Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 163 Dom-Museum 2. V. 15. Jh.

Beschreibung

Chormantelschließe.1) Kupfer und Silber, vergoldet, Email. Die Schließe war bis 1990 auf eine Platte montiert, auf der ein Vermerk angebracht war, sie stamme aus der Kartause. Später gehörte sie zum Eigentum des Bischöflichen Stuhls, bis sie 1978 dem neugegründeten Diözesanmuseum überlassen wurde.2) Die Schließe hat die Form eines spitz verkröpften Vierpasses. Im vertieften Mittelfeld eine dreiachsige, feingestaltete gotische Scheinarchitektur, deren Mittelteil gegenüber den Seiten erhöht ist. Unter dem mittleren Architekturteil Maria, in der linken Hand ein Zepter, vor ihr kniet der Erzengel Gabriel, der in seiner rechten Hand ein Spruchband mit der Inschrift A hält. Die Inschrift ist zwischen Linien eingraviert. Im rechten Teil der Architektur ein kniender Stifter, von dessen Händen ein Schriftband mit der Inschrift B ausgeht. Im linken Feld stehend der Evangelist Johannes mit Kelch. Als Worttrenner Ranken.

Maße: Dm.: 15,5 cm; Bu.: 0,3 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. A

    aue · gracia plena ·3)

  2. B

    miserere · mei deia) ·

Übersetzung:

Gegrüßt seist Du, voll der Gnade. (A)

Erbarme dich meiner, [Mutter] Gottes. (B)

Kommentar

Die Datierung folgt Fritz.4)

Textkritischer Apparat

  1. dei] Unter Berücksichtigung der Mariendarstellung war sicher ursprünglich mater dei als Inschriftentext vorgesehen. Sofern diese Vermutung nicht zutrifft, steht dei hier anstelle des korrekten Vokativs deus.

Anmerkungen

  1. Inv. Nr.: a 10.
  2. Vgl. Kat. Schatzkammer auf Zeit, S. 149.
  3. Lc. 1,28.
  4. Vgl. Kat. Schatzkammer auf Zeit, S. 149 (Fritz).

Nachweise

  1. Kat. Schatzkammer auf Zeit, S. 149 mit Abb.
  2. Kat. Ego sum, S. 533f. mit Abb.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 163 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0016309.