Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 25 St. Marien 1.H.14.Jh., 1600

Beschreibung

Grabplatte für Karsten Grubenhagen (B). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im zweiten Joch des nördlichen Seitenschiffs.1) Alle Seiten sind beschnitten, die rechte untere Ecke fehlt. Die Reste von Inschrift A verlaufen an der oberen Schmalseite und der rechten Langseite. In der oberen Plattenhälfte sind sie stark abgetreten. Durch die Verkleinerung der Platte fehlen die oberen Enden der Buchstaben. Inschrift B im oberen Plattendrittel, darunter ein Schild mit einer Hausmarke (H5). In der Plattenmitte Nummerierung C. Inschrift B erhaben in vertieftem Feld, A und C eingehauen.

Inschrift A ergänzt nach Pyl.

Maße: H. 228 cm, Br. 92 cm. Bu. 7,5 cm (A), 7 cm (B).

Schriftart(en): Gotische Majuskel (A), Mischschrift aus gotischer Minuskel und Fraktur (B).

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    [AN(N)O D(OMI)NI - - - ] / [ - - - MANO] ˑ [..]V PAVXI [ - - - ] / [ - - - ] / [ - - - ]

  2. B

    Carsten Grvbenhagen vnd / sine Erven a(nn)o 1600

  3. C

    K / 34

Wappen:
Grubenhagen

Kommentar

Da die älteste Inschrift (A) weitgehend zerstört und unverständlich ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen, wessen Grab die Platte ursprünglich bedeckte. Die Verwendung der gotischen Majuskel weist in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im Jahr 1600 wurde die Grabplatte von Karsten Grubenhagen erworben (B), der zu Beginn des Jahres 1593 das Bürgerrecht erlangt hatte.2) 1596 erhielt er von seinem Vater ein Haus in der Hunnenstraße und erwarb ein weiteres in der Knopfstraße, das er noch 1627 bewohnte.3) Im 17. Jahrhundert ging die Grabplatte in den Besitz der Marienkirche über (C).

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 97. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 187.
  2. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 18v (zwischen 17. Januar und 7. Februar 1593).
  3. StA Greifswald, Grundstückschronik, Hunnenstr. 4–7 (1596; der Eintrag zu 1609 lässt sich nicht verifizieren); Knopfstr. 43–47 (1596, 1616, 1627).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 473 (B), 550 (A).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 25 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0002507.