Die Inschriften der Stadt Hameln

[Druckseite IX]

1. Vorbemerkungen und Hinweise zur Benutzung

Die vorliegende Arbeit erfaßt die Inschriften der Stadt Hameln bis zum Jahr 1650. Mit eingeschlossen ist auch das Epitaph des Bürgermeisters Johannes Kulemann, der zwar vor 1650 gestorben ist, dessen Grabdenkmal aber erst 1666 gesetzt wurde. Aufgenommen wurden auch die Inschriften der St. Annen-Kapelle in Wangelist, da diese, ursprünglich als Leprosenkapelle gegründet, unmittelbar dem Stift St. Bonifatii unterstellt war und innerhalb der Hamelner Warten lag.1) Die Edition berücksichtigt sowohl original erhaltene als auch abschriftlich überlieferte Inschriften. Dabei ist Vollständigkeit angestrebt, sie kann jedoch aufgrund der unübersichtlichen Quellenlage kaum verwirklicht werden. Insbesondere bei den Hausinschriften ist damit zu rechnen, daß Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen weitere heute nicht sichtbare Texte zu Tage fördern.2)

Die Aufnahme und Anordnung der Inschriften sowie die Einrichtung der einzelnen Artikel folgen den Richtlinien der Interakademischen Kommission für die Herausgabe der deutschen Inschriften. Dementsprechend wurden alle Inschriften aufgenommen, die nicht Gegenstand anderer Disziplinen wie der Sphragistik oder Numismatik sind. Jahreszahlen ohne weiteren Text sind am Schluß des Katalogs (Nr. 188) in einer Übersicht zusammengestellt. Hausmarken, Steinmetz- und andere Meisterzeichen wurden nur dann erfaßt, wenn sie im Zusammenhang von Inschriften vorkommen. Sie sind im Anhang wiedergegeben: Anhang 1 enthält die Hausmarken (Sigle H), Anhang 2 die Meistermarken (Sigle M) und Anhang 3 die Hausmarken des Krameramtspokals (Sigle HK). Die jeweilige Sigle verweist in Verbindung mit einer Nummer vom Artikel des Katalogteils auf die Zeichnung im Anhang.

Die Inschriften des Katalogteils sind chronologisch angeordnet. Die Kopfzeile enthält links die fortlaufende Nummer, der ein Kreuz hinzugefügt wird, wenn das Original verloren ist, in der Mitte die Angabe des Standorts, rechts die Datierung.

  • Für undatierte Inschriften wurde eine möglichst enge Bestimmung ihres Entstehungszeitraums versucht. Sie sind jeweils am Ende des ermittelten Zeitraums eingeordnet.
  • Konnte ein terminus ante oder post quem ermittelt werden, ist der Artikel vor oder hinter der Inschrift mit dem nächstliegenden Datum eingeordnet.
  • Eine genaue Datierung, die nicht aus der Inschrift selbst hervorgeht, ist durch runde Klammern gekennzeichnet, eine zweifelhafte Datierung mit einem Fragezeichen versehen.

Der erste Abschnitt eines Artikels enthält Angaben über den Inschriftenträger, dessen Material, die Überlieferungsgeschichte, den Platz der Inschrift und eventuell eine Beschreibung des ikonographischen Zusammenhangs.

  • Sofern sich auf einem Inschriftenträger mehrere Inschriften befinden, sind diese durch A, B, C usw. bezeichnet.
  • [Druckseite X] Die Beschreibung erfolgt vom Blickpunkt des Betrachters aus. Bei Wappen ist der heraldische Standort maßgeblich.
  • Bei kopial überlieferten Inschriften ist die zitierte Quelle angegeben.
  • Original überlieferten Inschriften stehen die Angaben über die Maße des Inschriftenträgers, die Buchstabenhöhe und die Schriftart voran. Bei Hausinschriften konnten in den meisten Fällen nur geschätzte Maßwerte angegeben werden. Die Angaben der Buchstabenhöhe orientieren sich an n und N.

Zur Wiedergabe des Inschriftentexts:

  • Eckige Klammern schließen Ergänzungen ein. Textverlust, der nicht ergänzt werden kann, ist durch leere eckige Klammern angedeutet. Das Ausmaß des Textverlusts wird durch eine den fehlenden Buchstaben schätzungsweise entsprechende Zahl von Punkten bezeichnet.
  • Runde Klammern enthalten aufgelöste Abkürzungen.
  • Der Schrägstrich markiert das Zeilenende.
  • Bögen unter der Zeile bezeichnen Ligaturen.
  • Spitze Klammern enthalten nachträglich auf dem Inschriftenträger angebrachte Texte, sofern diese noch aus dem Berichtszeitraum stammen.

Lateinischen Inschriften folgt unmittelbar eine Übersetzung. Bei metrischen Inschriften ist außerdem das Versmaß angegeben.

Der Kommentar behandelt die Inschriften unter inhaltlichen Gesichtspunkten. Je nach Problemlage ist er mehr oder weniger ausführlich. Da die meisten der hier edierten Inschriften bisher noch nicht für stadtgeschichtliche Untersuchungen ausgewertet worden sind, lag es nahe, die in den Bänden der Göttinger Reihe geübte Praxis des ausführlichen Kommentars auch für die Hamelner Inschriften beizubehalten.

Der Apparat gliedert sich in Buchstaben- und Ziffernanmerkungen.

  • Buchstabenanmerkungen beziehen sich auf textkritische Probleme, sie enthalten Varianten, weisen auf Unsicherheiten der Lesung sowie auf orthographische Besonderheiten der Überlieferung hin.
  • Ziffernanmerkungen enthalten Erläuterungen sowie Quellen- und Literaturnachweise.
  • Am Schluß des Artikels stehen in chronologischer Folge Nachweise der wichtigsten kopialen Überlieferungen und Abbildungen der Inschrift. Sofern das Original verloren ist, steht die Quelle, nach welcher der Text wiedergegeben wird, an erster Stelle.

Zitationshinweis:

DI 28, Hameln, Einleitung, 1. Vorbemerkungen und Hinweise zur Benutzung (Christine Wulf), in: inschriften.net,  urn:nbn:de:0238-di028g004e005.

  1. Vgl. HSTA Hannover, Kartenabteilung 11b/1 pm, (Karte des 16. Jahrhunderts) Kopie im Sta Hameln: die Karte verzeichnet keinen Ort Wangelist, sondern nur ein Siechenhaus ohne eigenen Ortsnamen. Im Jahr 1405 ist der Ort noch urkundlich erwähnt (HUB I, 706), nach Angaben Uhlhorns war er 1478 wüst, vgl. Friedrich Uhlhorn, Die Kapelle in Wangelist. Hameln 1908, S. 2. Näheres zur Geschichte der Kapelle in Wangelist s. S. XII. »
  2. Während der Drucklegung dieses Bandes wurde die Inschrift Nr. 78a freigelegt, siehe Nachtrag S. 133. »