Die Inschriften des Landkreises Hildesheim

9. Nicht aufgenommene Inschriften

Adensen, Kirche. Im Gewölbe oberhalb des Gurtbogens (Nr. 53) ist die Inschrift Ein Dinck kimpt selzen in Fraktur aufgemalt. Die Inschrift wurde der mündlichen Überlieferung nach zum Gedächtnis des 1626 an der Pest verstorbenen Adenser Pastors Heinrich Dreveler (Nr. 343) wahrscheinlich erst deutlich nach 1650 angebracht. Die Inschrift ist überliefert u. a. bei Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Calenberg, S. 5; Kreipe, Adensen-Hallerburg, S. 121, nicht aber in Kdm. Kreis Springe, S. 1–6.

Ahrbergen, St. Petrus und Paulus. Glocke. Die im Kunstdenkmälerinventar (Kdm. Kreis Hildesheim, S. 12) mit der Jahreszahl 1627 und dem Gießernamen Jost Heinrich Lampe überlieferte Glockeninschrift gehört nicht mehr in den Erfassungszeitraum. Die datierten Glocken dieses Gießers stammen alle aus dem Zeitraum von 1666 bis 1704.

Eime. Grabplatte mit der Jahreszahl 1597. Die von Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Calenberg, S. 28 und in Kdm. Kreis Alfeld II (Gronau), S. 61 mit dem Datum 1597 aufgeführte Grabplatte stammt aus dem Jahr 1672 und wurde für den in diesem Jahr verstorbenen Pastor Christoph Blanke gestiftet. Die Jahreszahl 1597 bezieht sich auf dessen Geburtsjahr (vgl. Meyer, Pastoren, Bd.  1, S. 234).

Feldbergen. Taufschale mit Darstellung des Sündenfalls im Spiegel. Die Taufschale stammt aus serieller Produktion und erfüllt nicht das an Inschriften zu stellende Kriterium der individuellen, einmaligen Anfertigung. [Druckseite 46]

Gronau, St. Matthäi-Kirche. Altarretabel. Das Retabel stammt aus der St. Godehard-Kirche in Hildesheim, vgl. DI 58 (Stadt Hildesheim), Nr. 122.

Henneckenrode. Wetterfahne. Das Datum auf der Wetterfahne lautet nicht, wie in Kdm. Kreis Marienburg, S. 84 angegeben, 1634, sondern 1684.

Hoyershausen, St. Marien- und Lamberti-Kirche. Glocke. Die im Niedersächsischen Heimatbuch, S. 258 für Hoyershausen verzeichnete Glocke von 1514 Maria bin ek genant gehört nicht nach Hoyershausen, sondern nach Haselünne bei Meppen, vgl. Walter, Glockenkunde, S. 301.

Marienrode, kath. Pfarr- u. Klosterkirche St. Michaelis. Orgel. Die bei Letzner (SUB Göttingen, Cod. Ms. Hist. 248, S. 907f.; Cod. Ms. Hist. 249, Bd. 2, fol. 1021v/1022r) und in der Marienroder Chronik im Zusammenhang mit der Errichtung der Orgel überlieferten Verse waren sicher nicht inschriftlich ausgeführt. Während die Formulierung bei Letzner keine eindeutige Entscheidung zuläßt (S. 907: Im selben Jahr hat auch der Abt Heinrich in die neue Kirche eine schöne Orgell bauen und machen lassen, davon hat man folgende lateinische Vers), legt der Text der Marienroder Chronik super quibus quidam sic composuit nahe, dass es sich lediglich um ein Gedicht, nicht aber um eine ausgeführte Inschrift handelte.

Marienrode, kath. Pfarr- und Klosterkirche St. Michaelis. Zwei Büsten der Heiligen Cosmas und Damian auf einem Holzsockel. Silber. Die beiden Silberbüsten werden von Maria Kapp aufgrund der auf dem unteren Blatt des Palmzweiges eingeritzten Inschrift in das Jahr 1619 datiert. (Vgl. Maria Kapp, Kloster und Kirche Marienrode. Inventar und Kirchenschatz. In: Diözese 68 (2000), S. 183–214, hier S. 190–192). Die Inschrift lautet aber nicht 1619, sondern 16 lot 1 ½ q(uentchen) sil(ber). Stilkritische Erwägungen und auch die Entstehung des Fußes um 1700 sprechen eher für eine Entstehungszeit der Figuren und damit der Inschrift in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts oder später.

Moritzberg. Die in Kdm. Kreis Marienburg mit der Jahreszahl 1609 überlieferte Glocke stammt von 1699. Der in der Inschrift genannte Stifter Johannes Brochtrup starb am 4. Juni 1699. Vgl. HSTA Hannover, Hild. Br. 4, Nr. 1222 (nach AIDA Online-Findbuch).

Ottbergen, St. Nikolaus. Monstranz. Die Monstranz stammt aus Clus bei Gandersheim und ist erst 1742 nach Ottbergen gekommen. Vgl. DIO 2 Kanonissenstift Gandersheim, Nr. 16.

Schlewecke. Glocke „Helena“ 1551, nachgewiesen im Niedersächsischen Heimatbuch Bd. 2, S. 257. Die Verzeichnung der Glockeninschrift für Schlewecke ließ sich nicht verifizieren und beruht wahrscheinlich auf einem Irrtum.

Wülfingen, Mausoleum der Familie Bock von Wülfingen, Ostwand. Grabplatte des Siegfried Bock von Wülfingen († 1355). Die Platte stammt nicht aus dem Landkreis Hildesheim, sondern aus dem Kloster Wülfinghausen in der Region Hannover.