Inschriftenkatalog: Stadt Bonn

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 50: Bonn (2000)

Nr. 125† Kessenich, †Pfarrhaus 1619

Beschreibung

Türsturz mit Datierung und Angabe von Amtsinhabern. Vermutlich 1741 bei einem Brand zerstört. Material und Gestaltung unbekannt.

Inschrift nach Maaßen, dort nach dem heute verschollenen „Liber primarius“ der Pfarre Kessenich.1)

  1. D(ominus) + Petrus Latomus pastor in Kessenich . Peter [.....]v[....] Kirchen. m(eister). Gothard Pavlus scholtis anno 1619 / IH(ESV)S M(A)R(I)A + P(etrus) XIX L(atomus)

Kommentar

1618 hatte der Kölner Erzbischof verfügt, daß der Pfarrer von St. Martin, wie er es bereits seit dem Ende des 16. Jh. tat, in Kessenich residieren solle.2) Das daraufhin 1619 von der Gemeinde errichtete Pfarrhaus brannte 1741 ab. Petrus Latomus wurde am 11. Juni 1618 als Pastor von Kessenich präsentiert.3) 1632 wurde er Nachfolger von Petrus Scheffer (vgl. Nr. 167) als Pfarrer in Wadenheim/Beul.4) Der hier als Schultheiß bezeichnete Gotthard Paulus (auch Pawels) ist bis 1642 als Schöffe in Dottendorf belegt.5) Pfarrer, Schultheiß und die beiden Kirchmeister werden in der Inschrift offenbar als Vertreter von Dorf und Gemeinde zur Zeit des Hausbaus erwähnt.

Anmerkungen

  1. Der „Liber primarius“ wird bei Maaßen mehrfach zitiert, ist aber an anderer Stelle nicht nachweisbar. Ebensowenig ist bekannt, wann er angelegt wurde.
  2. Maaßen, S. 151.
  3. PfA St. Martin 228, Bl. 28v.
  4. PfA St. Martin 228–1, S. 209.
  5. StA Bonn, Dottendorfer Kontraktenprotokolle 1624–1642, zuletzt 1633–1642, Bl. 101r.

Nachweise

  1. Maaßen, Dekanat Bonn-Stadt, S. 152.

Zitierhinweis:
DI 50, Bonn, Nr. 125† (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0012505.