Inschriftenkatalog: Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 67: Stadt Passau (2006)

Nr. 438 St. Johannis-Spital, Kirche 1530

Beschreibung

Grabplatte mit den Grabinschriften für Barbara Heibler (I) und ihre Schwiegermutter (II), an der Wand zur Sakristei (Westwand des Querhauses), erste von Süden, oben. Rotmarmor. Im unteren Teil der Platte in Kreismedaillon Wappenschild mit Marke. Darunter Bibelvers (III). Beschädigungen im Stein mit Buchstabenverlust. Unterhalb der Inschrift (III) ist im Stein ein Amonit sichtbar. Ursprünglicher Standort unbekannt.

Maße: H. 148 cm, B. 68 cm, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotico-Antiqua.

© BAdW München, Inschriftenkommission [1/4]

  1. I.

    Hie ligt begraben dy Erberg / vnd Tugnthafft fraw Bar/bara dy des hanns heibler / Hawsfraw gewesen ist ge/storben am Erichtag nach / Cantate 1530 Jar /

  2. II.

    Hie neben ligt des hanns / Heibl[e]r Mueter die gestor/ben ist am pfincztag vor Can/tate 1530 den got genädig / well sein am[e]na) ·

  3. III.

    Memorare nouis[si]ma tua / die vt in e[tern]u(m) non pec[cab]is

Übersetzung:

Gedenke deines letzten Tages, damit Du in Ewigkeit nicht sündigen wirst (III).

Bibel- und Schriftstellerzitat(e):

  • Nach Sir 7, 40.

Datum: 1530 Mai 17; 1530 Mai 12.

Wappen:
unbekannt1).

Kommentar

Das Grabmal wird von Högg Jörg Gartner zugeschrieben. Durch die Schriftanalyse muss die Inschrift aber dem Zimbstyp zugeschrieben werden2). Im vorliegenden Beispiel wird bereits ein rundes d verwendet, was auf eine spätere Phase hinweist. Im vorhandenen Passauer Inschriftenmaterial ist diese Inschrift die erste, bei der das runde d auftritt. Die hier ausgeprägten Formen werden nun bis zum Abbruch dieses Schrifttyps 1549 beibehalten.

Die beiden Frauen starben an der Pest, die im Jahre 1530 in Passau grassierte. Zur Familie war nichts zu ermitteln.

Textkritischer Apparat

  1. Worttrenner in Form eines Quadrangels auf der Grundlinie.

Anmerkungen

  1. Marke in Schild: beseitet von zwei Sternen: Schaft mit hinterer Oberkopfabstrebe und vorderer Fußstrebe, einer erhöhten und einer erniedrigten Mittelsprosse.
  2. Zur Schrift vgl. Einleitungskapitel S. XLIX.

Nachweise

  1. Högg, Gartner 59.

Zitierhinweis:
DI 67, Stadt Passau, Nr. 438 (Christine Steininger), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di067m010k0043802.