Inschriftenkatalog: Regensburger Dom (I)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 74: Inschriften des Regensburger Doms (I) (2008)

Nr. 164† Kreuzgang, Südflügel 1427/(1429)

Beschreibung

Grabschrift des Gabein (Gawein) und Heinrich Freudenberger, ehemals im Thum Creutzgang gegen Mittag auf der erd im Boden eingelassen. Eppinger überliefert ein Wappen1).

Text nach Eppinger:

  1. I.

    A(nno) D(omini) 1427 .......... ob(iit) Jabein Freidenberger

  2. II.

    A(nno) D(omini) 14....... Hainric(us) Freidenberger a)

Datum: 14272).

Wappen:
Freudenberger3).

Kommentar

Gawein und Heinrich stammen aus der adeligen Familie Freudenberger, die von Babone, Graf von Abensberg, abstammen4).

Die genaue Herkunft des Gawein von Freudenberg zum Ruprechtstain (Gde. Etzelwang, Lkr. Amberg-Sulzbach/Opf.) ist nicht bekannt. Er wird bei Hund gemeinsam mit zwei Brüder Hermann und Albrecht genannt5). Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt hatte ihm Bürgen für eine Summe von 600 Gulden gewährt. Diese Bürgen wurden am 27. März 1411 aus der Pflicht genommen6). Von 1412 bis 1414 ist er als Pfleger des Amtes Nabburg (Lkr. Schwandorf/Opf.) nachweisbar7). Im Jahr 1425 hatte er die Hofmark Freudenberg (Lkr. Amberg-Sulzbach/Opf.) inne. Als Raubritter lag er in Fehde mit der Stadt Regensburg. Verheiratet war er mit Margarete von Kürn8).

Heinrich Freudenberger erhielt 1421 Kanonikat und Praebende in Regensburg, dazu die Pfarrei Neunkirchen (Lkr. Nürnberger Land/MFr.) in der Diözese Eichstätt9). Zwei Jahre vorher stiftete er im Südflügel des Domkreuzgangs ein Gewölbe mit einem Scheitelstein, der sein Wappen und seinen Namen trägt (s. Kat.-Nr. 140). Er hatte ein Benefizium am St. Wenzel-Altar in der Alten Kapelle10). Er starb am 21. April 142911).

Textkritischer Apparat

  1. Die Leerstellen in den Abschriften wurden originalgetreu wiedergegeben.

Anmerkungen

  1. Eppinger 9; Freytag/Hecht 17.
  2. Die bei Eppinger aufgezeichnete fragmentarische Datierung ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht richtig. Gabein starb im Jahre 1440 in Reichsacht; vgl. hierzu HAB Altbayern 44 (Roding), 322.
  3. Bay 77.
  4. Hund, Stammenbuch II, 101; Stinglhaim, Alt-Adeliche Bayrische Familien 51f.
  5. Hund Stammenbuch II, 101f.: nach Hund hatte er aus seiner ersten Ehe eine Tochter Margreth; in zweiter Ehe heiratete er eine vermögende Witwe. Hier wird als Todesdatum das Jahr 1450 vermerkt.
  6. RB XII, 92.
  7. Scherl, Nabburg 156, 160.
  8. HAB Altbayern 44 (Roding), 322; Mayr, Genealogie der Familie von Stingelheim 101f.
  9. Stinglhaim, Alt-Adeliche Bayerische Familien 52 (als Domherr von Regensburg im Jahr 1429 genannt); RG IV/1, Sp. 605f.
  10. Ries, Generalschematismus 86; Schmid, Alte Kapelle 212: Kaplan bis 1432.
  11. Bernclau, Episcopatus 208.

Nachweise

  1. Eppinger 9.

Zitierhinweis:
DI 74, Inschriften des Regensburger Doms (I), Nr. 164† (Walburga Knorr, Werner Mayer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di074m013k0016409.