Inschriftenkatalog: Mergentheim (Landkreis)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 54: Landkreis Mergentheim (2002)

Nr. 408 Bad Mergentheim, kath. Pfarrkirche St. Marien, Kreuzgang 1613?

Beschreibung

Epitaph der Barbara (?) Seyboth. Vom Münster St. Johannes d. Täufer, dort zuletzt außen an der Langhaussüdwand, 2. Stein rechts vom Portal. Seit etwa 1968 provisorisch im Nordflügel des ehemaligen Kreuzgangs des Dominikanerklosters an der Südwand gelagert. Zwei zusammengehörige Werkstücke aus rotem Sandstein: I. Giebelartiger Aufsatz mit querovaler, rollwerkgerahmter Schriftkartusche (A) unter Engelskopf. II. Hochrechteckige Platte mit eingehauener Umschrift (B); im eingetieften Rundbogenfeld nach rechts gewendete, vor kleinem Kruzifixus betende kniende Frau. Beide Werkstücke sind bis zur Unkenntlichkeit verwittert, durch Abplatzen der Oberfläche sind von den Inschriften nur mehr geringe Reste erhalten.

Maße: H. (Werkstück I) 64,5, B. 99, Bu. 4,1 cm; H. (Werkstück II) 169, B. 93, Bu. 5,7 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, einzelne Buchstaben in humanistischer Minuskel.

  1. A

    ḍ[ie] IXa a) · FEBR(VARII) · / AN(N)O · MD[C]XIIIb) / AETA[TIS · L]X̣IIIc)

  2. B

    [– – – / . . . . . I]Ṿ[X]TAd) Im e) · HIC MARITV(M) SITAE ỊỊṚ[. . . . . . . . . . / – – – / . . . . . .] ṢẸYBOTHIN III MARITORV(M)f) V[X]OṚ [.]X̣I [. . . . . . .]

Übersetzung:

Am 9. Februar 1613, im Alter von 63 Jahren. – … der hier neben ihrem ersten Mann beigesetzten … Seyboth, Frau dreier Ehemänner …

Kommentar

Die Identifizierung des Grabmals beruht auf den weitgehenden Übereinstimmungen der Inschriftenreste mit den Angaben zu dem Grabmal der Barbara „Seybothinin“ in der Oberamtsbeschreibung1. Die Inschriften sind ausgesprochen sorgfältig und gleichmäßig in einer dünnstrichigen Kapitalis ausgeführt.

Das lateinische Formular der Grabinschrift scheint von dem üblichen Muster abzuweichen. Offenbar sollte die Tatsache hervorgehoben werden, daß die Verstorbene dreimal verheiratet war.

Textkritischer Apparat

  1. So für (NON)a.
  2. Für eine vierte Haste m. E. kein Platz; OAB Mergentheim gibt als Todesjahr allerdings 1614 an.
  3. E in AETATIS zerstört; Nexus litterarum aufgrund der Buchstabenabstände gesichert; die Altersangabe nach OAB Mergentheim ergänzt; vgl. Anm. 1.
  4. Ergänzung sinngemäß nach dem Zusammenhang.
  5. So für (PRIMV)m.
  6. O verkleinert auf halber Zeilenhöhe, mit dem Schaft des T verschränkt.

Anmerkungen

  1. OAB Mergentheim 324: „† Febr. 1614, 63 Jahre alt“. Verlesung des Namens: SEYBOTHININ statt SEYBOTHIN III. Ein Foto von 1964 in der Fotokartei des LDA Stuttgart zeigt das Epitaph noch am alten Standort.

Zitierhinweis:
DI 54, Landkreis Mergentheim, Nr. 408 (Harald Drös), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di054h014k0040800.