Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Gesammelt und bearbeitet von Harald Drös

Der Band enthält die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des Landkreises Göppingen bis zum Jahr 1650. Erfaßt sind sowohl die erhaltenen als auch die nur mehr abschriftlich überlieferten Texte.

Wichtige Inschriftenstandorte sind die württembergische Amtsstadt Göppingen und Geislingen, das Verwaltungszentrum der Unteren Herrschaft der Reichsstadt Ulm. Die Ritterschaft als dritter politischer Faktor ist mit zahlreichen Inschriften repräsentiert. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die weit verzweigte Familie von Rechberg mit ihrem umfangreichen Besitz im Norden des Landkreises. Die Donzdorfer Pfarrkirche erscheint durch die vor allem aus der reichen Kopialüberlieferung gewonnenen Inschriften in ganz neuem Licht als die zentrale Grablege mehrerer Linien des Geschlechts ab dem späten 14. Jahrhundert. In Wiesensteig zeugen etliche Inschriften von der Herrschaft der 1627 ausgestorbenen Grafen von Helfenstein. Das Prämonstratenserkloster Adelberg hat nur wenige, gleichwohl kunsthistorisch und historisch bedeutende Inschriftenträger bewahrt.

Von der großen Attraktivität der seit dem Spätmittelalter florierenden Heilbäder in Göppingen, Jebenhausen und Überkingen künden über 200 Wappentafeln, die die zufriedenen Badegäste zur Erinnerung an ihren Kuraufenthalt gestiftet haben. Die Inschriften dieser Tafeln werden hier erstmals wissenschaftlich ediert und somit für personengeschichtliche Forschungen erschlossen.

Nahezu die Hälfte der Texte in diesem Band sind Inschriften des Totengedenkens. Daneben sind Glockeninschriften in ungewöhnlich hoher Zahl vertreten. Das Spektrum der Inschriften, die mit beschrifteten Gürtelteilen aus einem Alamannengrab des 7. Jahrhunderts einsetzen, reicht ferner von aussagekräftigen Bau-, Weihe- und Stiftungsinschriften – darunter die älteste nach der christlichen Aeren-Rechnung datierte Bauinschrift Deutschlands von 984 in der Gingener Pfarrkirche – über Wandmalereien bis hin zu Inschriften auf Gemälden, kirchlichen Ausstattungsstücken und liturgischen Geräten.

Die Aufzeichnungen des Pfarrers Markus Wollaib aus dem frühen 18. Jahrhunderts geben einen Eindruck von der heute fast ausnahmslos verlorengegangenen Ausstattung der Kirchen im ulmischen Herrschaftsgebiet in nachreformatorischer Zeit mit ihren zahlreichen an die Kirchenwände gemalten Bibelsprüchen, Gebeten und religiösen Mahnsprüchen. Die konfessionellen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts drücken sich in vielen der Inschriftentexte aus.

Der chronologisch angeordnete Katalogteil umfaßt insgesamt 501 lateinische und deutschsprachige Inschriften. Etwa 190 Texte werden hier erstmals veröffentlicht. Jedes Inschriftendenkmal wird beschrieben, die Texte werden kritisch ediert und gegebenenfalls übersetzt. Ein knapper Kommentar geht jeweils auf schriftkundliche und sprachliche Fragen ein und rückt die Inschrift in den historischen Kontext. Der Katalog wird durch zahlreiche Abbildungen, Stammtafeln und Pläne ergänzt und durch zehn ausführliche Einzelregister erschlossen.

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Hinweis: Die Einleitungen und das Literaturverzeichnis sind jeweils mittels eines persistenten Identifikators (URN) zitierfähig. Den Zitationshinweis finden Sie jeweils am Ende eines Kapiteltextes bzw. des Literaturverzeichnisses.

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Der Inschriftenband

DI41 cover

Die Inschriften des Landkreises Göppingen. Band 41 der Reihe „Die Deutschen Inschriften“. Gesammelt und bearbeitet von Harald Drös. Wiesbaden 1997. ISBN 3-88226-870-0

Reichert-Verlag