Inschriftenkatalog: Regensburger Dom (I)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 74: Inschriften des Regensburger Doms (I) (2008)

Nr. 206 Domkirche, nördliches Seitenschiff, Turmjoch, Fenster (Langhausfenster nord XII) um 1450

Beschreibung

Das sogenannte Ramsbergfenster besteht aus einer fünfzeiligen Bahn, einer Kopfscheibe und einem Strahlenfeld im Maßwerk1). In der unteren Scheibe der durch das Wappen der Familie Ramsberg gekennzeichnete Stifter, vermutlich Theoderich von Ramsberg. Er ist bekleidet mit Chorgewand, Almucia und Birett. Darüber in der zweiten Zeile die beiden Heiligen Stephanus und Petrus mit den Inschriften I und II in ihren Nimben. In der vierten Zeile die Heiligen Sebastian und Agnes mit den Inschriften III und IV ebenfalls in ihren Nimben.

Text nach Photomaterial CVMA:

Maße: H. 6,20 m, B. 0,67 m.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

  1. I.

    ∙ S(anctus) ∙ steffannus

  2. II.

    ∙ S(anctus) ∙ pe//tru(s) a)

  3. III.

    ∙ S(anctus) ∙ sewasdian b)

  4. IV.

    ∙ sancta ∙ angne(s) c)

Datum: um 14502).

Wappen:
Ramsberg3).

Kommentar

Im 15. Jahrhundert gab es zwei Domherren aus der Familie Ramsberg, nämlich Johannes, gestorben im Jahr 1450 (s. Kat.-Nr. 202) und Theoderich, gestorben 1470 als Generalvikar (s. Kat.-Nr. 247). Sehr wahrscheinlich ist Theoderich der Stifter dieses Fensters. Er war schon 1459 als magister fabricae am Dombau tätig4). 1466 stiftete er zusammen mit Heinrich von Parsberg (s. Kat.-Nr. 319) als Testamentsexekutor des verstorbenen Domherren Nikolaus von Redwitz d. Ä. (s. Kat.-Nr. 233) ein Altarbenefizium zu Ehren der Hll. Dionysius und Agnes5).

Textkritischer Apparat

  1. Durch die Mitra unterbrochen.
  2. Vor und nach sewasdian blütenförmige Trennzeichen.
  3. Sic! Vor sancta ein blütenförmiges Trennzeichen.

Anmerkungen

  1. Fritzsche, Glasmalereien 333-339 (Farbtafel XX, Abb. 577-585) mit Zusammenfassung der älteren Literatur.
  2. Hubel, Glasmalereien 2002, 36; Fritzsche, Glasmalereien 336 datiert 1465-1470.
  3. BayA1 119, Si2 58, Ge 177; Hylmair, Wappenbuch 120; Schuegraf, Dom I, 224.
  4. Schuegraf, Nachträge 79; Hubel, Regensburger Dombauhütte 24.
  5. Vgl. Fritzsche, Glasmalereien 334 (Anm. 314 mit Quellen und Textauszügen des Benefiziums).

Nachweise

  1. Fritzsche, Glasmalereien 337, 338 (Abb. 584, 585).

Zitierhinweis:
DI 74, Inschriften des Regensburger Doms (I), Nr. 206 (Walburga Knorr, Werner Mayer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di074m013k0020602.