Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 105 St. Marien 1413, 1630

Beschreibung

Grabplatte für Dietrich N. N. (A) und Peter Kröpelin (B, C). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im ersten Joch des südlichen Seitenschiffs.1) Mit der rechten oberen Ecke reicht sie unter das Gestühl. Außen umlaufend die teilweise abgetretene Inschrift A für Dietrich N. N., in den Ecken Medaillons mit den Evangelistensymbolen. In der Plattenmitte ein zu A gehöriger gelehnter Wappenschild, das Wappenbild nicht mehr zu erkennen. Am oberen Rand des Innenfeldes Inschrift B für Peter Kröpelin. Die Enden der oberen drei Zeilen werden vom Gestühl verdeckt. Unterhalb von B ein zugehöriger Schild mit einer Hausmarke (H33), die von den Initialen C begleitet wird. Die untere Schildspitze überdeckt teilweise die Ritzzeichnung eines Wecken als Zunftzeichen der Bäcker. Im unteren Drittel der Platte Nummerierung D. Inschrift A erhaben in vertieftem Feld, die übrigen eingehauen.

Inschrift A ergänzt nach Pyl.

Maße: H. 210 cm, Br. 98 cm. Bu. 8,5 cm (A), 4,5 cm (B), 5,5 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versal (A), Kapitalis (C), mit Versalien (B).

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    Anno d[omini / m cccc xiii in die octavo post purificacionis] m/arie obiit / tidericus [...]uera) cu[ius anima requiescat in pace]

  2. B

    DIESER ST[...] / VND BEGREBN[ - - - ] / PETER KRÖPELIN V[ND] / SEINEN ERBEN ANNO / 1630b)

  3. C

    P Kc)

  4. D

    22

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1413 am achten Tag nach Mariä Reinigung (Mariä Lichtmess, 10. Februar) starb Dietrich (...). Seine Seele ruhe in Frieden. (A)

Wappen:
Kröpelin

Kommentar

Pyl hat für Inschrift A als Nachnamen desjenigen, dem die Platte ursprünglich gewidmet wurde, Grever angegeben. Eine Familie dieses Namens ist in Greifswald für den infrage kommenden Zeitraum jedoch nicht nachzuweisen. Außerdem ist Pyls Lesung des Namens heute nicht mehr überprüfbar, da die Inschrift an dieser Stelle inzwischen abgetreten ist. Daher lässt sich nicht mehr feststellen, für welchen 1413 verstorbenen Dietrich die Platte angefertigt wurde. 1630 kam sie in den Besitz des Weißbäckers Peter Kröpelin (B, C), der 1624 das Bürgerrecht erlangt hatte.2) Später ging sie an die Marienkirche (D).

Textkritischer Apparat

  1. [...]uer] greuer Pyl. Siehe dazu den Kommentar.
  2. Die Inschrift ist zu ergänzen zu ‚Dieser Stein und Begräbnis gehört Peter Kröpelin und seinen Erben Anno 1630‘.
  3. P K] Für ‚Peter Kröpelin‘.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 246. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 43.
  2. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 46v (3. Juli 1624). Ein Peter Kröpelin, vermutlich der Sohn des Grabplattenbesitzers, heiratete am 19. April 1670 Dorothea Henning. Ihm gehörten je ein Haus in der Steinbecker- und in der Langen Straße; Schubert, Trauregister 9, S. 15 (Nr. 637); StA Greifswald, Grundstückschronik, Steinbeckerstr. 18 (1665), Straße der Freundschaft (seit 1990 wieder Lange Str.) 62 (1680).

Nachweise

  1. Kirchner, Grabsteine Marienkirche, S. 223 (A).
  2. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 564 (A), 600 (B).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 105 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0010500.