Inschriftenkatalog: Hohenlohekreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 73: Hohenlohekreis (2008)

Nr. 65† Künzelsau, ev. Johanneskirche 1463

Beschreibung

Glocke des Meisters Daniel von Heilbronn. Am 26. Juni 1917 abgeliefert und eingeschmolzen1. Die Glocke war damals bereits durch einen Sprung beschädigt, der den Klang beeinträchtigte. Schulterinschrift.

Inschrift nach OAB Künzelsau.

Maße: Dm. 97–98 cm.2

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. S . Lucas + S . Marcus + S . Mateus + S . Johannes + anno dom(ini) MCCCCLXIIIa)

Kommentar

Der Auftrag von Dechant und Pfarrer, Schultheiß und Gericht zu Künzelsau an Meister Daniel zum Umguß der Künzelsauer Glocke ist im Künzelsauer Stadtarchiv erhalten, er datiert vom 21. Januar 14633. Dem Text des Kerbzettels zufolge sollte die Glocke die mittlere Glocke des Geläutes ersetzen, die zersprungen war. Der Gießer ist von 1450 bis 1473 in Heilbronn urkundlich nachweisbar4. Eine durch archäologische Grabungen im Langhaus der Johanneskirche nachgewiesene Glockengußanlage dürfte zu der Glocke von 1463 gehören5.

Textkritischer Apparat

  1. Die Zahlzeichen im Original sicherlich in Minuskeln ausgeführt; MCCCCXIII Glockenbeschlagnahmeakten (Schreibfehler).

Anmerkungen

  1. LKA, A 26 Nr. 1483,2 (Glockenbeschlagnahme 1917, OA Künzelsau).
  2. Angabe nach den Glockenbeschlagnahmeakten.
  3. Rauser, Künzelsaus stadteigene Urkunden 42 Nr. 4; vgl. Dt. Glockenatlas Württ./Hohenzollern 32 Anm. 79.
  4. Dt. Glockenatlas Württ./Hohenzollern 32.
  5. Stachel, Johanneskirche 61f.

Nachweise

  1. OAB Künzelsau 268.
  2. Keppler 176 (nur erwähnt).
  3. LKA, A 26 Nr. 1483,2 (Glockenbeschlagnahme 1917, OA Künzelsau).
  4. Kdm. Künzelsau 49 (nur erwähnt).

Zitierhinweis:
DI 73, Hohenlohekreis, Nr. 65† (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di073h016k0006508.