Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 253 Stadtmuseum, aus Worms-Hochheim, Maria Himmelskron 1460 o. 1463

Beschreibung

Grabplatte der Agnes von Gemmingen, Ehefrau des Nikolaus Grick von Dirmstein. An der Innenwand des nördlichen Seitenschiffs, 3. Stein von Westen, aus dem Kloster Maria Himmelskron in Hochheim.1) Hochrechteckige Platte aus hellgelbem Sandstein, grau verputzt, mit Umschrift zwischen Linien, eine Silbe oben im Feld, darunter erhaben aufgehängtes rundes Wappen ohne sicher erkennbare Zeichnung. Bestoßen und am Rand ausgebessert.

Maße: H. 212,5, B. 90,5, Bu. 8,5-9 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel, sehr spät.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. + ANNO · D(OMI)NI · M · / CCCC · LX · III · K(A)L(ENDAS)a) SEPTE(M)BRISb) · O(BIIT) · AGNES · DE · / GEM(M)I(N)GENb) · RELI/CTAc) · DOMICELLI · NICOLAI · GRICKd) · D(E)b) · DIRM/STEI(N)

Datum: 30. August 1460 oder 1. September 1463.

Wappen:
unkenntlich, da abgearbeitet, eventuell Sparren?

Kommentar

Für die Hochheimer Grabplatte der Agnes Grick von Dirmstein wurde eine in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Wormser Raum verbreitete sehr späte gotische Majuskel benutzt; ihr wesentliches Kennzeichen sind wie hier besonders deutlich kräftige Schwellungen und starke Sinuskrümmungen.2) Zur Datierung ist anzumerken, daß die oben favorisierte Deutung als tertio (die ante) kalendas lediglich auf der Beobachtung vergleichbarer Hochheimer Steine beruht, bei deren römischen Jahreszahlen kaum eine Trennung zwischen Zehnern und Einern vorkommt.

Agnes von Gemmingen war die Tochter Georgs und der Agnes von Remchingen.3) Ein „N. Grick von Dirmstein“ ist zu 1374 erwähnt,4) ein Hanman Grick von Dirmstein zu 1419.5)

Textkritischer Apparat

  1. Oder K(A)L(ENDIS); am Stein gibt es keinen konkreten Hinweis für eine Entscheidung zum Datum.
  2. Kürzel wegen Putz nicht erkennbar.
  3. T teilweise überputzt; fehlt Mus.Inv.
  4. K sieht aus wie R wegen Putz über längerem Schaft; daraus resultiert die Lesung GRIER Mus.Inv.

Anmerkungen

  1. Schalk u. Mus.Inv.
  2. Vgl. S. LXII.
  3. Humbracht Taf. 25.
  4. Helwich, Opus genealogicum I fol. 368 nach Schalk.
  5. Boos, Quellen III 284 Nr. 40.

Nachweise

  1. Mus.Inv. MGH Nr. 7.
  2. Schalk, Grabsteine 234f. u. Abb. 13.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 253 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0025303.