Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 484 Duchroth, Dimrother Hof 1615

Beschreibung

Grenzstein mit Initialen, Wappen und Jahreszahl. Steht gegenwärtig im straßenseitigen Vorgarten des Hauptgebäudes1). Quader aus gelb-rotem Sandstein mit neuer farblicher Fassung, unterer Teil fehlt.

Maße: H. 40, B. 25, T. 9, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/2]

  1. H · I · P / / 1 6 1 5

Wappen:
Pfalz-Zweibrücken? (Rauten).

Kommentar

Wie der Montforter Hof2) gehörte auch der südlich von Duchroth gelegene Dimrother Hof seit alters her zu Pfalz-Zweibrücken; beide Höfe werden erstmals 1407 urkundlich genannt3) und wurden wohl gemeinsam verliehen. Da es zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu Grenzstreitigkeiten zwischen der Herrschaft, den angrenzenden Gemeinden und den Lehensträgern kam, könnte der vorliegende Stein zu denen gehören4), die anläßlich der 1613 erfolgten Einigung neu gesetzt wurden. Daher wäre es nicht undenkbar, die Initialen mit H(ERZOG) I(OHANN) P(FALZGRAF) (Johann II. von Pfalz-Zweibrücken5)) aufzulösen und das Wappen mit einem der Hauptbestandteile seines Wappens, den bayerischen Rauten, zu identifizieren.

Anmerkungen

  1. Erfaßt von K. Dick am 9. April 1980 für die Kartei der Pfälz. AG für Grenz- und Flurdenkmäler.
  2. Vgl. Nr. 433 von 1601.
  3. Vgl. Herzog, Duchroth 200.
  4. Das obere linke Eck eines zweiten Grenzsteines ist innen in die gartenseitige Mauer des Dimrother Hofes eingelassen, erkennbar sind noch die Buchstaben H · I und ein kleines Stück des Rautenwappens. Zudem befinden sich drei weitere Grenzsteine von 1740, 1762 und 1763 auf dem Hofgelände.
  5. Vgl. zu ihm Nr. 478 von 1614.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 484 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0048402.