Die Inschriften des Landkreises Göppingen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 41: Göppingen (1996)

Nr. 113† Geislingen an der Steige, ev. Stadtkirche (U. L. Frau) 1487

Beschreibung

Epitaph für Lux Sattler und Michel Resser. Früher „an der Rückseite“ des verzierten, die Emporkirche tragenden Balkens von 1471“1. Holztafel mit „Doppelinschrift“. Ausführung unbekannt.

Wortlaut nach Wollaib und Klemm.

  1. Anno d(omi)ni 1487 jara) starb der erbera) manb) Lux Satlerc) dem got gnedig und barmherczig sy am dvne(r)stagd) vor sant Michel tagAnno d(omi)ni 1470 jara) starb der erbera) manb) Michel Resser an der xi tuse(n)t ju(n)ckfroe(n)e) tag de(m) got gnad

Datum: 27. September 1487, 21. Oktober 1470.

Kommentar

Nach Wollaibs Transkription war über der Kürzung für domini jeweils als Kürzungszeichen ein in der Mitte ausgebuchteter Balken gesetzt. Die Anordnung der beiden Inschriften spricht dafür, daß die Sterbeinschrift für Michel Resser gleichzeitig mit der für Sattler erst 1487 entstanden ist. Lux Sattler ist urkundlich erstmals 1452 bezeugt, ab 1456 als Mitglied des städtischen Gerichts2. 1480 ist er als Pfleger des Geislinger Spitals genannt3. Die 1680 verbreiterte und wohl gleichzeitig zweigeschossig aufgestockte Westempore wurde 1892 abgerissen. Dabei dürfte auch die Gedenktafel entfernt worden sein. Der Tragbalken, an dem die Tafel hing, trug die Datierung 1471 (vgl. nr. 89 †).

Textkritischer Apparat

  1. Klemm; fehlt Wollaib.
  2. Klemm; Mann Wollaib.
  3. Klemm; Sattler Wollaib.
  4. Wollaib; donestag Klemm.
  5. Wollaib; 11 duset juckfron Klemm.

Anmerkungen

  1. Klemm, Die Stadtkirche zu Geislingen 65.
  2. Ders., Gang durch die Reihen 121 mit weiteren Angaben zur Familie; Burkhardt, Gräber 78.; Geislinger Urkundenbuch 90 nr. 82 (1452 VI 12), 95 nr. 87 (1456 VI 3).
  3. StadtA Geislingen, G1 Bü 108, vgl. Geislinger Urkundenbuch 117 nr. 108.

Nachweise

  1. Wollaib, Par. Ulm. 397.
  2. Klemm, Stadtkirche. Vortrag 46.
  3. Kdm Geislingen 46.

Zitierhinweis:
DI 41, Göppingen, Nr. 113† (Harald Drös), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di041h012k0011307.