Inschriftenkatalog: Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 67: Stadt Passau (2006)

Nr. 407 Privathaus 1521

Beschreibung

Fragment einer Grabplatte mit der Grabinschrift für den Kaplan Andreas Tortzer. Rotmarmor. Steinmetzmäßig behauen, Schrift gut erhalten. Bei BZAR Gen. 1279 wird die Inschrift noch als ganz erhalten und als im Domhof befindlich aufgeführt1). Krick fand die Inschrift bereits in dem Privathaus2). Seit 2002 im Flur im Erdgeschoß in die Wand eingelassen.

Text ergänzt nach BZAR Gen. 1279.

Maße: H. 24 cm, B. 47 cm, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotico-Antiqua.

  1. Anno d(omi)ni 1521 obyt / hon(orabi)lisa) vir d(omi)nus An/[dreas Tortzerb) p(res)b(iter) cap(ella)nus Altarisc) b(ea)te Marie Virginis ecc(lesi)e Cathed(ralis)d) Patavien(sis)e) cuius A(n)i(m)a Deo vivat.]

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1521 starb der erbare Mann, der Herr Andreas Tortzer, Priester und Kaplan am Altar der Hl. Jungfrau Maria an der Kathedralkirche zu Passau. Seine Seele lebe in Gott.

Kommentar

Die vorhandene Schriftprobe ist nicht zuzuweisen. Die Formen und der Buchstabenabstand sind eher breit. Das runde d endet am freistehenden Teil spachtelförmig, ist also nicht umgebogen. Das A zeigt eine pseudounziale Grundform, ist aber auf den Mittellängenbereich verkleinert. Auch zeigt es keinerlei Zierelemente, wie sie z.B. bei Gartner der Fall sind3).

Ein Andreas Tantzer, der vermutlich mit dem in der Inschrift genannten identisch ist vielleicht ist die Abschrift durch BZAR Gen 1279 irrig ist als Benefiziat des Altars der Seligen Jungfrau Maria im Dom bei Krick belegt. Als Todesdatum gibt er den 25. November 1521 an4).

Textkritischer Apparat

  1. Endung -lis hochgestellt.
  2. Von der dritten Zeile sind noch Buchstabenköpfe erhalten. Erhard und Krick bieten Tantzer.
  3. Fehlt bei Krick.
  4. Statt ecclesie Cathedralis bietet Erhard die Catherinae (25. November).
  5. ecc(lesi)e ... Pataviens(sis) fehlt bei Krick.

Anmerkungen

  1. Möglicherweise kopierte Brunner den Text nach dem verschollenen Manuskript von Seyffert. Es ist nicht sicher, ob er selbst das Original noch gesehen hat.
  2. Krick spricht von einem „Grabstein“, was dafür spricht, dass die Platte noch vollständig erhalten war. Da er den Text mit einem Sternchen versehen hat, ist nicht auszuschließen, dass er die Abschrift von Seyffert kopiert hat.
  3. Zur Schrift vgl. Einleitungskapitel S. L.
  4. Vgl. Krick, Seelsorgevorstände 17.

Nachweise

  1. BZAR Gen. 1279, Heft 1 p. 67; Erhard, Topographie II,3 165; Krick, Domstift 262 Nr. 106.

Zitierhinweis:
DI 67, Stadt Passau, Nr. 407 (Christine Steininger), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di067m010k0040705.