann er die Zisterzienser aus Aldersbach. Hertwik holte auch eine Bestätigung von Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern ein. Auf Grund von dessen Mitengagement erhielt die neue Ansiedlung rund um den Hof Zell den Namen „Fürstenzell“.

Schenkungen von verschiedener Seite, besonders von Adligen und kirchlichen Einrichtungen wie dem Passauer Domkapitel, rundeten den Klosterbesitz ab.

[Druckseite XIX]

Als zweiter Klostergründer wird ein anderer Passauer Domkanoniker, Heinrich von Preming (gest. 1301), geführt, der sich nach dem Tode Hertwiks offenbar um das noch junge Kloster gekümmert hat (Nr. 5†). Er machte sich in erster Linie um den Bau der Klosterkirche verdient. Neben materiellen Gütern wurden auch Geldsummen dem Kloster übertragen. So offenbar auch von vermögenden Passauer Bürgerfamilien, wie aus dem Fürstenzeller Nekrolog hervorgeht56). Hiervon zeugt auch eine sehr aufwändig gestaltete Grabplatte, nämlich die der Kunigunde „de Seckau“, der Ehefrau Ottos von Holzheim, die 1296 verstarb und wohl zusammen mit ihrem Mann eine gewisse Geldsumme dem Kloster gestiftet hatte (Nr. 3, Abb. 3).

Fürstenzell wurde 1803 säkularisiert. Seit 1930 gehörte das Kloster den Maristen, die es jüngst, 2007, verkauft haben57).

2.1.3.1 Kath. Pfarrkirche, ehem. Zisterzienser-Abteikirche Mariä Himmelfahrt

Von der gotischen Klosterkirche ist nichts mehr erhalten. Es ist jedoch bekannt, dass die ursprüngliche Kirche 1334 geweiht wurde.

Der heutige Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Nach ersten Anfängen ab den späten 30er Jahren übernahm 1740 Johann Michael Fischer die Bauarbeiten. Die neue Rokoko-Kirche konnte 1748 geweiht werden. Die ehemalige Abteikirche ist seit 1806 Pfarrkirche, nachdem das Kloster säkularisiert und die frühere Pfarrkirche abgerissen wurde58).

Inschriftenbestand

Die für die vorliegende Inschriftenedition relevanten Grabmäler stammen allesamt aus dem Vorgängerbau bzw. aus dem Kloster. Erhalten haben sich vier Grabmäler, von denen drei heute an einer Wand im Treppenhaus vor der Sakristei angebracht, von der Kirche aus aber zugänglich sind: das des Klostergründers Hertwik (Nr. 21, Abb. 6, vgl. oben), das der Stifterin Kunigunde von Holzheim (Nr. 3, Abb. 3, vgl. oben) und das des Abtes Johann Schleterer (gest. 1496, Nr. 60, Abb. 32). Letzteres Stück markiert quasi auch einen wichtigen Punkt in der Klostergeschichte: Johann Schleterer erlangte für die Abtei die Pontifikalien, worauf sowohl im Text als auch im Bild – Schleterer ist mit den wichtigen Insignien dargestellt – ausdrücklich eingegangen wird. Eine zweite Abtsgrabplatte befindet sich in der Klosterkirche. Sie ist nur noch fragmentarisch erhalten. Sie wurde von dem Passauer Bildhauer Jörg Gartner mutmaßlich für den 1512 verstorbenen Pankraz Reischl gefertigt (Nr. 82). Von weiteren Äbten des Klosters aus dem Erfassungszeitraum zeugen lediglich kopial überlieferte Inschriften, nämlich die in elegischen Distichen verfassten Grabschriften für Abt Gregor Nadler (gest. 1521, Nr. 89†), Abt Johann Vitztum (gest. 1549, Nr. 98†) und Abt Lorenz Perger (gest. 1554, Nr. 100†).

2.1.4 Hauzenberg

Die heutige Stadt Hauzenberg59) (seit 1978) war früher ein Markt auf dem Boden des Passauer Hochstiftes. Er gehörte zum Landgericht Oberhaus und hatte als Markt auch Richter, die jedoch epigraphisch nicht fassbar wurden. Der Ort ist seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts nachgewiesen.

Die Kirche war zunächst Filiale von Kellberg, wurde dann aber erst im Laufe des 15. Jahrhunderts eigenständige Pfarrei, so erstmals bezeichnet um 146060).

2.1.4.1 Kath. Pfarrkirche St. Vitus

Der heutige Bau der Pfarrkirche stammt aus dem Jahre 1972. Nach einem Brand Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das heute durch den Neubau ersetzte Langhaus im neugotischen Stil wiederaufgebaut. Von der ursprünglichen Kirche hat sich lediglich der spätgotische Chor erhalten, der heute als Kapelle an den modernen Kirchenbau anschließt61). Für die Inschriftenüberlieferung ist nur diese Kapelle relevant.

Inschriftenbestand

Für die Baugeschichte der spätgotischen Kirche sind die Inschriften an den Kapitellen der Wandpfeiler im Chor von großer Bedeutung (Nr. 31, Abb. 24, 25). Sie wurden erst 2006 bei Renovierungsarbeiten freigelegt. Sie beleuchten den Bauhergang der ursprünglichen Kirche näher, der bislang nur aus der Stilanalyse erschlossen werden konnte. Bei der dabei zu Tage getretenen Jahreszahl ist leider die Einerstelle nicht mehr deutlich erkennbar. Der Chor lässt sich aber so zumindest in die 50er Jahre des 15. Jahrhunderts datieren. Daneben werden ein „Baumeister“, Hans Altaher, und ein Vikar, Matheus, genannt.

Mittelpunkt des Kirchenraumes hingegen ist der spätgotische Flügelaltar aus der Zeit um 1490, der sog. Freudenseer Altar. Er verdankt seinen Namen einem Schloss (heute Ruine) nahe Hauzenberg, für das er angeblich geschaffen worden sein soll, was jedoch nicht belegt ist (Nr. 52, Abb. 29).

Von ursprünglich mehreren Grabinschriften hat sich nur ein Bruchteil im Original erhalten. Noch zu Zeiten Röttgers waren zwei Grabinschriften für Geistliche, nämlich für Ulrich Gruber (gest. 1430, Nr. 14†) und für einen unbekannten Pleban (Nr. 69†), aus der Erfassungszeit vorhanden62). Sie sind heute nur noch kopial überliefert. Im Original erhalten hat sich lediglich das Relief des ehemals noch vollständigen Epitaphs für Michael Zaglauer (gest. 1621) und seine Familie (Nr. 154(†)).

2.1.5 Hutthurm

Der Markt Hutthurm63) befand sich im Hochstift Passau. Er bildete ein Urbaramt und wurde später Amt im Pfleggericht Leoprechting. Der Ort wird 1069 erstmals erwähnt. Die Marktfreiheit erhielt er 1525, wurde aber erst ab 1639 als Markt bezeichnet.

Die Pfarrei hingegen ist schon seit 1076 nachweisbar.

2.1.5.1 Kath. Pfarrkirche St. Martin

Von der gotischen Anlage zeugt noch der Turm, der das Baudatum 1483 trägt (Nr. 45) und in dem sich noch zwei Glocken aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts erhalten haben (Nr. 78 und 88). Nachdem jedoch die mittelalterliche Kirche bei einem Brand 1721 zerstört wurde, erfolgte ein Neubau in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts64).

Inschriftenbestand

Neben dem eben erwähnten Baudatum und Glocken hat sich noch ein weiteres beschriftetes Ausstattungsstück aus der Vorgängerkirche erhalten, nämlich das Weihwasserbecken aus dem Jahre 1633 (Nr. 163, Abb. 68).

Die erhaltenen Grabmäler weisen die Kirche als Nebenbegräbnisort der Watzmansdorfer aus, die zu der Zeit auf Thyrnau und dem benachbarten Leoprechting saßen. Weitere Familienmitglieder wurden in dem Thyrnau näher gelegenen Kellberg bestattet. Zwei figurale Grabplatten aus der Werkstatt des Passauer Bildhauers Jörg Gartner befinden sich im Chor der Kirche. Eine davon ist das Grabmal für Christoph II. von Watzmansdorf und dessen Frau Hedwig, geb. von Tannberg (Nr. 74, Abb. 37). Die Platte wurde zum Tode seiner Frau 1505 angefertigt. Das andere Epitaph ist der Schwägerin Christophs, Barbara von Watzmansdorf, geb. von Waldeck, gewidmet (Nr. 87, Abb. 38). Die [Druckseite XXI] figurale Grabplatte ihres Mannes, auf der bereits eine Inschrift für sie reserviert war, befindet sich in Kellberg (Nr. 75).

Ein weiteres Grabmal zeugt davon, dass offenbar auch noch in späterer Zeit die Kirche als Grablege für die nahen Adelsfamilien diente: es ist dies die kleine Wappengrabplatte der Maria Elisabeth Schätzl, einer wohl als Kind 1613 verstorbenen Tochter des Urban Schätzl (Nr. 150). Urban nennt sich nach den Herrschaften Hörmannsberg, Watzmansdorf und Thyrnau65). Auch die Schätzl nutzten offenbar neben Hutthurm Kellberg und besonders den Dom zu Passau als Grabstätte: in Kellberg sind zwei Enkel Urbans begraben (vgl. unten).

2.1.6 Kellberg, Gde. Thyrnau

Der Ort Kellberg66) war zunächst, seit dem 14. Jahrhundert, ein niedernburgisches Urbarsamt, seit der Organisation von 1593 hingegen Sitz eines Amtes im hochstiftischen Landgericht der Abtei (Landgericht Oberhaus).

Die Pfarrei ist bereits 1076 genannt.

2.1.6.1 Kath. Pfarrkirche St. Blasius und Kapelle St. Leonhard

Von einem Kirchenbau aus dem Hochmittelalter ist nichts erhalten. Der Turm stammt aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Bauteile, die den Turm als Wehranlage ausweisen, sind noch vorhanden. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte der gotische Neubau, von dem noch die Jahreszahl 1488 im südlichen Seitenschiff zeugt (Nr. 50). Die heutige Kirche präsentiert so eine spätgotische Anlage mit dreischiffiger Staffelhalle67).

Auf dem Friedhof, nahe der Kirche, befindet sich die Leonhardikapelle. Sie ist ebenfalls ein spätgotischer Bau, in dem sich heute auch einige spätgotische Grabplatten befinden (s.u.)68).

Inschriftenbestand

Eine Platte, die sicherlich noch aus dem Vorgängerbau stammt, trägt die sehr stark abgetretene Grabinschrift für einen unbekannten Geistlichen (Nr. 11, Abb. 7). Die Schrift, Gotische Majuskel, weist das Stück noch ins 14. Jahrhundert.

Wie unter Hutthurm bereits erwähnt, befand sich in Kellberg die Hauptbegräbnisstätte der Watzmansdorfer. Von ihnen haben sich hier vier Grabmäler erhalten, drei Wappengrabplatten für Degenhart I. (Nr. 29, Abb. 21), Christoph I. (Nr. 55) und Georg II. (Nr. 56, Abb. 22), von denen sich heute die zwei letzteren in der Leonhardikapelle befinden, und eine figurale Grabplatte für Degenhard II. aus der Werkstatt des Passauer Bildhauers Jörg Gartner im Chor der Kirche (Nr. 75).

Darüber hinaus soll im 19. Jahrhundert noch ein stark fragmentarisches Stück für eine Anna von Watzmansdorf vorhanden gewesen sein (Nr. 8†), dessen Identifizierung jedoch auf Grund der wagen Beschreibung nicht ganz gesichert erscheint.

Ein Ausstattungsstück geht ebenso auf diese Familie zurück: in der Leonhardikapelle hat sich ein Ölbergrelief mit Umschrift erhalten (Nr. 34, Abb. 28). Das noch erkennbare Wappen deutet auf die Watzmansdorfer. Es ist auf 1466 datiert.

Eine weitere Wappengrabplatte, die ebenfalls von Gartner stammt, ist die des Wolfgang Pschächl (gest. 1511) und seiner Frau (Nr. 79). Er erwarb von den Watzmansdorfern einen Teil der Herrschaft Thyrnau, wonach er sich auch in der Inschrift neben dem Sitz Watzmansdorf benennt. Ähnlich wie die Watzmansdorfer fand auch er sein Begräbnis in Kellberg.

Aus dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts hat sich nur eine Grabinschrift aus dem Adel hier erhalten, nämlich die Grabtafel der Margaretha von Stainach, der zweiten Frau des bischöflichen Rates Christoph Tengler (Nr. 103, Abb. 41). Sie ist 1562 verstorben.

[Druckseite XXII]

Erst nach der Jahrhundertwende erscheint wieder eine Adelsfamilie, die zu der Zeit in der Gegend begütert war, in den Inschriften. Von den Schätzl, die auf Hörmannsberg, Watzmansdorf und Thyrnau saßen, zeugen drei Inschriften in Kellberg. Eine Gedenkinschrift für die Geschwister Julius Benedikt und Kunigunde, die beide andernorts begraben sind, stammt aus dem zweiten Viertel des 17. Jahrhundert (datiert 1598, Nr. 159, Abb. 64). Daneben findet sich eine Wappengrabplatte für die zwei wohl im Kindesalter verstorbenen Hans Karl und Hans Hektor (Nr. 166) und ein Totenschild für Urban Schätzl (Nr. 167). Sein Grab fand er hingegen in der von ihm gestifteten Michaelskapelle oder „Schätzlkapelle“ am Domkreuzgang in Passau. Dort war fortan auch die Hauptgrablege der Familie, nachdem schon einzelne Mitglieder früher im Bereich des Domkreuzganges beigesetzt wurden69).

Neben diesen epigraphischen Zeugnissen adliger Personen finden sich auch drei Grabinschriften von Pfarrern: die bereits erwähnte Platte für einen unbekannten Geistlichen, die Grabplatte für Johann Mauersteiner (gest. 1514, Nr. 83) und das Epitaph für Johann Vogl (gest. 1625, Nr. 158).

2.1.7 Neuburg am Inn

Die Neuburg am Inn70) war im Hochmittelalter einer der Hauptsitze der Grafen von Vornbach und später Zentrum der gleichnamigen Grafschaft (vgl. oben).

Die Grafen von Neuburg-Vornbach starben 1158 mit Eckbert III. aus. Das Erbe traten die Grafen von Andechs an, namentlich Berthold III., ein Neffe Eckberts III.71). Die Burg verblieb bei den Andechsern bis zum Tode des letzten männlichen Nachkommens Otto II. im Jahre 1248. In der Folgezeit entspann sich immer wieder Streit um den Besitz der Burg zwischen den beiden Nachbarn Bayern und Österreich72). Dementsprechend häufig wechselte die Burg den Besitzer. 1310, mit dem Passauer Friedensschluss, ging die Burg schließlich an Österreich. Der häufige Besitzerwechsel setzte sich weiterhin fort, da die Habsburger die Herrschaft Neuburg wegen Geldmangel wiederholt verpfändeten.

1528 schließlich wurde die Reichsgrafschaft Neuburg dem Grafen Niklas II. von Salm als kaiserliches Lehen verliehen. Er ließ die Burg renovieren. Neuburg verblieb sodann bis 1654 im Besitz der Grafen von Salm.

Unter Graf Julius I. von Salm (geb. 1531, gest. 1595) zog die lutherische Lehre in die Grafschaft ein. Dies führte zwangsläufig zu Reibereien mit den katholischen Nachbarn. Zu besonderen Streitereien kam es mit dem Abt von Vornbach wegen der Kirche in Neukirchen am Inn73), die zum Kloster Vornbach gehörte. Der Ort selbst lag jedoch in der Herrschaft Neuburg, was Graf Julius offenbar dazu nutzte, in besagter Kirche gegen den Willen des Vornbacher Abtes „Lutherische“ beisetzten zu lassen74). Grabdenkmäler aus dieser Zeit haben sich in Neukirchen am Inn leider nicht erhalten. Epigraphische Zeugnisse setzen erst wieder 50 Jahre später mit der Grabplatte für den Verwalter Joachim Schmelzing (Nr. 153) ein, der allerdings auch einer protestantischen Familie entstammte75).

Auch die Nutzungsrechte der anliegenden Klöster (Vornbach am Inn, Fürstenzell und St. Nikola in Passau) im ausgedehnten, zur Herrschaft gehörigen Neuburger Wald, gaben – besonders im 16. Jahrhundert – Anlass zu Auseinandersetzungen. Zuständig für die Verwaltung des Waldes war der sogenannte Holzpropst, eine Art Forstbeamter76). Zwei sind inschriftlich mit Namen überliefert: Hans Forster (Farster) von der Tann, gest. 1433 (Nr. 13 (Abb. 10) und 19 (Abb. 9)) und Georg Oberndorffer, gest. 1508 (Nr. 76†).

[Druckseite XXIII]

Beide wurden in Vornbacher Kirchen bestattet: ersterer in Neukirchen am Inn, letzterer im Kloster selbst, in der dortigen Kapelle Maria am Sand. An beiden Orten finden sich auch in späterer Zeit die Grabstätten weiterer Neuburger Verwaltungsbeamter: eine ehemals in Vornbach aufbewahrte, sich heute im Oberhausmuseum befindliche Tafel – mutmaßlich ehemals Teil eines Epitaphs – zeugt von dem Pfleger und dem Mautner „zu Neuburg“, Hans und Jörg Perger (datiert 1516, Nr. 85, Abb. 30). In Neukirchen hat sich die bereits erwähnte Wappengrabplatte für den Neuburger „Verwalter“, Joachim Schmelzing zu Fürstdobl (gest. 1620), und seine Frau erhalten (Nr. 153, vgl. oben).

Nach verschiedenen weiteren Besitzern ging die Neuburg 1730 schließlich ans Fürstbistum Passau. Die Säkularisation brachte die Burg dann an Bayern.

Die Anlage wurde 1810 durch einen Brand erheblich zerstört. Eine Wiederherstellung erfolgte jedoch erst zwischen 1908 und 1918. Eine Gesamtsanierung fand schließlich ab 1983 statt77). Seit 1998 ist der Landkreis Passau Besitzer der Neuburg, der dort u.a. eine Galerie und ein Tagungszentrum eingerichtet hat.

2.1.7.1 Burg

Die „neue Burg“ wurde um 1050 von den Grafen von Vornbach, die sich dann auch nach der Neuburg nannten, erbaut. Ihren bisherigen Sitz übertrugen sie nach und nach an das dort gegründete Kloster Vornbach (vgl. unten). Von dieser frühen Zeit zeugen noch Mauerreste v.a. in den Kellergewölben.

In den diversen Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Österreich, besonders im 13. Jahrhundert, erlitt die Burg öfters Zerstörungen. Nennenswert unter den häufig wechselnden Besitzern sind die Burgherren Hans von Rohrbach, unter dem u.a. die Schlosskapelle in ihrer heutigen Form erbaut wurde (vgl. Nr. 36), und Sigmund von Niederthor, der die Kapelle schließlich 1484 freskieren ließ (Nr. 47).

Noch im selben Jahr 1528, in dem Graf Niklas II. von Salm die Burg übertragen bekam, begann er, die Burg in ein Renaissanceschloss umbauen zu lassen. Die Arbeiten erfolgten (ab 1529) unter der Leitung des Passauer Hofmalers Wolf Huber, von dem noch Reste von Wandmalereien im Schloss zu bewundern sind (Nr. 93). Charakteristisch ist die Terracottaausstattung des Schlosses, die sich heute leider nur noch fragmentarisch erhalten hat, darunter Bruchstücke einer Ofenkachel mit der Namensnennung eines tätigen Hafners, Sebastian Ratinger, und der Jahreszahl 1531 (Nr. 91).

2.1.8 Neukirchen am Inn, Gde. Neuburg am Inn

Der Ort Neukirchen am Inn78) lag in der Grafschaft Neuburg am Inn.

Die Kirche gehörte jedoch zum Kloster Vornbach. Sie wurde 1189 dem Kloster durch den Passauer Bischof geschenkt. Dadurch kam es auch zu Reibereien zwischen dem Kloster und dem Grafen (vgl. oben unter Neuburg).

2.1.8.1 Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Der Turm geht noch auf einen älteren Bau zurück. Er birgt neben anderen eine auf das Jahr 1456 datierte Glocke (Nr. 30). Die jetzige Kirche ist ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Der Chor stammt noch aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts, wohl um 1430, das Langhaus wurde nach und nach ergänzt. Das Südportal trägt schließlich das Baudatum 1488 (Nr. 51).

Ausstattung und Inschriftenbestand

Eine erhaltene Inschrift zeugt von der Ausstattung der Kirche durch das Kloster Vornbach, zu dem das Gotteshaus gehörte (Nr. 27). Sie nennt den Prior Georg Schmelzl, der um 1449 nachweisbar ist und der presens opusculum angeschafft hat. Leider geht nicht genauer hervor, um welches „Werklein“ es sich hierbei gehandelt hat. Eine nur noch kopial erhaltene Inschrift überliefert eine angebliche Altarstiftung durch eine möglicherweise in der Martinskirche in Vornbach ansässige Bruderschaft (Nr. 72†).

[Druckseite XXIV]

Unter den Grabmälern haben sich hier auch einige von Neuburger „Beamten“ erhalten, die bereits unter Neuburg am Inn erwähnt wurden (Inschriftentafel und Wappengrabplatte des Holzpropstes Hans Forster (Farster) von der Tann, Nr. 13 (Abb. 10) und 19 (Abb. 9); Wappengrabplatte des Verwalters Joachim Schmelzing Nr. 153). Eine weitere Grabinschrift bezeugt die Grabstätte eines Leonhard Remgruebers und seiner Familie (Nr. 41). Näheres von ihm ist jedoch nicht bekannt.

2.1.9 Neukirchen vorm Wald

Das ehemals im Landgericht Vilshofen gelegene Neukirchen vorm Wald79) gehörte zunächst zur Pfarrei Aicha vorm Wald. Erst im 16. Jahrhundert wurde Neukirchen selbständige Pfarrei80). Der Ort bildete somit neben Aicha eines der wenigen kirchlichen Zentren in dem nördlich der Donau an das Hochstift Passau angrenzenden Vilshofener Landgerichtssprengel. Daher bildeten sich in diesen beiden Kirchen wohl auch die Hauptbestattungsorte der benachbarten Hofmarken heraus.

2.1.9.1 Kath. Pfarrkirche St. Martin

Die heutige Kirche von Neukirchen vorm Wald ist ein Neubau aus dem 18. Jahrhundert. 1724 wurde der Bau unter Einbeziehung der gotischen Umfassungsmauern und des Westturms begonnen81).

Inschriftenbestand

Trotzdem hat sich von dem offenbaren Vorgängerbau eine ganze Reihe von Grabmälern erhalten, die durch die relativ dichte Überlieferung dieses Ortsbestandes bei Eckher noch ergänzt werden konnten. So finden sich ab dem 15. Jahrhundert, verstärkt dann im 16. Jahrhundert, Grabinschriften verschiedener adliger Familien, die in den oben für diese Gegend beschriebenen Hofmarken, besonders Witzmannsberg, Tittling, Fürstenstein und Englburg, saßen.

Die älteren Grabzeugnisse aus dem 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind fast ausschließlich im Grabsteinbuch des Johann Franz Eckher von Kapfing82) überliefert. Hier finden sich zunächst Mitglieder der Familie Regner: eine 1460 verstorbene Margaretha Regner war eine Ehefrau des Georg Regner (Nr. 32†). Für eben diesen Georg Regner und eine zweite Frau Magdalena gab es eine weitere Grabinschrift (Nr. 53†). In seiner Grabschrift nannte er sich zu Wizmansperg, wo er auch anderweitig als Hofmarksinhaber fassbar ist83). Ein weiteres Mitglied der Familie tritt – epigraphisch – erst wieder ca. ein Jahrhundert später auf, nämlich Margaretha (gest. 1589), eine geb. Regner und Ehefrau des Wolf Jakob Pettichkhamer, der sich ebenfalls nach dem Sitz Witzmannsberg nennt (Nr. 126, Abb. 59).

Für das 15. Jahrhundert ist allein noch die Bestattung eines Heinrich Sigershofers (gest. 1474) und seiner Ehefrau Barbara, geb. Hainzing (gest. 1463), in Neukirchen belegt (Nr. 38†). Die Familie ist eigentlich stärker im Raum Aicha vorm Wald nachweisbar, wo sich auch ein weiteres Grabmal einer geb. Sigershofer befindet (siehe unter Aicha vorm Wald).

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts folgen zwei Grabinschriften für Angehörige der Familie Nußdorf, die zu der Zeit auf der Hofmark Tittling saßen84): es sind dies die ebenfalls nur kopial überlieferten Grabmäler für Haimeran von Nußdorf zu Tittling (gest. 1512, Nr. 81†) und für Erasmus von Nußdorf zu Tittling (gest. 1530, Nr. 90†).

Zeitlich anschließend sind zwei Familienmitglieder Harschl, möglicherweise Vater und Sohn, inschriftlich überliefert: es sind dies Veit Harschl (gest. 1532, Nr. 92†) und Hans Harschl (gest. 1545, Nr. 97, Abb. 39). Beide waren Pfleger in dem bayrischen Gericht Diessenstein, das im Landgericht Regen lag, welches in der Gegend an das Landgericht Vilshofen grenzte.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind die Schwarzensteiner85) in den Grabmälern in Neukirchen vorm Wald am stärksten vertreten. Als erster findet sich der 1567 verstorbene Andreas [Druckseite XXV] von Schwarzenstein mit seiner Frau Margaretha, geb. Marschall von Wildenberg (Nr. 107, Abb. 42, 43). Er benennt sich gleich nach drei Herrschaften, nämlich nach den Neukirchen „benachbarten“ Englburg und Fürstenstein und nach dem im Innviertel gelegenen Katzenberg86). So auch sein 1574 verstorbener Bruder Philipp Jakob von Schwarzenstein, dessen hölzernes Epitaph sich in der Kapelle unter dem Turm der Pfarrkirche in Neukirchen vorm Wald befindet (Nr. 110). Gleich mit zwei Totengedächtnismalen ist eine unverheiratet verstorbene Tochter des ersteren, Andreas von Schwarzenstein und seiner Frau Margaretha, vertreten: für Ursula von Schwarzenstein (gest. 1598) existieren ein Epitaph (Nr. 136) und eine Grabplatte (Nr. 137).

Die Schwarzensteiner sind auch über eine der wenigen inschriftlichen Überlieferungen in einem ihrer Sitze fassbar: Hans Wolf von Schwarzenstein, ein Sohn des Andreas und somit ein Bruder der Ursula, ist zusammen mit seiner Ehefrau Martha von Maxlrain über eine Stifterinschrift aus dem Jahre 1597 aus der ehemaligen Schlosskapelle in Englburg belegt (Nr. 133, Abb. 51). Er selbst ist nicht mehr in Neukirchen vorm Wald beigesetzt, sondern fand sein Grab in Steinkirchen, das zu Ortenburg gehörte. Dort ließen sich die Familien lutherischen Bekenntnisses aus dem Passauer Raum bestatten87).

Ein letztes Epitaph aus dem 16. Jahrhundert in Neukirchen vorm Wald bezeugt die Ehefrau eines Pflegers von Tittling, David Widmanstetter, Barbara Widmanstetter, geb. Karl (gest. 1595, Nr. 132).

Für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts ist die Wappengrabplatte für den Pfleger von Hals, Sigmund von Raindorf (gest. 1627, Nr. 161) nennenswert. Er nennt sich in der Inschrift nach der Hofmark Witzmannsberg, die er kurz nach 1600 übernahm88).

2.1.10 Obernzell

Obernzell89) – früher auch Griesbach in der Zell – war zunächst Sitz der Herren von Griesbach. Von diesen ging der Ort unter Bischof Ulrich II. (1215-1222) ins Eigentum des Hochstifts Passau über. Unter Bischof Bernhard (1284-1313) wurde der Ort Sitz eines Landgerichts; unter Bischof Gottfried von Weißeneck (1342-1362) erlangte Obernzell 1359 die Marktfreiheit90).

Wichtig für Obernzell war seit dem 13. Jahrhundert die Graphitverarbeitung, die besonders bei der Keramikherstellung zum Einsatz kam, weshalb der Ort früher auch Hafnerzell hieß91). Im ehemaligen fürstbischöflichen Schloss ist heute – passend zur Ortsgeschichte – ein Keramikmuseum, eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums, eingerichtet.

Die Kirche von Obernzell war zunächst eine Filiale von Esternberg (Pol. Bez. Schärding/OÖ.) und wurde 1238 zur selbständigen Pfarrei, jedoch 1490 dem Kollegiatsstift St. Salvator in Passau einverleibt. Bis zur Säkularisation amtierten dort seither nur Vikare, die oft jedoch als „Pfarrer“ bezeichnet wurden92). Pfarrkirche war bis 1947 die heutige Friedhofskirche St. Margareta, während die zentraler gelegene Mariä Himmelfahrt „Marktkirche“ war.

Noch tatsächlich Pfarrer war Johann Kunstmann, der 1419 verstarb und dessen Grabplatte sich in St. Margareta, der damaligen Pfarrkirche, befindet (Nr. 12, Abb. 8). Ebenfalls noch als plebanus wird Ulrich Dorfmayr, verstorben 1514, auf seiner Grabplatte in Mariä Himmelfahrt bezeichnet (Nr. 84, Abb. 33). Als Pfarrherr wird 1606 Johann Eisenpropst in einer Stifterinschrift aufgeführt (Nr. 148, Mariä Himmelfahrt). Erst 1641 findet sich eine Grabinschrift für einen vicarius Michael Kholer (Nr. 171, Abb. 65, St. Margareta).

2.1.10.1 Ehem. fürstbischöfliches Schloss

Der Bau des Schlosses wurde unter dem Bischof Georg von Hohenlohe (1390-1423) begonnen und unter Leonhard von Layming (1423/1424-1451) vollendet. Das Schloss war zunächst als Wasserburg angelegt, weshalb es wohl auch relativ nahe an der Donau gelegen ist. Ein wesentlicher Umbau erfolgte [Druckseite XXVI] schließlich unter Bischof Urban von Trenbach (1561-1598). Die letzte große Instandsetzung des Gebäudes fand von 1965-1982 statt. Von der ehemaligen Wehranlage sowie vom Graben, der das Schloss umgab, sind noch Teile erhalten.

Das Schloss war in erster Linie Sitz des bischöflichen Pflegers93).

Inschriftenbestand

Der heutige Inschriftenbestand stammt weitgehend aus der Zeit des Umbaus unter Urban von Trenbach. Die wenigen Beschriftungen, die noch in frühere Zeit datieren, sind diverse Graffiti (Nr. 116 (Abb. 47), 117†) und stark fragmentarische Schriftzüge einer früheren Ausmalung der Schlosskapelle (Nr. 18).

Vom Umbau durch Urban von Trenbach hingegen zeugen allein drei datierte Wappensteine (Nr. 118, 119 und 120), alle aus dem Jahr 1581. Dieselbe Art von Wappensteinen kündet auch an verschiedenen Stellen in der Stadt Passau von der Bautätigkeit Urbans94).

Ebenfalls unter Urban wurde die epigraphisch sehr umfangreiche Ausstattung des Festsaales und der Kapelle ausgeführt. Das Inschriftenensemble besteht u.a. aus einer Päpstereihe (Nr. 123, Abb. 55, 56, 57) und einem Zyklus lateinischer Sprüche (Nr. 122, Abb. 54), der durch gemalte Inschriften in der Kapelle ergänzt wurde (Nr. 121, Abb. 53). Das 1582/1583 zusammengestellte Inschriftenprogramm ist wohl im weitesten Sinn im Zusammenhang mit den sich zu der Zeit im Gange befindlichen Reformbestrebungen im Geiste der katholischen Erneuerung zu sehen.

2.1.10.2 Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Marktkirche)

Der heutige Bau stammt aus der Zeit von 1740-45. Der Südturm ist älter, wie die Graffiti im Inneren aus dem Jahr 1592 bezeugen (Nr. 128, Abb. 44). Die Doppelturmfassade erhielt die Kirche erst 1896, als der zweite Turm angebaut wurde95).

Vom Vorgängerbau ist nicht viel bekannt. Angeblich wurde 1592 zusammen mit dem Turm ein „kleines Kirchlein“ gebaut, obwohl ein Marienpatrozinium für den Ort schon seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert nachgewiesen ist96). Eine Stifterinschrift einer Bruderschaft aus dem Jahre 1606 dokumentiert, dass für die damalige „Porkirchen“– wohl die Empore – Stühle und ein Fenster angeschafft wurden (Nr. 148).

Inschriftenbestand

In der „Marktkirche“ finden sich Grabinschriften der verschiedenen (gehobeneren) Gesellschaftsgruppen, die im Markt vorhanden waren. So sind Bürgerliche bzw. Handwerker vertreten wie der Maister Michael, der auch „Maurer“ bezeichnet wird (Nr. 33), Jörg Koller mit seinen zwei Ehefrauen, dessen „Beruf“ jedoch unbekannt ist (Nr. 80†), oder der Bäcker und Rat, Matthäus Haidenbeck mit Familie (Nr. 131). Ebenso ist ein Grabmal für einen Pfleger, Achaz Lochner mit seiner Frau (Nr. 46), und für einen Pleban, Ulrich Dorfmayr (Nr. 84, Abb. 33), überliefert.

2.1.10.3 Kath. Kirche St. Margareta (ehem. Pfarrkirche)

Der Bau stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die aus Granit gefertigte Kanzel ist auf das Jahr 1600 datiert (Nr. 144)97).

Inschriftenbestand

Die heute noch vorhandenen Grabmäler konzentrieren sich auf den Bereich des Vorbaues des Kircheneinganges.

Darunter befinden sich die bereits erwähnten Grabinschriften für den ciuis in cella, Johann Strobel mit Familie (Nr. 9), für den Pfarrer Johann Kunstmann (Nr. 12, Abb. 8) und den Vikar Michael Kholer (Nr. 171, Abb. 65).

[Druckseite XXVII]

Die in der Eingangshalle des Rathauses in Obernzell aufbewahrten Grabplatten stammen nicht von hier, sondern befanden sich ursprünglich im Domkreuzgang in Passau, von wo sie nach der Säkularisation wohl als Baumaterial hierher gebracht wurden98).

2.1.11 Sulzbach am Inn, Gde. Ruhstorf a.d. Rott

Sulzbach am Inn99) lag im Gebiet des ehem. Landgerichts Griesbach, war dort aber eine geschlossene Hofmark. Sulzbach war ursprünglich Passauer Besitz. Die Bischöfe verliehen die Hofmark als Lehen, u.a. an die von Weiher und von Marsbach. Schließlich war der Besitz von 1437 bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts in Händen der Tannberger.

Die Kirche und Pfarrei hingegen wurden vom Passauer Bischof bereits 1188 an das Kloster Vornbach am Inn übertragen, was 1435 von bischöflicher Seite nochmals bestätigt wurde100). Hiervon zeugte eine heute leider verlorene Inschrift in St. Stephan in Sulzbach (Nr. 20†).

2.1.11.1 Kath. Pfarrkirche St. Stephan

Die heutige Kirche ist ein spätgotischer Bau, der unter dem Vornbacher Abt Dietrich (1438-1461), der auch die Kirche in Eholfing ausstatten ließ (vgl. dort), begonnen wurde. Die Jahreszahl 1474 am Chorbogen dokumentiert die Vollendung dieses Bauabschnittes (Nr. 40)101).

Außer dem Baudatum und der Gedenkinschrift zur Besitzübertragung ist für diese Kirche weder original noch kopial weiterer Inschriftenbestand überliefert.

2.1.12 Thyrnau

Thyrnau102) lag im Landgericht Oberhaus, im Hochstift Passau, kam jedoch erst 1692 an den Bischof und war dann auch Sitz eines Amtes. Davor bestand dort die Hofmark Thyrnau-Watzmansdorf. Hier lag auch das Herrschaftszentrum der Watzmansdorfer. Die einstige Hofmark Watzmansdorf war wohl mit Thyrnau identisch oder zumindest eng verbunden103).

Das ehemalige Schloss zeugt nur noch bedingt von der ehemaligen Herrschaft, da hier im 18. Jahrhundert ein Jagdschloss errichtet wurde, das heute als Zisterzienserkloster dient.

Die eigentliche Pfarrkirche St. Franz Xaver stammt aus dem 18. Jahrhundert104). Sie ist jedoch für den hier untersuchten Inschriftenbestand irrelevant.

2.1.12.1 Kath. Kirche St. Christophorus

Im Kern stammt die Kirche noch zusammen mit dem Turm aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie wurde um 1500 jedoch erweitert105). Die Kirche war wohl nahe der einstigen Hofmark Watzmansdorf gelegen106), besitzt jedoch keinen Inschriftenbestand, der auf die Watzmansdorfer verweist.

Inschriftenbestand und Kirchenausstattung

Die in dieser Kirche vorhandenen Grabmäler der Familie Schätzl stammen ursprünglich aus der ehem. Schätzlkapelle (Michaelskapelle) am Dom zu Passau und wurden daher bereits im Stadtband ediert107).

Für den hier bearbeiteten Bestand ist in erster Linie der Altar und dessen Predella interessant (Nr. 138 (Abb. 49) und 139 (Abb. 50)). Der Altar wurde von dem Passauer Dompropst Christoph von Pötting und Persing gestiftet und ist seinem Namens-, dem gleichzeitigen Kirchenpatron, dem Hl. Christophorus, gewidmet. Christoph von Pötting und Persing ist auch in der Stadt Passau epigraphisch fassbar. Von ihm haben sich mehrer Wappensteine und Bauinschriften erhalten. Seine Grabinschrift und sein Epitaph, die sich beide in der Andreaskapelle (Herrenkapelle) am Dom zu Passau befanden, sind heute leider verloren108).

2.1.13 Tiefenbach

Tiefenbach109) war neben Hutthurm einer der unfreien Märkte im Hochstift Passau. Er lag im Gebiet des Pfleggerichts Oberhaus. Tiefenbach war nachweislich seit dem Ende des 14. Jahrhunderts auch adlige Hofmark und kam erst 1690 in den Besitz des Bischofs.

Von der Pfarrei weiß man, dass sie 1261 der Domgruft in Passau inkorporiert wurde.

2.1.13.1 Kath. Pfarrkirche St. Margaretha

Bei der Kirche handelt es sich um einen spätgotischen Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In das Gebäude wurden wohl auch Teile eines älteren Vorgängerbaues integriert. Das Langhaus heute ist jedoch ein neugotischer Bau aus den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts110).

Inschriftenbestand

Unter den Vasa Sacra der Kirche befindet sich ein Kelch, der noch in den Erfassungszeitraum datiert ist. Er trägt das Jahr 1636 (Nr. 164). Ehemals vorhandene gotische Leuchter sind nur noch über ältere Photos bekannt (Nr. 59†).

Die einzig erhaltene Grabplatte aus dem Erfassungszeitraum ist die des Georg Pfeil und seiner drei Ehefrauen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts (Nr. 101, Abb. 40). Er nennt sich nach der Hofmark Haselbach, die im Gebiet des bayerischen Landgerichts Vilshofen lag111). Diese Herrschaft war von 1393 bis 1624 im Besitz der Familie Pfeil. Einzig bekanntes inschriftliches Zeugnis aus dem ehemaligen Schloss sind die heute verlorenen Wappenfenster aus dem Jahre 1562, die Eckher überliefert und die Wolf Pfeil zu Haselbach zusammen mit seiner Ehefrau Susanna, geb. Höhenkircher, deren Schwester Maria mit deren Ehemann Philipp Weissenfelder nannten (Nr. 104†).

2.1.14 Untergriesbach

Die Geschichte Untergriesbachs112) ist eng verbunden mit der des nahegelegenen Obernzells. Beide Orte gehen auf die Ansiedlung der Herren von Griesbach zurück und trugen in diesem Zusammenhang einen ähnlichen Namen (Obernzell hieß auch „Griesbach in der Zell“), sodass an manchen Stelle von den „beiden Griesbach“ die Rede ist. Beide Ortschaften waren Märkte im Hochstift Passau.

[Druckseite XXIX]

Ähnlich wie Obernzell war auch die Kirche in Untergriesbach eine Filiale von Esternberg. Sie ist erstmals 1223 nachgewiesen, ist aber schon bald darauf als Pfarrei belegt (1239). Allerdings wurde die Kirche 1490 dem Kollegiatsstift St. Salvator in Passau inkorporiert113).

2.1.14.1 Kath. Pfarrkirche St. Michael

In einen Neubau aus dem Jahre 1725 wurden die älteren Grundmauern miteinbezogen. Diese stammen von einem spätgotischen Bau. Der Chor trägt außen noch die Jahreszahl 1491 (Nr. 54). Der Turm stammt aus dem Jahre 1714114).

Inschriftenbestand

Das bereits erwähnte Baudatum 1491 findet sich auch am Altarstipes, wo angeblich der Name des für den Kirchenbau verantwortlichen Geistlichen vermerkt sein soll, der jedoch heute nicht mehr zu entziffern ist (vgl. hierzu Nr. 54).

Grabmäler sind erst aus dem beginnenden 17. Jahrhundert erhalten. Sie müssen noch aus dem Vorgängerbau stammen. Es finden sich aus der Zeit die Epitaphien für den Marktrichter Hans Egkher mit Familie (Nr. 147) und für den Vikar Leonhard Huber (Nr. 160, Abb. 60).

2.1.15 Vornbach, Gde. Neuhaus am Inn

Vornbach am Inn115) lag im ehemaligen Landgericht Griesbach.

Die Geschichte des dortigen Benediktinerklosters ist mit der Geschichte Neuburgs (siehe oben) eng verbunden, obwohl das Kloster später nicht mehr zur Grafschaft gehörte. An diesem Ort lag vor der Klostergründung der Sitz der gleichnamigen Grafen von Vornbach oder „Formbach“116). Der Legende nach soll die Grafentochter Himiltrudis in der Kirche Maria am Sand von einem Augenleiden geheilt worden sein. Aus Dankbarkeit gründete sie um 1040 eine klösterliche Zelle, der sie auch einige Besitzungen übergab. Von ihr soll eine nur noch in Bruchstücken erhaltene, unbeschriftete Figur zeugen, die sich in der Klosterkirche befindet (vgl. hierzu Nr. 6, Anm. 17). Ob es sich hierbei tatsächlich um Himiltrudis handelt, ist jedoch nicht sicher.

Ihre Gründung wurde aber erst durch umfangreiche Stiftungen des Grafen Eckberts I. zu einem lebensfähigen Kloster ausgeweitet, sodass dieser als eigentlicher Gründer für das Jahr 1094 in die Tradition einging. Ihm wird im Kloster durch zwei Stiftergrabmäler Rechnung getragen (Nr. 2 (Abb. 2) und 6 (Abb. 4)). In der Folgezeit übertrugen die Grafen, besonders der Sohn und der Enkel Eckberts I., die gleichnamigen Eckbert II. und III., immer wieder Besitzungen an das Kloster, was aus dessen Traditionscodex hervorgeht117). Beide wurden ebenfalls in der Abtei bestattet (Nr. 2, Abb. 2). Neben der Stiftertätigkeit übten die Grafen auch die Vogtei über das Kloster aus.

Mit Eckbert III., der bei der Belagerung Mailands unter Kaiser Friedrich I. im Jahre 1158 fiel118), erlosch die Grafenfamilie im Mannesstamm. Das Erbe ging an die Grafen von Andechs über: Graf Berthold II. war in zweiter Ehe mit Kunigunde von Vornbach, der Schwester Eckberts III., verheiratet. Sein Sohn aus erster Ehe, Berthold III., konnte seine Erbansprüche in Neuburg erfolgreich [Druckseite XXX] durchsetzen119). Von den Andechsern ging 1248 das Kloster an den bayerischen Herzog über, der in der Folge die Vogtei über das Kloster übernahm.

Seit der Privilegierung durch Kaiser Ludwig den Bayern 1341 bestand in Vornbach eine Klosterhofmark, die auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte120). Hiervon zeugen zwei Grabinschriften von Richtern: Lienhart Pruelaer, czw Vormpach Richter, (gest. 1430, Nr. 15, Abb. 11) und Wolfgang Putinger, Hofrichter zu Fohrnbach, (gest. 1553, Nr. 99†). Auf ein weiteres, „weltliches“ Amt deutet die Inschrift für den Chellnar Jörg Aeschbein (gest. 1430, Nr. 16, Abb. 12).

Zum Kloster gehörten seit der Frühzeit neben der Pfarrkirche St. Martin, die nördlich der Abtei gelegen ist, die Kirche in Eholfing, Pfarreien Sulzbach am Inn (mit Filialen) und Neukirchen am Inn121).

Erster infulierter Abt des Klosters war Konrad Peisser, der die Pontifikalien 1391 erlangte122). Von diesem ist jedoch – anders als in Fürstenzell von Abt Johann Schleterer – kein Grabmal erhalten. Weiters ist für das Kloster nennenswert der Abt, Humanist und Geschichtsschreiber Angelus Rumpler (1501-1513). Von ihm ist leider auch keine Grabinschrift vorhanden, jedoch ist von ihm u.a. eine Klosterchronik überliefert123).

Nach seiner Beschreibung befand sich im(?) Kapitelsaal eine Kapelle (oder eine Altarnische), die dem Hl. Johannes geweiht war und bei der diverse Äbte bestattet worden sein sollen. Sie soll von Abt Engelschalk (1334-1349/50) erbaut worden sein, der wohl als erster Abt dort beigesetzt wurde124). Leider ist hierzu nicht näheres bekannt, da die Gebäude aus der Zeit nicht erhalten sind.

2.1.15.1 Kath. Pfarrkirche, ehem. Benediktiner-Abteikirche Mariä Himmelfahrt

Der heutige Bau geht auf die Zeit des Frühbarock zurück. Damals wurde die Klosterkirche unter Einbeziehung der ursprünglich romanischen Umfassungsmauern und des gotischen Chores erneuert. Dieser Umbau erfolgte unter dem Abt Benedikt Hepauer (1624-1645), von dem ein Baudatum mit Initialen am Türsturz der nördlichen Eingangstür zeugt (Nr. 162). Er ließ gleichzeitig auch die Klostergebäude renovieren (vgl. Nr. 165, 168 (Abb. 67)) und die Stiftergrabmäler in die Klosterkirche transferieren (vgl. Nr. 173, Abb. 4). Seine Grabinschrift ist nur mehr kopial überliefert (Nr. 175†). Die heutige spätbarocke Innendekoration geht auf Abt Clarus Fasmann (1725-1747) zurück, der auch eine vierbändige Klosterchronik verfasste125).

Seit der Säkularisation ist die ehemalige Klosterkirche Pfarrkirche.

Inschriftenbestand

Von der ersten Klosterkirche zeugt noch das romanische Tympanon, das heute in die barocke Fassade integriert ist (Nr. 1, Abb. 1). Aus derselben Kirche stammt auch noch der romanische Taufstein, der allerdings unbeschriftet ist126).

Neben den bereits erwähnten Stiftergrabmälern (Nr. 2 (Abb. 2) und 6 (Abb. 4)) hat sich auch eine leider beschädigte figurale Grabplatte für den zweiten Abt, den Seligen Wirnto, erhalten (Nr. 4, Abb. 5). Sie ist, wie die figürlichen Grabmäler der Stifter, ebenfalls erst später als Gedenkinschrift angefertigt worden. Von mittelalterlichen Abtsgrabmälern hat sich leider so gut wie nichts erhalten. In einem Abstellraum werden heute lediglich zwei Fragmente einer ehemals figuralen Grabplatte für einen Abt, mutmaßlich für Caspar Schmatz (1461-1472; Nr. 37, Abb. 26), aufbewahrt. Nur kopial hingegen ist die Grabschrift für Abt Michael (1472-1474) überliefert (Nr. 39†).

Auf eine andere Art und Weise hat sich Abt Leonhard Strasser epigraphisch verewigt. Von ihm kündet die Stifterinschrift auf der Glocke im Nordturm aus dem Jahre 1481 (Nr. 44).

[Druckseite XXXI]

Im Original erhaltene Totengedächtnismale für Äbte stammen erst aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. So sind in der Kirche die figürlichen Grabmäler für Abt Wolfgang Stingler (Nr. 105) und Christian Seßler (Nr. 115, Abb. 61) vorhanden. Für den 1624 verstorbenen Abt Caspar Siber hingegen hat sich nur eine einfache Grabtafel aus der ehem. Gruft erhalten (Nr. 157, Abb. 63). Für Benedikt Hepauer, den letzten inschriftlich belegten Abt aus dem Erfassungszeitraum, ist nur der Wortlaut des Inschriftentextes kopial überliefert (Nr. 175†). Von seinem Nachfolger, Abt Plazidus Thum (1645-1673), werden zwei Grabtafeln seiner Eltern in der Gruft aufbewahrt (Nr. 176 und 177 (Abb. 66)).

Ein relativ frühes Zeugnis eines adligen Begräbnisses – neben dem der Vornbacher – stellt die kopial überlieferte Grabschrift für einen Eppelhauser dar, aus der allerdings nichts Näheres zur Person hervorgeht (datiert 1370, Nr. 7†). Zu den Grabinschriften diverser Amtsträger des Klosters und der benachbarten Grafschaft Neuburg, die im Bereich des Klosters aufbewahrt werden bzw. für Vornbach kopial belegt sind, wurde bereits unter Neuburg berichtet.

2.1.15.2 Friedhofskirche St. Martin

Die heutige Friedhofskirche war vor der Säkularisation Pfarrkirche. Nach der Auflösung des Klosters wurde 1826 das Langhaus abgetragen, sodass heute nur mehr der Chor der ehemaligen Kirche erhalten ist. Dieser Bau stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert, obwohl die Kirche bereits 1114 erwähnt ist127).

Inschriftenbestand und Ausstattung

Die Kirche war im 12. Jahrhundert durch die Passauer Bischöfe zur einzigen Pfarr-, Tauf- und Begräbniskirche in der (näheren) Umgebung bestimmt worden128). Trotzdem haben sich so gut wie keine Grabmäler aus dem Erfassungszeitraum in der Kirche erhalten. Kopial ist lediglich die Grabschrift für den Richter Wolfgang Putinger überliefert (Nr. 99†).

Der heute noch existente Teil der Kirche zeichnet sich besonders durch die spätgotische Ausmalung aus, die in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts freigelegt wurde (Nr. 17, Abb. 14, 15, 16). Es zeigt sich hier ein sehr umfangreiches Programm mit den Evangelisten und Engeln im Chorpolygon, den abendländischen Kirchenvätern im westlichen Joch, den Aposteln in den Fensterlaibungen und Szenen aus den Legenden des Hl. Martin und des Hl. Ulrich an den Wänden.

Der spätgotische Flügelaltar im Chor (Nr. 43, Abb. 20) stammt ursprünglich aus Eholfing, wo sein Pendant heute noch aufgestellt ist (vgl. oben), und diente dort als Seitenaltar.

2.1.15.3 Wallfahrtskapelle Maria am Sand (abgegangen)

Die Kapelle Maria am Sand geht auf jene legendäre Wallfahrtsstätte zurück, an der die (erste) Klostergründerin, die Grafentochter Himiltrudis, von ihrem Augenleiden geheilt worden sein soll. Ein Heiligtum hat demnach also schon vor der Klostergründung bestanden. Der spätgotische(?) Kapellenbau wurde jedoch, nachdem das Kloster aufgelöst war, 1831 abgebrochen. Auf älteren Ansichten der Abtei ist die Kapelle erkennbar: sie befand sich demnach wohl außerhalb des eigentlichen Klosterkomplexes, direkt am Innufer, südlich des Klosters129). Im Mittelalter entwickelte sich hier offenbar eine rege Wallfahrt, weshalb die Kapelle nach Rumpler unter Abt Michael (1472-1474) erneuert werden musste130). Die „Maria am Sand“, das dort verehrte Bildnis, eine Holzfigur aus der Zeit um 1480, befindet sich heute in der ehem. Klosterkirche131).

Inschriftenbestand

Aus der heute nicht mehr existenten Kapelle hat sich keine Originalinschrift erhalten, jedoch ist über die kopiale Überlieferung eine Grabinschrift für den Neuburger Holzpropst Georg Oberndorffer bekannt (Nr. 76†, vgl. auch oben).

Zitationshinweis:

DI 80, Landkreis Passau, Einleitung (Ramona Epp), in: inschriften.net,   urn:nbn:de:0238-di080m014e003.

  1. Vgl. hierzu Karte in HAB Passau. »
  2. Vgl. allgemein hierzu DI 67 (Stadt Passau) Xf. (mit weiterführender Literatur); auch Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 1, 77. »
  3. Vgl. Hierzu Kdm Passau 39; HAB Griesbach 8; Dehio NB 113. »
  4. Vgl. allgemein hierzu DI 67 (Stadt Passau) Xf. (mit weiterführender Literatur); auch Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 1, 75f. »
  5. Vgl. hierzu HAB Passau, bes. 33. »
  6. Vgl. hierzu auch HAB Griesbach 36f. »
  7. Vgl. hierzu Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 2, 711 (mit weiterführender Literatur); HAB Griesbach 42, 49–52. »
  8. Vgl. hierzu HAB Passau 32f.; Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 1, 419; Bayerischer Geschichtsatlas Karte 16c (zum Besitz des Hochstifts Bamberg). »
  9. Vgl. hierzu HAB Griesbach 53; HAB Passau 23, 52 (auch 48 Karte: Skizze 3); Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 1, 423 und 432; Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 205; knapp auch Festschrift 750 Jahre 10ff. (v.a. zur Lage einer urspr. Burg). »
  10. HAB Griesbach 43 (v.a. zu Kamm); HAB Passau 25, 54f., 69–72 und Karte im Anhang; Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 74f.; Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 1, 414. »
  11. Vgl. HAB Griesbach 41. »
  12. Vgl. hierzu HAB Griesbach 49, 54f.; Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 2, 561f. (mit weiterführender Literatur). »
  13. Vgl. hierzu HAB Passau, bes. 37f. »
  14. Vgl. allgemein zum Hochstift HAB Passau passim. »
  15. Vgl. hierzu Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 23–37. »
  16. Vgl. hierzu HAB Passau 10–22, 60ff.; Boshof in DI 67 (Stadt Passau) XIII»
  17. Vgl. hierzu ausführlich HAB Passau bes. 40f., 56ff. »
  18. HAB Passau 88–91. »
  19. Die Namensform „Watzmansdorf“ tritt – zumindest in den Inschriften – erst nach dem Aussterben der Familie an Stellen auf, an denen die Herrschaft benannt wird, besonders bei den Schätzl (vgl. z.B. Nr. 159 Abb. 64) ab dem ausgehenden 16. Jahrhundert. Die Familie selbst nennt sich in den Grabinschriften „Watzmsdorf“ in verschiedenen Varianten (bacenstorffer Nr. 29 (Abb. 21); Waczmsdorffer Nr. 55; waczmstarff Nr. 56 (Abb. 22); Waczmstarf Nr. 74 (Abb. 37); Waczmstarf Nr. 75; batznstarf Nr. 87 (Abb. 38)). »
  20. HAB Passau 116f. und 171f. und 173 Skizze 5. »
  21. Vgl. zum Pfleggericht Leoprechting und seiner Vorgeschichte HAB Passau 169–191, zu den Watzmansdorfern bes. 169–174. »
  22. Vgl. hierzu HAB Passau 106–108. »
  23. Vgl. hierzu HAB Passau Karte im Anhang. »
  24. HAB Passau 108f. »
  25. HAB Passau 191. »
  26. HAB Passau 236. »
  27. HAB Passau 255. »
  28. Vgl. hierzu auch HAB Passau 424f.; Kubu – Zavrel, Goldener Steig passim. »
  29. Vgl. hierzu HAB Passau 228ff.; Miller, Untergriesbach 27. »
  30. Vgl. HAB Passau 2; zum Amt vgl. auch Erhard, Topographie 1,1 112: er nennt als Oberstjägermeister im Fürstbistum Passau die auch inschriftlich fassbaren Haimeran von Nußdorf und Christoph Tengler. Zusätzlich führt er noch für das Jahr 1577 Hanns Georg von Puchberg auf. »
  31. Vgl. allgemein hierzu unten. »
  32. Vgl. zu den Besitzungen der Vornbacher genauer HAB Neuburg 23–46. »
  33. Vgl. HAB Passau 77f. »
  34. HAB Passau 75, 77 und Skizze 3; ausführlicher Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 266–272 (zur Grafschaft östliche des Inns) und 272–277 (zur Grafschaft westlich des Inns) und zusammengefasst 313f. »
  35. Vgl. hierzu knapp HAB Passau 77f.; auch kurz Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 313 Anm. 14. und 314. »
  36. Vgl. v.a. HAB Passau Karte im Anhang und HAB Neuburg Karte im Anhang. »
  37. Vgl. hierzu auch Hofbauer, Neuburg 35. »
  38. Vgl. HAB Neuburg Karte im Anhang, 141–168 (zum Hofamt mit Neuburg am Inn), 214–246 (zum Steinharreramt). »
  39. Vgl. hierzu HAB Vilshofen 109–115; HAB Griesbach 49–55; Spindler, Handbuch (2. Aufl.) 2, 613ff. (kurz zu den Viztümern bzw. Rentämtern und Landgerichten). »
  40. HAB Griesbach 57ff. »
  41. Vgl. HAB Griesbach Karte im Anhang. »
  42. HAB Vilshofen 118. »
  43. HAB Vilshofen 138ff. »
  44. Vgl. hierzu sehr schön die Karte in HAB Vilshofen; auch kurz HAB Passau 69: das Landgericht Vilshofen bestand in dem Bereich schon im 14. Jahrhundert. »
  45. Vgl. allgemein: zur Hofmark bzw. zum Ort: Erhard, Topographie 1,3 3ff.; HAB Vilshofen 179f.; HAB Passau 128ff. – zur Kirche: Kdm Passau 10–17; Dehio NB 12f. – zum Schloss: Kdm Passau 17–21; Dehio NB 13f. »
  46. Kdm Passau 10; HAB Vilshofen 6. »
  47. Vgl. Dehio NB 12f. »
  48. Vgl. hierzu HAB Vilshofen 179f.; HAB Passau 126ff.; vgl. hierzu auch den Kommentar in der Katalognummer. »
  49. Vgl. hierzu Erhard, Topographie 1,3 7f.; HAB Vilshofen 180; HAB Passau 129. »
  50. Vgl. Dehio NB 13. »
  51. Krick, Stabile Klöster. »
  52. Vgl. allgemein zum Ort: Erhard, Topographie 2,6 48–51 – zur Kirche: Kdm Passau 34–39; Schäffer, Vornbach 18 (relativ knapp); Dehio NB 113. »
  53. Vgl. HAB Griesbach 187; Hartmann, Kirchen im Inntal 305. »
  54. Vgl. Kdm Passau 35f., 39; Dehio NB 113. »
  55. Vgl. allgemein: zur Klostergründung und dessen Geschichte: Erhard, Topographie 2,6 108–125; Kdm Passau 51–55, 77–92; 900 Jahre Pfarrei 17–21; HAB Griesbach 148–152, 246–249; Goez, Benediktiner 49f. – zur ehemaligen Klosterkirche: Kdm Passau 56–76; Dehio NB 146–151; Sagmeister, Fürstenzell 2–22; Pfarrkirche Fürstenzell Gesamtinstandsetzung passim (zur Rokokokirche und zur jüngsten Restaurierung). »
  56. Vgl. hierzu MGH Necrologia Germaniae IV, 106–126. »
  57. Vgl. hierzu kurz: http://www.ocist.de/fileadmin/user_upload/abbeys/F/Fuerstenzell/Kloster_Fuerstenzell.pdf (09.03.2009). »
  58. Vgl. Kdm Passau 52–54; Dehio NB 146; Sagmeister, Fürstenzell 2f. »
  59. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,3 88ff.; Miller, Hauzenberg passim; HAB Passau 450–456; zur Kirche: Kdm Wegscheid 39–46; Dehio NB 205. »
  60. Vgl. hierzu Kdm Wegscheid 39; Miller, Hauzenberg 87f.; HAB Passau 451; der genaue Zeitpunkt der Erhebung zur Pfarrei ist unbekannt. »
  61. Vgl. Kdm Wegscheid 39; Dehio NB 205. »
  62. Vgl. Kdm Wegscheid 44. »
  63. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,1 153ff.; HAB Passau 495f. – zur Kirche: Kdm Passau 134–145; Dehio NB 227f. »
  64. Vgl. Kdm Passau 134f.; Dehio NB 227. »
  65. Die Schätzl übernahmen einen Teil von Watzmansdorf und Thyrnau von den Pschächl, die noch zu Zeiten der Watzmansdorfer einen Teil der Hofmark erworben hatten, vgl. hierzu auch die Grabinschrift des Wolfgang Pschächl in Kellberg (Nr. 79, siehe unten). »
  66. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,1 207ff.; knapp HAB Passau 108f., 115 – zur Kirche: Kdm Passau 146–154; Dehio NB 251f. »
  67. Vgl. Kdm Passau 146; Dehio NB 251. »
  68. Vgl. Kdm Passau 151, 154; Dehio NB 252. »
  69. Vgl. hierzu Kdm (Stadt) Passau 132; DI 67 (Stadt Passau) Nr. 802(Grabinschrift des Urban Schätzl, die Schrifttafel befindet sich heute in Thyrnau), vgl. in diesem Zusammenhang auch die ausführliche Versinschriftenausgestaltung der abgegangenen Schätzl- oder Michaelskapelle, die mutmaßlich ebenfalls auf Urban zurückgeht, vgl. ebenda Nr. 885†»
  70. Vgl. Ausführungen oben, dann allgemein: zur Geschichte Neuburgs am Inn: Erhard, Topographie 2,5 276–280; im Weiteren auch zu den Grafen etc., 298–304, ebenda 2,6 3–13; Kdm Passau 164–168; HAB Neuburg passim; Schäffer, Neuburg 2–12; Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 93–142 (zu den Vornbachern), 142–145 (zu den Andechsern), 363–385 (Genealogie der Vornbacher); Hofbauer, Neuburg passim. – zur Burg: Erhard, Topographie 2,6 14–17; Kdm Passau 168–192; Schäffer, Neuburg 2–12; Dehio NB 417–420; Hartleb, Neuburg passim (dort v.a. zur Rekonstruktion der Burg). »
  71. Vgl. hierzu auch Nr. 2 (Abb. 2). »
  72. Vgl. hierzu ausführlich HAB Neuburg 49–57, 60–62. »
  73. Zur Lage bzw. Situation der Kirche vgl. HAB Neuburg 209–212; Kaff, Volksreligion 223ff. »
  74. Vgl. zu diesem Streit besonders Mitterwieser, Protestantismus 210f. »
  75. Vgl. hierzu Kaff, Volksreligion 226; Hartleb, Neuburg 72. »
  76. Vgl. hierzu genauer Mitterwieser, Neuburger Wald; HAB Neuburg 72–85. »
  77. Vgl. hierzu Dehio NB 417. »
  78. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 2,6 23f.; HAB Neuburg 207–212, 214–217 – zur Kirche: Kdm Passau 196–204; Schäffer, Vornbach 14 (1. Auflage); Dehio NB 426f. »
  79. Vgl. allgemein: zur Hofmark bzw. zum Ort: Erhard, Topographie 1,2 157ff.; HAB Vilshofen 185 – zur Kirche: Kdm Passau 204–212; Dehio NB 428. »
  80. HAB Vilshofen 6f. »
  81. Vgl. Dehio NB 428. »
  82. BSB Cgm 2267, vgl. zu diesem Einleitungskapitel XLVIIff. »
  83. Vgl. HAB Vilshofen 204. »
  84. Vgl. hierzu auch HAB Vilshofen 201. »
  85. Die Schwarzensteiner besaßen zuvor eine eigene Kapelle in Vilshofen, die heute profaniert ist, vgl. dazu Kdm Vilshofen 367; auch Hundt, Stammenbuch II, 288. »
  86. Katzenberg, Gem. Kirchdorf am Inn, Pol. Bez. Ried im Innkreis. »
  87. Vgl. zur Kirche in Steinkirchen Kdm Vilshofen 303–313. »
  88. Vgl. hierzu auch HAB Vilshofen 204. »
  89. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,3 71ff., 77ff.; Kdm Wegscheid 58f.; Miller, Obernzell passim; HAB Passau 228–246 (Pfleggericht), 457–472 (Markt); Dehio NB 465 – zum Schloss: Kdm Wegscheid 76–86; Dehio NB 466f.; Handbuch Keramikmuseum 13–21 – zu Mariä Himmelfahrt: Kdm Wegscheid 64–74; Dehio NB 465f. – zu St. Margareta: Kdm Wegscheid 59–64; Dehio NB 465. »
  90. Vgl. Keller, Obernzell 2; Hörmann, Obernzell 73; Kdm Wegscheid 76. »
  91. Vgl. Hörmann, Obernzell 73; Keller, Obernzell 2f.; HAB Passau 2f. »
  92. Kdm Wegscheid 60; Hörmann, Obernzell 73; Keller, Obernzell 2. »
  93. Vgl. Kdm Wegscheid 76ff.; Dehio NB 466; Handbuch Keramikmuseum 13. »
  94. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) LXIII»
  95. Vgl. Dehio NB 465. »
  96. Vgl. Kdm Wegscheid 64. »
  97. Vgl. Kdm Wegscheid 60; Dehio NB 465. »
  98. Vgl. hierzu DI 67 (Stadt Passau) Nr. 216a, 222, 288a 288a, 508 und 727a»
  99. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 2,6 51;-53 HAB Griesbach 121f. – zur Kirche: Kdm Passau 220–222; Schäffer, Vornbach 18 (knapp Daten); Dehio NB 707. »
  100. Vgl. hierzu Erhard, Topographie 2,6 52; HAB Griesbach 47, 188. »
  101. Vgl. Kdm Passau 220; Dehio NB 707. »
  102. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,1 190ff.; HAB Passau 116f. – zur Kirche (St. Christophorus): Kdm Passau 225–231; Dehio NB 720f. »
  103. Vgl. hierzu HAB Passau 116f. und 171: Veit schließt aus den Angaben in den Quellen, dass Thyrnau früher Watzmansdorf hieß, unterscheidet jedoch (grob) die Hofmark Watzmansdorf und die Burg / das Schloss Thyrnau. Auch in den Inschriften finden sich in der Neuzeit beide Herrschaftsnamen nebeneinander, wie z.B. bei den Schätzl, die sich in den Inschriften nach beiden Sitzen nennen (vgl. z.B. Nr. 159 Abb. 64). »
  104. Vgl. dazu z.B. Kdm Passau 222–224; Dehio NB 719. »
  105. Vgl. Kdm Passau 225f.; Dehio NB 720. »
  106. Vgl. hierzu HAB Passau 171. »
  107. Vgl. DI 67 (Stadt Passau) Nr. 626, 753 und 802; die Grabmäler wurden erst nach dem Abbruch der Passauer Familienkapelle 1812 nach Thyrnau verbracht (um 1821). »
  108. Vgl. zu den Inschriften des Christoph von Pötting und Persing DI 67 (Stadt Passau) Nr. 681, 738, 739, 775, 776, 779† 779†, 785† 785†, 796† 796† und 797† 797† (die beiden letzten Nummern betreffen die beiden Grabmäler). »
  109. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,2 139ff., 148ff.; HAB Passau 126f., 496f.; Lindner, Tiefenbach passim – zur Kirche: Kdm Passau 234–236; Kroiß, Pfarrei passim. »
  110. Vgl. Kdm Passau 234; Kroiß, Pfarrei 110. »
  111. Vgl. hierzu HAB Vilshofen 191; HAB Passau 130f.; allgemein: Lindner Haselbach passim; Stockbauer-Muhr, Schloss passim. »
  112. Vgl. allgemein: zum Ort: Erhard, Topographie 1,3 64ff.; Miller, Untergriesbach passim; HAB Passau 228–236, 457–472 – zur Kirche: Kdm Wegscheid 108–118; Dehio NB 729f. »
  113. Kdm Wegscheid 108. »
  114. Vgl. Kdm Wegscheid 108; Dehio NB 729f. »
  115. Vgl. allgemein: zur Gründungsgeschichte und zum Kloster: Erhard, Topographie 2,6 45–48, 72–74; Kdm Passau 237–242 und 269–276; HAB Griesbach 186–202; Chrambach, Traditionen 53f., 119–139 (zu den frühen Äbten), 175–180 (erste Traditionsnotiz mit Gründungsgeschichte); Schäffer, Vornbach 2–6; Dehio NB 750f.; Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 95–105 (v.a. zu Besitzverhältnissen in der Gründungszeit); Wurster, Vornbach passim; Goez, Benediktiner 46f.; Würdinger, Vornbach 2–6 – zur ehem. Abteikirche: Erhard, Topographie 2,6 75f.; Kdm Passau 243–265; Schäffer, Vornbach 8–16; Dehio NB 751–756; Eckl, Ikonographie passim; Würdinger, Vornbach 7–25. – zur Friedhofskirche: Erhard, Topographie 2,6 74f.; Kdm Passau 266f.; Schäffer, Vornbach 18; Dehio NB 756; Würdinger, Vornbach 25f. »
  116. „Vornbach“ lautet die heutige offizielle Schreibweise des Ortes, der so auch für alle anderen Bereiche übernommen wird. „Formbach“ ist die ältere Schreibweise sowohl für Kloster als auch für die Familie und findet sich noch häufiger in der Literatur, vgl. hierzu auch kurz Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 53 Anm.1, dort auch ausführlicher zu den Grafen von Vornbach 53–55. »
  117. Vgl. hierzu Chrambach, Traditionen passim, besonders Katalog einer Auswahl von Traditionen ab 175. »
  118. Vgl. knapp zur Belagerung LMA 4 Sp. 931; LMA 6 Sp. 115. »
  119. Vgl. hierzu kurz: Schütz, Andechs-Meranier 63; zur Genealogie auch Stammbaum bei Loibl, Herrschaftsraum (= HAB) 385. »
  120. Vgl. HAB Griesbach 187, allgemeiner auch ebenda 202, 205 und 248. »
  121. Vgl. HAB Griesbach 187f.; HAB Neuburg 207 (zu Neukirchen am Inn); auch Schäffer, Vornbach 18. »
  122. Vgl. hierzu Krick, Stabile Klöster 177; auch Wurster, Vornbach 24. »
  123. Vgl. hierzu Einleitungskapitel LVIf.; auch Wurster, Vornbach 29f.; zu Rumplers Werk: Rumpler, Historia; Dorrer, Rumpler passim. »
  124. Rumpler, Historia Sp. 442f., 445; es bleibt leider unklar, welchem Johannes die Kapelle geweiht war, vgl. hierzu auch Nr. 6»
  125. Vgl. Kdm Passau 240ff.; Schäffer, Vornbach 3; Dehio NB 751; Würdinger, Vornbach 5; vgl. zur Klosterchronik Fasmanns Einleitungskapitel Lff. »
  126. Vgl. hierzu z.B. Kdm Passau 253f., Fig. 212, 213; Dehio NB 755. »
  127. Vgl. Kdm Passau 266f.; Schäffer, Vornbach 18; Dehio NB 756; Würdinger, Vornbach 25f. »
  128. Vgl. hierzu HAB Griesbach 188. »
  129. Vgl. hierzu beispielsweise die Ansicht bei Wening, abgebildet in Kdm Passau 241 Fig. 198; zur Kapelle ebenda 267f. »
  130. Rumpler, Historia Sp. 427f. »
  131. Kdm Passau 250. »