Inschriftenkatalog: Regensburger Dom (I)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 74: Inschriften des Regensburger Doms (I) (2008)

Nr. 153 Kreuzgang, Südflügel, westliche Fensterseite, 4. Joch 1424

Beschreibung

Grabplatte des Kanonikers Johann von Jahensdorf aus rotem Marmor, an der Wand aufgerichtet1). Die Grabplatte ursprünglich im Boden eingelassen, war in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht zugänglich2). Die Inschrift beginnt oben links, läuft um den ganzen Stein und endet ebenda. Im Feld: Konturenbildnis des Priesters, in der linken Hand den Kelch haltend, die Rechte segnend. Die Grabplatte ist kurz unterhalb der Mitte schräg gebrochen, die obere linke Ecke mit Beton ausgespachtelt; sehr schlechter Zustand.

Ergänzt nach Text Eppinger:

Maße: H. 185 cm, B. 85 cm, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

© Bildstelle der Stadt Regensburg [1/1]

  1. [anno d](omi)ni m ∙ cccc ∙ xx ịịịị / die [....] a) mensis ∙ decembris obyt venerabilis ∙ vir ∙ d(omi)n(u)s / johannes ∙ Jahenstorffer ∙ / canonicus ∙ ecc(les)ie ∙ Ratisponen(sis) ∙ c(uius) a(n)i(m)a ∙ requiescat in p[ace] b)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1424 am .. Tag des Monats Dezember starb der ehrwürdige Mann Herr Johannes Jahensdorfer, Domherr der Regensburger Kirche. Seine Seele möge ruhen in Frieden.

Datum: 1424 Dezember (?).

Kommentar

Johannes von Jahensdorf stammt aus einem altbayerischen Adelsgeschlecht, das im Hochstift Passau angesiedelt war3). Am 7. März 1402 wurde er in das Domkapitel aufgenommen4). Am 20. Februar 1410 ist er als Siegler nachzuweisen5). Im Jahr 1423 ist der Domherr gemeinsam mit Stephan von Sattelbogen (s. Kat.-Nr. 150) in einen Zollstreit verwickelt6). Als Praebende hatte er bis zu seinem Tod die Pfarrei Schwarzach (Lkr. Deggendorf/NB.) inne7). Sein Kanonikat wurde am 11. Januar 1425 an Wolfhard Wölfel (s. Kat.-Nr. 189) weitervergeben8).

Das erste Gewölbe im westlichen Südflügel trägt das Wappen des Domherren mit Umschrift (s. Kat.-Nr. 148).

Textkritischer Apparat

  1. Möglicherweise sec(und)o.
  2. Die Trennzeichen sind Doppelpunkte.

Anmerkungen

  1. Eppinger 10; Freytag/Hecht 24.
  2. Kdm Regensburg I, 190; Freytag/Hecht 61.
  3. Schuegraf, Dom II, 117.
  4. Bernclau, Episcopatus 257.
  5. Schmid, Urkunden-Regesten I, 113.
  6. Gemeiner, Chronik II, 451.
  7. RG IV/1, Sp. 786, 994.
  8. RG IV/3, Sp. 3813.

Nachweise

  1. Eppinger 10.

Zitierhinweis:
DI 74, Inschriften des Regensburger Doms (I), Nr. 153 (Walburga Knorr, Werner Mayer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di074m013k0015306.