Die Inschriften der Stadt Hameln

Gesammelt und bearbeitet von Christine Wulf

Der Band umfaßt 188 Inschriften der Stadt Hameln bis zum Jahr 1650, wovon heute noch 95 erhalten sind, 93 sind kopial überliefert. Das Material setzt sich in der Hauptsache aus Haus- und Grabinschiften zusammen, daneben finden sich Inschriften auf Altargerät und auf Glocken sowie auf weiteren Gegenständen des kirchlichen und profanen Gebrauchs.

Chrakteristisch für den Hamelner Bestand ist die große Zahl von Hausinschriften. Sie geben Einblick in den Gebrauch von Bibelzitaten und sprichwörtlichen Redensarten. Darüber hinaus sind Ereignisse der Hamelnder Stadtgeschichte wie Pest und Hochwasser Themen der Hausinschriften. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang denjenigen Texten zu, die den sagenhaften Hamelner Kinderauszug zum Gegenstand haben. Haus- wie auch Grabinschriften überliefern weiterhin eine große Zahl von personengeschichtlichen Daten, die eine wertvolle Ergänzung der übrigen stadtgeschichtlichen Zeugnisse darstellen. Speziell die auf der Grundlage der Collectanea des Hamelner Pastors Magister Johann Daniel Gottlieb Herr edierten Grabinschriften stellen reiches Material für weitergehende Forschungen zur Verfügung. Als Ganzes gibt das hier vorgestellte Inschriftencorpus ein vielfältiges Bild des städtischen Lebens im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. So vermitteln die Texte u. a. einen Eindruck davon, wie das Stift St. Bonifatius und die Stadt nebeneinander existiert haben. Vielfach lassen sich an den Inschriften und ihren Trägern geistesgeschichtliche Prozesse beobachten: Dazu gehören z. B. die verschiedenen Vorstellungen von Tod, Jenseits und Auferstehung in den Grabinschriften der einzelnen Jahrhunderte, die Entwicklung der Volkssprache zu einem auch für repräsentative Zwecke geeigneten Ausdrucksmittel neben dem Latein, sowie die Verdrängung mundartlicher durch schriftsprachliche Formen.

Hinweis: Die Einleitungen und das Literaturverzeichnis sind jeweils mittels eines persistenten Identifikators (URN) zitierfähig. Den Zitationshinweis finden Sie jeweils am Ende eines Kapiteltextes bzw. des Literaturverzeichnisses.

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Der Inschriftenband

DI Band ohne Cover

Die Inschriften der Stadt Hameln. Band 28 der Reihe Die Deutschen Inschriften. Gesammelt und bearbeitet von Christine Wulf. Wiesbaden 1990. ISBN 978-3-88226-462-3

Reichert-Verlag