Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 60† St. Godehard 1181–1204?

Beschreibung

Krummstab. Holz. Der Stab ist nur noch fragmentarisch erhalten, der obere Teil fehlt. Er wurde im Jahr 1929 bei Ausschachtungsarbeiten in einem Grab im Südquerhaus gefunden. Über dem Knauf befand sich ein Metallring aus vergoldetem Kupfer mit einem aufgesetzten Palmettenbogen. Die Inschrift war auf diesem Metallring in zwei durch ein Ornamentband getrennten Zeilen angebracht.1) Sie ist zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt verlorengegangen.

Inschrift nach: Die Denkmalpflege in der Provinz Hannover.

Schriftart(en): Romanische Majuskel.2)

  1. + FORMA · GREGIS · FACTVS MODERARE · TVOS · PIVSa) · ACTVS

Übersetzung:

[Da du] zum Vorbild deiner Herde geworden [bist], lenke in frommer Gesinnung deine Taten.

Versmaß: Hexameter, zweisilbig leoninisch gereimt.

Kommentar

Im südlichen Querschiff befanden sich nach Kratz insgesamt 12 Abtsgrablegen. Die älteste war die des Abts Dietrich III. (1181–1204, vgl. Nr. 59).3) Wahrscheinlich gehörte der Stab in das Grab dieses Abts, denn die Inschrift war nach Angaben des Berichts der Denkmalpflege4) in einer romanischen Majuskel ausgeführt, und die übrigen Grablegen des südlichen Querschiffs stammen erst aus späterer Zeit.

Textkritischer Apparat

  1. PIVS] I über P.

Anmerkungen

  1. Beschreibung und Angaben zum Fundort nach: Die Denkmalpflege in der Provinz Hannover. Geschäftsbericht des Provinzial-Konservators (1929). Hannover 1929, S. 44 mit Zeichnung.
  2. Schriftart nach: Die Denkmalpflege (wie Anm. 1).
  3. DBHi, HS C 26a, S. 26.
  4. Wie Anm. 1.

Nachweise

  1. Die Denkmalpflege in der Provinz Hannover. Geschäftsbericht des Provinzial-Konservators (1929). Hannover 1929, S. 44 mit Zeichnung eines Teils der Inschrift.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 60† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0006003.