Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 467 Creglingen, ev. Herrgottskapelle 1631

Beschreibung

Grabplatte des Johann David Hartmann. Im Langhaus, rechts neben dem Marienaltar im Boden; jetzt nach Süden ausgerichtet, also sicherlich nicht mehr in ursprünglicher Lage. Sandstein. Umschrift (A) in eingetiefter Rahmenleiste mit Randprofil. Im Innenfeld oben eine in Umrissen eingeritzte Schrifttafel, von deren Inschrift (B) nur noch Reste von vier Zeilen zu erkennen sind; darunter eine große hochrechteckige reliefierte Tafel mit Rollwerkrahmen und 11zeiliger, in zwei Zeilen auf dem unteren Rahmen fortgesetzter Inschrift (C); im unteren Drittel ein weiteres, annähernd quadratisch umrahmtes Schriftfeld mit Bibelspruch (D). Sehr stark abgetreten, Inschrift (B) und die obere Hälfte von Inschrift (C) fast völlig zerstört; Ränder an vielen Stellen ausgebrochen; oben rechts ein schräger, unsachgemäß ausgebesserter Bruch.

Ergänzung von (B) und (C) nach dem Text der Lutherbibel.

Maße: L. 158,5, B. 74, Bu. 2,8–3,2 (A), 1,8–2,0 (B), 2,3 cm (C, D).

Schriftart(en): Fraktur (A, C, D), Kapitalis (B).

  1. A

    Anno · 16 · 31 · Sa[m]bstag den · 2 · / Aprilis zu [a]bend zwischen · 5 · Vnd · 6 · Vhrn ist im · 20 · Jahr seines alters an der / schwindsucht gar sanfft Vnd still in / Gott eingeschlaffen der Erbar [Jun]gea) Gesell Johan(n) Dauid hartmann deme Gottb)

  2. B

    [– – –] / CH[R]ISTVc) IST / Ṃ[EI]N [LEBEN V]N[D / STERBEN IST ME]IN / GEWIENd)1)

  3. C

    Ẹịṇ m[en]ṣc̣h ist in seinem / l[ebe]n [wie gra]ṣ e[r blüe]t / ẉ[ie] ein[e blume] aụ[ff de]ṃ / f̣[eld]ẹ ẉẹ[nn der] ẉ[i]nd dar/uḅ[er gehet so] iṣt sie nicht / mẹhr da [v]nd iḥ[r]e ṣṭette / kennet sie ni[c]h[t] mehr / die gnade des herrn / wehret von Ewigk[e]it zu / ewigkeit ube[r] die so ihn / forc̣hten vnd ṣein Gerec̣htig/[keite) auff kinds] / ḳind2)

  4. D

    Psalm · 4 · / Jch lige vnd schlaffe / ganṭ[z] mit friden / denn allein du / Herr hilffest mir / das[z] Jch sicher wone3)

Datum: 12. April 1631 n. St.

Kommentar

Die Gestaltung der von profilierten Rändern eingefaßten eingetieften Umschriftleisten folgt demselben Muster wie die ebenfalls aus Sandstein gefertigte Grabplatte des 1625 verstorbenen Martin Wagner (nr. 444), die Ausführung der Frakturschrift verrät freilich eine ungeübtere Hand. Die Buchstaben sind deutlich breiter und unregelmäßiger.

Textkritischer Apparat

  1. Konjektur.
  2. Fortsetzung vermutlich links oben im Feld; dort noch Reste gebrochener Schäfte sichtbar.
  3. Sic!
  4. Danach noch Reste von fünf bis sechs Schäften: Bibelstellenangabe?
  5. Ab hier steht die Inschrift auf dem unteren Rahmen; fast vollständig abgetreten.

Anmerkungen

  1. Phl 1, 21.
  2. Ps 103, 15–17.
  3. Ps 4, 9.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 467 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di054h014k0046709.