Inschriftenkatalog: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 78: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt (2009)

Nr. 448 Loffenau–Teufelsmühle, Grenzertkopf 1608?, 16.–17. Jh?

Beschreibung

Zwei Felsblöcke. Etwa 50 m südwestlich des Wanderheims „Teufelsmühle“ inmitten mehrerer Geröllsteine. Sandstein. Der größere der beiden Felsblöcke gleicht einer querrechteckigen, sich in eine Richtung konisch verjüngenden Platte (I). Der kleinere ist ebenfalls rechteckig geformt und weist an einer Seite eine stufenförmige Aussparung auf (II).

I. Auf der Oberfläche zahlreiche Namensinitialen und Ritzzeichnungen.1 Etwa in der Mitte ein eingeritztes, an einer Seite nicht geschlossenes Quadrat, dessen innere Ecken mit Winkelstützen versehen sind. Links daneben zwei Folgen von Namensinitialen (A, B). Etwas oberhalb davon zwei weitere Buchstaben (C). Auf der anderen Seite des Quadrates in einigem Abstand der Name Mustafa / Afrigan (?). Darüber die Zahl 597, flankiert von der Jahreszahl 166[.] und den wohl nicht dazugehörigen Initialen (D). Oberhalb davon die Initialen (E), denen nach einem Abstand von ca. 20 cm der Buchstabennexus (F) folgt. Die von Jägerschmid bezeugte Jahreszahl (G) ist heute nicht mehr auffindbar.2

Inschrift (G) nach Jägerschmid, Das Murgthal etc.

Maße: B. 180, L. 700, Bu. 8 (A), 6 (B), 10 (C), 6 (D), 10 (E), 8 cm (F).

Schriftart(en): Kapitalis.

Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/6]

  1. A

    Ia) · CW

  2. B

    IAb)

  3. C

    FG

  4. D

    AHb)

  5. E

    HIAc)

  6. F

    HK

  7. G†

    1608

II. Auf der Oberfläche drei parallel zur Längsseite des Steinblocks eingeritzte Nameninschriften: Neben den Initialen (H) folgt rechts FORSTCOMMISSAER / FROEHNER / 1834 und darunter PAUL SHIEL 1899 / Ph. // H.

Maße: B. 200, L. 240, Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. H

    · I · K · L ·d)

Die Initialen sind bislang nicht auflösbar und lassen sich anhand der Buchstabenformen auch nicht sicher datieren. Es ist jedoch durchaus möglich, daß sie bereits im 16. Jahrhundert entstanden.3 Der Stein diente seit 1822 zur Markierung der Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg.4

Textkritischer Apparat

  1. Über dem Schaft ein Punkt. Dem unteren Ende des I entspringt eine geschwungene Zierlinie, die den Schaft in der Mitte durchschneidet und rechts davon an der oberen Zeilenlinie endet. Deshalb auch die Lesung 1 denkbar.
  2. Die Buchstaben stehen in Bezug auf Inschrift (A) auf dem Kopf. Der Balken des A ist gebrochen.
  3. Der Balken des H mit einer Ausbuchtung nach unten; über dem I ein Punkt; der Balken des A ist gebrochen.
  4. · I · K · L ·] Über dem I ein Punkt. Als Worttrenner dienen Punkte auf halber Zeilenhöhe.

Anmerkungen

  1. Hier werden nur diejenigen Vermerke registriert, die vor 1650 entstanden sein könnten.
  2. Vgl. Jägerschmid, Baden (wie unten); ders., Murgthal (wie unten).
  3. Vgl. zum Einsetzen der Kapitalis im Bearbeitungsgebiet Einl. Kap. 5.4, LXXXVIf.
  4. Vgl. Jägerschmid, Baden (wie unten).

Nachweise

  1. K. Friedrich Viktor Jägerschmid, Das Murgthal besonders in Hinsicht auf Naturgeschichte und Statistik, Nürnberg 1800, 201 (erw.).
  2. Ders., Baden und der untere Schwarzwald im Großherzogthum Baden mit seinen Thälern und Gesundbrunnen. Geographisch, naturhistorisch, geschichtlich und statistisch beschrieben, Karlsruhe 1846, 167 (erw.).
  3. Scheifele, Waldgeschichte 286f. (erw.).

Zitierhinweis:
DI 78, Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt, Nr. 448 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di078h017k0044802.