Inschriftenkatalog: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 91: Hersfeld-Rotenburg (2015)

Nr. 137 Bad Hersfeld, Stiftskirche/Stiftsruine              1. H. 16. Jh.

Beschreibung

Namensinschrift bzw. Wappenbeischrift auf einem Quaderstein aus hellem bis hellrotem Sandstein, innen auf dem von der südöstlichen Ecke der Turmstube des Westturms ausgehenden Gewölbegurtbogen, dritter Quader von unten.1) Der Name steht oben über einem Wappenschild (gewendet).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versal.

© Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/4]

  1. Henricusa) [k]vrtb)

Wappen:
unbekannt2)

Kommentar

Die Minuskelschrift ist eher unspezifisch, sieht man einmal von dem Minuskel-v aus zwei geraden Schrägschäften ab. Hörle wies diese und andere Inschriften wegen der Minuskel dem 16. Jahrhundert zu. Weder die Schrift noch das eigenwillige Wappen vermögen die Zeitstellung näher einzugrenzen, obwohl beide nicht zu spät anzusetzen sein werden. Immerhin ist auf dem Quader darunter das Wappen des 1513 resignierenden Abtes Volpert Riedesel zu Bellersheim (Nr. 98) angebracht, und zwar in einer Variante, in welcher wie bei der Inschrift von 1500 die normale Quadrierung von Riedesel und Stift Hersfeld zugunsten einer erweiterten Lösung aufgegeben war: Zum Familienwappen (Platz 1), dem Stiftswappen (2) und hier einer Kombination beider (3) tritt ein nicht identifiziertes Schildbild (4) mit einem linksschräggestellten Gegenstand bzw. Buchstaben.3) Wie bei der Inschrift des Abtes gehörte es wahrscheinlich einem Funktionsträger der Zeit, in welcher hier gebaut wurde. Die Verbindung zu Heinrich Kurt (?) und zum Wappen mit B K liegt nur durch die identisch aussehende, eher halbrunde bis trogartige Kerbe nahe.

Textkritischer Apparat

  1. Das u gerundet, links Schaft, rechts unten eingebogen; das Schluß-s kleiner.
  2. Bei Hörle gelesen als Kurt; Beginn und Schluß sind nicht eindeutig.

Anmerkungen

  1. Christian Bauer (Reversio, Bad Hersfeld) sei für die erste photographische Dokumentation der Inschrift herzlich gedankt.
  2. Geteilt, oben die Initialen B K, die ausweislich der Kerbe zeitgenössisch zum Namen sein dürften; unten eher Steinmetzzeichen als Hausmarke, vgl. Marke Nr. 6.
  3. Das Bild ist identisch zu dem mittleren Schildbild der Inschrift von 1491 (Nr. 90). Ein kleinerer Wappenschild links unten, von dessen Bild nur ein linksschräges Schwert zu erkennen ist, bleibt rätselhaft.

Nachweise

  1. Hörle, Hersfelder Inschriften (vor 1513) 140.

Zitierhinweis:
DI 91, Hersfeld-Rotenburg, Nr. 137 (Sebastian Scholz und Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di091mz14k0013706.