Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 121 St. Jacobi M.14.–1.D.15.Jh., E.15.–A.16.Jh., 1622

Beschreibung

Grabplatte für Hinrich N. N. (A), Klaus Kogheler d. J. (B) und Hans Brandenburg (C). Kalkstein. Querrechteckige Platte im fünften Joch des südlichen Seitenschiffs, auf einem Mauersockel an der Außenwand aufgestellt.1) In der Plattenmitte die kreisförmige Inschrift A für Hinrich N. N. Sie ist stark abgetreten und im unteren und linken Bereich nicht mehr lesbar. Im Kreisinneren eine Hausmarke (H42). Im oberen Bereich der Platte Inschrift B mit rechtsbündigem Zeilenschluss für Klaus Kogheler. Die Worttrenner sind paragrafzeichenförmig. Zwischen A und B auf der linken Plattenhälfte Inschrift C für Hans Brandenburg. Darunter eine Kartusche mit der beschädigten Initiale E. Rechts von A die Initiale D. Die Inschriften A und B erhaben in vertiefter Zeile, C und D eingehauen, E erhaben ausgehauen.

Maße: H. 104 cm, Br. 128 cm. Bu. 11 cm (A), 8 cm (B), 5 cm (C), 13 cm (D), 10 cm (E).

Schriftart(en): Gotische Minuskel (A), mit Versal (B), Kapitalis (C–E).

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    hic ˑ iacet ˑ hinricus ˑ [ - - - ]a) ˑ ei(us) ˑ

  2. B

    Clawes ˑ kogheler ˑ un ˑ sin[en] / ervenb)

  3. C

    DISSE STEIN HORET / HANS BRANDEN/BORCH VND / SINEN ERVEN / ANNO 1622

  4. D

    M

  5. E

    H

Übersetzung:

Hier liegt Hinrich (...) seine (...). (A)

Kommentar

Inschrift A in der älteren Form der gotischen Minuskel zeigt unten stumpf endende Schäfte bei n und i, woraus sich ein Datierungsrahmen von der Mitte des 14. bis zum ersten Drittel des 15. Jahrhunderts ergibt.

Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert gelangte die Platte an Klaus Kogheler d. J. (B), dem eine weitere, ebenfalls in der Jacobikirche, mit der gleichen Inschrift gehörte (Kat.-Nr. 103).2) Die Initiale M (Inschrift D) ist auf der zweiten Platte ebenfalls zu finden, von derselben Form, dort aber in einem schildförmigen Umriss. 1622 ging die Grabplatte an Hans Brandenburg über, der je ein Haus in der Langen Straße und der Hunnenstraße besaß und 1608 das Bürgerrecht erlangt hatte.3) Die Identität eines weiteren Besitzers, der die Kartusche mit der Initiale H (Inschrift E) anbringen ließ, ist nicht bekannt.

Textkritischer Apparat

  1. Pyl liest und/oder ergänzt nach hinricus: [---] et jutta [---] vxor eius.
  2. Wortlaut der Inschrift nach Pyl: Carsten ba[---] vnde siner erven.

Anmerkungen

  1. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Jacobi, Nr. 9.
  2. Zu seiner Person und zur Inschrift siehe dort.
  3. StA Greifswald, Grundstückschronik, Lange Str. 29 (1616, 1623), Hunnenstr. 22 (1609, 1615); StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 31v (4. November 1608).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 654 (A, B), 657 (C).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 121 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0012104.