Die Inschriften des Landkreises Hildesheim

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1. Vorwort, Vorbemerkung und Benutzungshinweise

1.1 Vorwort

Der vorliegende Band wurde, mit großen Unterbrechungen, in den Jahren 2004 bis 2013 im Auftrag der Inschriftenkommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften erarbeitet. Die Aufnahme der original erhaltenen Objekte erfolgte im Wesentlichen in den Jahren 2005 bis 2007.

Im Laufe der Arbeiten an diesem Band habe ich von vielen Seiten Unterstützung erfahren, für die ich an dieser Stelle herzlich danken möchte. Die Pastorinnen und Pastoren der evangelischen sowie die Pfarrer der katholischen Kirchengemeinden haben mir zusammen mit den Pfarrsekretärinnen, Küsterinnen und Küstern immer wieder geduldig das genaue Studium der Objekte ermöglicht, mir die Pfarrarchive geöffnet und mit technischen Mitteln vielfältige Hilfestellung gegeben.

Neben der Aufnahme der Objekte waren für diesen Band umfangreiche Bibliotheks- und Archivrecherchen notwendig. Für das Auffinden der Objekte und ihre kunsthistorische Einordnung boten die Kunstgutkartei der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und die vom Amt für Kirchliche Denkmalpflege im Bistum Hildesheim erstellten Kunstinventare eine wertvolle Grundlage. Benutzt wurden weiterhin die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs Hannover, des Staatsarchivs Wolfenbüttel, des Diözesanarchivs Hildesheim und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege Hannover. Die wichtigsten für diesen Band auszuwertenden Bestände konnte ich im Stadtarchiv Hildesheim und in der Dombibliothek bearbeiten. Im Stadtarchiv hat Herr Dr. Michael Schütz meine Arbeit betreut und mir bei der Auffindung von Archivalien hilfreich zur Seite gestanden. Frau Claudia Gassmann und Herr Harald Braem haben mir immer wieder große Mengen an Archivalien vorgelegt. Der Leiter des Archivs, Herr Professor Dr. Herbert Reyer, hat dieses Editionsprojekt stets mit förderndem Interesse begleitet. In der Dombibliothek Hildesheim haben mir Herr Dombibliothekar Jochen Bepler und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Frau Anna Eunike Röhrig, Frau Karin Bury-Grimm, Herr Christoph Koschinsky und Herr Christoph Schreckenberg, über den langen Zeitraum viele regionalhistorische Publikationen und Archivalien zugänglich gemacht.

Eine sehr persönliche und engagierte Förderung hat das Projekt durch die vielen im Landkreis Hildesheim tätigen Ortsheimatpflegerinnen und Ortsheimatpfleger erfahren. Sie haben mir den Weg zu einzelnen Objekten gezeigt, Fotos von verborgenen oder verlorenen Objekten zur Verfügung gestellt und mich durch ihre Anfragen immer wieder auf unbekannte Inschriften aufmerksam gemacht. Stellvertretend nenne ich Frau Heike Klapprott in Schellerten, Herrn Gerhard Kraus in Alfeld, Herrn Hermann Weinhold in Gronau und Herrn Joachim Werner in Rheden.

Für die freundlich gewährte Unterstützung bei der Lösung fachspezifischer Fragen danke ich den Kollegen aus den anderen Arbeitsstellen des Akademienvorhabens „Deutsche Inschriften“, Herrn Dr. Hans Fuhrmann (Halle), Herrn Dr. Rüdiger Fuchs (Mainz) und Herrn Dr. Harald Drös (Heidelberg), die mir insbesondere bei schwierigen Lesungen wichtige Ratgeber waren. Herr Drös hat mir darüber hinaus vielfältige Auskünfte in heraldischen Fragen erteilt.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und die Bibliothek des Instituts für Historische Landesforschung haben mit ihren reichen Buch- und Zeitschriftenbeständen meine Arbeit sehr erleichtert. In der Göttinger Akademie der Wissenschaften habe ich immer wieder die Fachkompetenz der Kollegen aus den benachbarten Forschungsvorhaben in Anspruch nehmen können: Wertvolle Auskünfte gewährten Frau Dr. Nathalie Kruppa und Herr Dr. Christian Popp (Germania Sacra); Herr Dr. Christian Schäfer (Septuaginta-Institut) hat mich bei der Edition einer [Druckseite 8] hebräischen Inschrift unterstützt. Der Glockensachverständige der Ev.-lutherischen Landeskirche Hannovers, Herr Andreas Philipp, hat mich in vielen die Glocken betreffenden Fragen beraten.

Der Dr. Ludwig-Reichert-Verlag und das Memminger Medienzentrum haben in bewährter Zuverlässigkeit auch dieses Buch hergestellt. Mein ausdrücklicher Dank gilt Frau Ursula Reichert für ihre vertrauensvolle Geduld in der Schlussphase des Drucks. Dem Landschaftsverband Hildesheim e.V. und der VGH-Stiftung ist für einen namhaften Beitrag zur Finanzierung der Druckkosten zu danken.

Der ehemalige Vorsitzende der Göttinger Inschriftenkommission, Herr Professor Dr. Ulrich Schindel, hat die Anfänge der Arbeit mit großem Einsatz gefördert. Sein Nachfolger, Herr Professor Dr. Nikolaus Henkel, hat den Katalog durchgesehen und viele wertvolle Hinweise beigesteuert. Der seit dem 1. Oktober 2013 amtierende Vorsitzende der Kommission, Herr Professor Dr. Arnd Reitemeier, hat die Schlussphase mit anregender Gesprächsbereitschaft begleitet.

Dieses Buch hat in ganz besonderem Maße von der konstruktiven Arbeitsatmosphäre in der Göttinger Arbeitsstelle profitiert. Die lange, immer wieder unterbrochene Arbeit zu Ende zu bringen, wäre ohne die „alltägliche“ engagierte Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, Frau Hannah Boehlke M.A., Frau Inga Finck M.A., Herrn Dr. Jörg H. Lampe, Frau Lara-Sophie Räuschel, Frau Kläre Seemann, Frau Dr. Meike Willing und Frau Julia Zech M.A. kaum möglich gewesen. Frau Zech hat auch die Marken gezeichnet und die Vorbereitung des Abbildungsteils übernommen. Herr Lampe hat mich an seiner großen landeshistorischen Erfahrung teilhaben lassen und bis hin zum letzten Korrekturgang die Arbeit mit vielen Anregungen und Hinweisen tatkräftig und kritisch unterstützt. In der redaktionellen Schlussphase habe ich von meinen erfahrenen Kolleginnen Frau Dr. Christine Magin (Arbeitsstelle Greifswald) und besonders von Frau Dr. Sabine Wehking zusätzlich wertvolle Hilfe bekommen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.

Leider hat der Begründer der Göttinger Inschriftenkommission, Herr Professor Dr. Dr. h. c. Karl Stackmann, mein Lehrer und Doktorvater, das Erscheinen dieses Bandes nicht mehr erlebt. Er ist am 4. November 2013 gestorben. Seinem Andenken sei dieser Band gewidmet.

Göttingen, Weihnachten 2013|Christine Wulf

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1.2 Vorbemerkung und Benutzungshinweise

Der vorliegende Band enthält die Inschriften des Landkreises Hildesheim bis zum Jahr 1650 in den Kreisgrenzen von 1981.1) Die Inschriften der Stadt Hildesheim (in den Grenzen von 1650) sind in einem eigenen, 2003 erschienenen Band ediert.2) Folglich haben die Inschriften der nach 1650 in die Stadt Hildesheim eingemeindeten Orte, wie z. B. Hildesheim-Moritzberg, erst hier Berücksichtigung gefunden. Aufgenommen wurden sowohl die erhaltenen als auch die nur noch in Abschriften oder Fotografien überlieferten Texte. Dabei wurde Vollständigkeit angestrebt, doch ist angesichts der Vielfalt des Bestands nicht ausgeschlossen, dass nach Abschluss der Sammlung weitere Inschriften bekannt werden. Derartige Neufunde werden in regelmäßigen Abständen auf der Plattform „Deutsche Inschriften Online“ veröffentlicht.3)

Als Kriterium für die Aufnahme in diesen Band gilt – wie für die Reihe „Die Deutschen Inschriften“ generell – das Provenienzprinzip, d. h. es werden nur solche Stücke berücksichtigt, für die einigermaßen sicher nachweisbar ist, dass sie sich vor 1651 im Bearbeitungsgebiet befunden haben. Im Fall des vorliegenden Landkreisbestands schien es allerdings geboten, diese Regel nicht strikt anzuwenden, da für die mobilen Objekte der Kirchenausstattung wie Kelche, Patenen, Leuchter oder Glocken trotz detaillierter Recherche oft nicht erweisbar war, ob sie bereits vor 1650 am heutigen Standort waren. Bei unsicherer Provenienz steht am Anfang des Artikels ein entsprechender Hinweis.

Die Anordnung der Inschriften und die Einrichtung der einzelnen Artikel folgen den Richtlinien der Reihe „Die Deutschen Inschriften“.4) Dementsprechend werden nur diejenigen Schriftzeugnisse erfasst, die ursprünglich mittels verschiedener handwerklicher Techniken auf dauerhaften Materialien angebracht und nicht mit einer Feder auf Papier oder Pergament geschrieben worden sind. Ausgeklammert bleiben ferner Inschriften auf Siegeln, Münzen und Medaillen, die größtenteils aus serieller Produktion stammen und Gegenstand von Spezialdisziplinen sind. Isoliert stehende Jahreszahlen und Initialen sind chronologisch im Anhang 1 (A1) nach Nr. 462 aufgeführt. Haus- und Meistermarken werden nur dann berücksichtigt, wenn sie in Verbindung mit Inschriften erscheinen. In diesem Fall sind sie in Nachzeichnungen unter der Registerkarte Materialen wiedergegeben. Auf die Marken wird durch Signaturen (H1, M1) in den Beschreibungen verwiesen.

Die Inschriften sind chronologisch angeordnet. Für undatierte Inschriften wurde eine möglichst enge Eingrenzung ihres Entstehungszeitraums vorgenommen. Sie sind jeweils an das Ende des ermittelten Zeitraums gestellt. Konnte ein terminus post oder ante quem ermittelt werden, ist der Artikel vor bzw. nach der Inschrift, deren Datum am nächsten liegt, eingeordnet.

1.3 Der Aufbau der Katalogartikel

Jeder Katalogartikel fasst die Inschriften eines Objekts zusammen. Die Katalogartikel sind untergliedert in Kopfzeile, Beschreibung, Wiedergabe des Inschriftentextes, Kommentar und Apparat.

Die Kopfzeile enthält die laufende Nummer, die Bezeichnung des Standortes und die Datie- [Druckseite 10] rung(en) der Inschrift(en). Bei erhaltenen Inschriften ist der aktuelle, bei verlorenen der letzte nachweisbare Standort genannt.

Ein Kreuz neben der laufenden Nummer kennzeichnet Inschriften, deren Original verloren ist.
(†) Ein Kreuz in Klammern steht 1. wenn der Inschriftenträger zwar vorhanden, die Inschrift als ganze jedoch nicht original überliefert ist, 2. wenn der Träger eines Inschriftenensembles verloren, aber ein Teil der Inschrift(en) im Original vorhanden ist, oder 3. wenn ein erheblicher Teil der Inschriften eines erhaltenen Trägers nur kopial überliefert ist.
†? Ein Kreuz mit Fragezeichen steht bei fotografisch oder kopial überlieferten Inschriften, deren Original möglicherweise noch erhalten ist, aber nicht zugänglich war und folglich nicht nach Autopsie wiedergegeben werden kann.
1465? Ein Fragezeichen bezeichnet eine zweifelhafte Datierung.

Die Beschreibung enthält Angaben zur Ausführung des Inschriftenträgers und der Inschrift(en), zu ihren früheren Standorten und gegebenenfalls zu den Verlustumständen. Alle Richtungsangaben verstehen sich vom Blickpunkt des Betrachters aus, nur für die Wappenbeschreibungen wird entsprechend den Regeln der heraldischen Fachsprache umgekehrt verfahren. Mehrere Inschriften auf einem Inschriftenträger werden mit A, B, C etc. bezeichnet. Werden zwei verschiedene, zusammengehörige Inschriftenträger in einem Artikel zusammengefasst, sind die Inschriften mit I und II bezeichnet. Für original überlieferte Inschriften werden die Maße des Inschriftenträgers, die Buchstabenhöhe und die Schriftart angegeben. Bei kopial überlieferten Inschriften ist die für die Edition maßgebliche Quelle genannt. Entsprechendes gilt für fotografisch oder zeichnerisch überlieferte Inschriften. Soweit aus der kopialen Überlieferung Maße und Schriftart bekannt sind, werden diese mit einem entsprechenden Verweis übernommen.

Die Inschriftentexte sind eingerückt und werden fortlaufend wiedergegeben. Texte in gebundener Sprache sind versweise abgesetzt, auch wenn die Inschrift im Original fortlaufend erscheint. Für die Edition nach der kopialen Überlieferung gilt, dass die vom Kopisten gewählte Wiedergabe in Groß- oder Kleinbuchstaben beibehalten wird. Die Interpunktion der kopialen Überlieferung wird getilgt.

[ ] Eckige Klammern markieren bei einer original überlieferten Inschrift Textverlust und schließen die Ergänzungen der Bearbeiterin und aus der kopialen Überlieferung ein.
[. . .] Punkte in eckigen Klammern bezeichnen Textverlust, der nicht ergänzt werden kann. Lässt sich die Länge des verlorenen Textes feststellen, markiert ein Punkt jeweils einen ausgefallenen Buchstaben.
[- - -] Lässt sich die Länge des verlorenen Textes nicht feststellen, stehen drei durch Spatien getrennte Striche.
( ) Runde Klammern schließen aufgelöste Abkürzungen ein. Bei der Auflösung der Abkürzungen ist AE- oder E-Schreibung je nach Usus der Inschrift eingesetzt, ebenso U und V. Wenn die Inschrift keinen Anhaltspunkt gibt, wird nach klassischem Gebrauch verfahren. Punkte auf der Grundlinie oder hochgestellte Punkte nach Abkürzungen werden nur dann beibehalten, wenn die Inschrift durchgehend mit Worttrennern versehen ist. Abkürzungen von Bibelstellenangaben innerhalb einer Inschrift werden nicht aufgelöst. S für S(ANCTUS), S(ANCTA), S(ANKT), S(UNTE) etc. wird beibehalten, wenn keine sprachlich eindeutige Auflösung möglich ist.
< > Spitze Klammern bezeichnen spätere Nachträge auf einem Inschriftenträger oder schließen für Nachträge freigelassene Stellen ein. In Einzelfällen, auf die besonders hingewiesen wird, weisen spitze Klammern auch die Textpassagen aus, die bei Restaurierungen ergänzt worden sind. [Druckseite 11]
/ Ein Schrägstrich markiert das Zeilenende.
// Doppelte Schrägstriche markieren den Wechsel des Inschriftenfeldes.
AE Ein unter mehrere Buchstaben gesetzter Strich bezeichnet eine Ligatur dieser Buchstaben.

Lateinischen, griechischen und hebräischen Inschriften werden Übersetzungen beigegeben. Niederdeutsche Inschriften werden übersetzt, wenn sich ihr Verständnis nicht von selbst erschließt. Runde Klammern schließen in den Übersetzungen Zusätze ein, die dem Textverständnis dienen, aber keine wörtliche Entsprechung im Ausgangstext haben. Im Anschluss an die Übersetzung wird bei metrischen Inschriften das Versmaß und gegebenenfalls die Reimform genannt.

Die Wappenzeile verzeichnet die im Zusammenhang mit den Inschriften überlieferten Wappen. Bei Ahnenproben gibt das Druckbild die Anordnung der Wappen wieder. Die Wappen werden in den zugehörigen Ziffernfußnoten beschrieben. Häufig vorkommende Wappenbeschreibungen – gekennzeichnet durch * – sind im Register 3a. Wappenbeschreibungen zusammengefasst.

Der Kommentarteil enthält Erläuterungen zu verschiedenen mit der Inschrift oder dem Inschriftenträger zusammenhängenden Fragen. Sie können sich beispielsweise auf Besonderheiten der Schrift,5) der Sprache oder des Inhalts einer Inschrift beziehen, historische bzw. biografische Angaben enthalten oder der Erklärung ikonografischer Zusammenhänge dienen.

Der Apparat besteht aus Buchstaben- und Ziffernanmerkungen sowie Nachweisen der kopialen Überlieferung.

Die Buchstabenanmerkungen beziehen sich auf textkritische Probleme der Inschrift. Sie enthalten abweichende Lesarten der kopialen Überlieferung, soweit diese relevant sind, und weisen auf orthografische Besonderheiten oder fehlerhafte Stellen in der Inschrift hin.

Die Ziffernanmerkungen enthalten Erläuterungen und Literaturnachweise.

Die am Schluss des Artikels aufgeführten Literaturangaben stellen in chronologischer Folge die wichtigsten kopialen Überlieferungen sowie ältere Editionen und Abbildungen der Inschrift zusammen. Vollständigkeit ist hier nicht angestrebt. Ist die Inschrift lediglich abschriftlich, zeichnerisch oder fotografisch überliefert, steht an erster Stelle die Quelle, nach der die Inschrift ediert wird.

  1. Vgl. die Karte des Landkreises Hildesheim und seiner Inschriftenstandorte unter der Registerkarte Materialien. »
  2. Die Inschriften der Stadt Hildesheim, gesammelt und bearbeitet von Christine Wulf unter Benutzung der Vorarbeiten von Hans Jürgen Rieckenberg. (Die Deutschen Inschriften 58) 2 Teilbände. Wiesbaden 2003. »
  3. Deutsche Inschriften Online: www.inschriften.net»
  4. Vgl. http://www.inschriften.net/projekt/richtlinien/edition.html. (Letzte Benutzung 01.11.2013). »
  5. Für die inschriftenpaläografischen Beschreibungen wird das in der Terminologie zur Schriftbeschreibung zusammengestellte Begriffsinventar verwendet, vgl. Deutsche Inschriften. Terminologie zur Schriftbeschreibung. Wiesbaden 1999. »