Inschriftenkatalog: Stadt Pforzheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 57: Stadt Pforzheim (2003)

Nr. 79 Stadtmuseum 1493

Beschreibung

Grabplatte des Bernhard Meßner. An der heute als Stadtmuseum dienenden Pfarrkirche St. Martin in Pforzheim-Brötzingen, außen an der Südwand der ehemaligen Sakristei; bis 2002 innen im Chor an der Ostseite der Triumphbogenwand (Inv. nr. 1986/61); bis 1971 vor dem Südportal der Sakristei im Boden liegend. Rechteckplatte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien; im Feld eingeritzter Wappenschild mit Schildbild in flachem Relief. Die linke Längsseite ist nur zur Hälfte beschriftet. Rand beschädigt, mehrfach abgeschürfte Oberfläche.

Maße: H. 183,5, B. 94, Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

  1. Anno d(omi)ni M° cccc° lxx/xxiij° · ist gestorben bernhart meszner an der · / heiligen kristnacht · / dem gott gnad

Datum: 24. Dezember.

Wappen:
Meßner1.

Kommentar

Schon im 14. Jahrhundert ist in Pforzheim eine Familie Mesner nachweisbar und inschriftlich belegt, so daß Meszner hier wohl keine Berufsbezeichnung ist2. Freilich scheint die Familie der Katharina Mesner ein anderes Wappen geführt zu haben, das dem Flad-Wappen gleich oder ähnlich war.

Der vorzügliche Erhaltungszustand der präzise und formschön gestalteten Minuskel läßt die spitz ausgezogenen Ober- und Unterlängen und die exakte Brechung der Schäfte gut erkennen. Die einzigen Versalien – das Anfangs-A und das M der Jahreszahl – sind durch eine feine Zähnung ausgezeichnet. Die Form des A mit der gezackten linken Haste wiederholt die Buchstabenform von der Grabplatte des Johannes von Baden von 14813. Offenbar ist dieselbe Werkstatt am Werk, die aber hier auf die Verdoppelung der Hasten verzichtet.

Anmerkungen

  1. Zwei gekreuzte Schlüssel, mit dem Bart nach oben zeigend.
  2. Vgl. die Grabplatte der Katharina Mesnerin von 1413 (nr. 32).
  3. Vgl. nr. 69.

Zitierhinweis:
DI 57, Stadt Pforzheim, Nr. 79 (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di057h015k0007901.