Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 136† Worms-Hochheim, Maria Himmelskron 1352

Beschreibung

Verlorene Grabplatte des Ritters Berthold Schmutzel von Dirmstein. Ehemals innen an der Südwand, 10. Stein von Osten. Hochrechteckige Platte mit Umschrift zwischen Linien; im Spiegel abgearbeiteter oder nur gemalter Wappenschild. In der Mitte links ein rechteckiges Stück ersetzt, untere Hälfte verdeckt.

Nach Foto,1) ergänzt mit Schalk nach Helwich.

Maße: unbekannt.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

  1. + AN(N)O · D(OMI)NI · Mo CC/C[o] · LII[o] I(N) UIGIL(IA) · ALBIN[I · EP(ISCOP)I / O(BIIT) · D(OMI)N(V)S · BERTHOL/DUS · SMUTZ(EL)] · MIL[ES · DE ·] DYRMISTEI(N)

Datum: 29. Februar 1352.2)

Wappen:
unkenntlich.

Kommentar

Die Majuskeln mit sehr kräftigen Schwellungen stehen am Übergang zur Schrift der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, insbesondere deutlich bei A mit dekorativem doppeltem linken Schaft und Einzug am Mittelbalken des E.

Die Ergänzung des Personennamens ist vorzunehmen nach mehreren inhaltsgleichen Nachrichten Helwichs.3) Berthold Schmutzel war der Sohn Gerhards mit Gertrud und verheiratet mit Else von Selzen.4) Für die Datierung gibt es einen entscheidenden Anhaltspunkt: Zum 22. Juni 1352 nennt eine Urkunde anläßlich eines Verkaufes als Holzapfel von Spechbrückens Frau „Else von Selse sine eliche frauwe, wydewe etswanne hern Behtolf Smutzils“. Statt den in der Datierung genannten Bischof Albinus mit dem Mainzer oder englischen Heiligen Alban zu identifizieren, ist an den bei den Dominikanern am 1. März verehrten Albinus von Angers zu denken, der wirklich Bischof war. Damit rückt Bertholds Todesdatum auf den 29. Februar 1352 und nicht auf den 20. oder 21. Juni, womit zwischen Absterben und bezeugter Wiederverheiratung seiner Witwe nur ein Tag gelegen hätte.2)

Anmerkungen

  1. Foto im StA Worms Neg.Nr. H 1656.
  2. Gegen Schalk: 21. Juni 1352. Urkunde Boos, UB II 303 Nr. 444. Zur Verehrung des hl. Albinus von Angers Grotefend, Zeitrechnung II,2 34 u. 58.
  3. Helwich, Opus genealogicum I fol. 90, fol. 373, VII fol. 200v nach Schalk, dort zitiert.
  4. Schalk.

Nachweise

  1. Schalk, Grabsteine 227 Nr. 19.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 136† (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0013607.