Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 849† St. Martini 1635

Beschreibung

Epitaph des Superintendenten Daniel Mönchmeier. Es handelte sich um ein hölzernes Epitaph. In dessen oberem Teil befand sich ein Gemälde, das den Verstorbenen darstellte, darüber ein Wappen; im unteren Teil die Inschrift.

Inschrift nach der Sammlung Sack.

  1. Deo opt(imo) max(imo) et bonae Memoriae Viro Rev(erendo) Danieli Mönchmeiro Superintend(enti) qui ob doctrinae sinceritatem vitae integritatem Pietatis et Pacis studium atque singul(aria) benefic(ia) omnibus bonis ingens sui desiderium reliquit vidua et liberi superstites H(oc) M(onumentum) P(osuerunt) Vixit annos LII . obiit ann(o) MDCXXXV . VI . Jun(ii)

Übersetzung:

Dem höchsten größten Gott und dem guter Erinnerung werten, ehrwürdigen Mann Daniel Mönchmeier, Superintendent, der wegen der Aufrichtigkeit der Lehre, der untadeligen Lebensführung, dem Streben nach Frömmigkeit und Frieden und seiner außerordentlichen Wohltaten bei allen guten (Menschen) eine sehr große Sehnsucht nach ihm zurückließ, haben die Witwe und die überlebenden Kinder dieses Denkmal gesetzt. Er lebte 52 Jahre, er starb im Jahr 1635 am 6. Juni.

Wappen:
Mönchmeier1)

Kommentar

Daniel Mönchmeier (vgl. a. Nr. 846) war der Sohn des Pastors Johannes Mönchmeier aus Groß Salze im Stift Magdeburg. Nach einem Schulbesuch in Magdeburg immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wo er im Jahr 1605 den Magistertitel erwarb.2) Im Jahr 1607 wurde er Rektor der Schule in Groß Salze, 1610 in Wernigerode. Daniel Mönchmeier war seit dem Jahr 1608 mit der aus Torgau stammenden Elisabeth Wustmann verheiratet. Im Jahr 1612 erhielt er die Stelle eines Archidiakons in Heringen in der Grafschaft Honstein, 1616 das Amt eines Pastors in Frankenhausen. Fünf Jahre später wurde er nach Braunschweig gerufen, wo er nach dem Tod des Johannes Wagner seit 1622 die Stelle des Superintendenten bekleidete. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau, die an der 1626 grassierenden Pest starb, heiratete Daniel Mönchmeier im Jahr 1629 die aus Magdeburg stammende Euphrosyna Hahn.3) Diese heiratete nach dem Tod ihres ersten Mannes den Braunschweiger Ratsherrn und späteren Bürgermeister Tobias Olffen (vgl. Nr. 964).

Anmerkungen

  1. Das Wappen ist in der Sammlung Sack nur namentlich bezeichnet.
  2. Matrikel Wittenberg, Bd. 2, S. 453a.
  3. Die biographischen Angaben nach der Leichenpredigt, Roth, Auswertungen, Nr. 8861.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 1 (o. P.); Bd. 3, p. 65.
  2. Rehtmeyer, Kirchen-Historie, Teil 4, S. 504.
  3. Schmidt, Martinskirche, S. 86.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 849† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0084901.