Inschriftenkatalog: Stadt Essen

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 81: Stadt Essen (2011)

Nr. 36† Dom 10.–11. Jh.?

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Grabplatte für eine Alburg. Sandstein. Als Baumaterial wiederverwendet, wurde die Platte bei Restaurierungsarbeiten in den 1880er Jahren unversehrt gefunden. Allerdings sind weder die Art der Wiederverwendung noch der genaue Fundort überliefert.1) 1895 befand sich die Platte mit einer bereits „nicht mehr zu entziffernden Inschrift“ im Atrium,2) 1955 waren nur noch Bruchstücke erhalten,3) die heute nicht mehr vorhanden sind. Die Gestaltung der Platte mit profiliertem Rahmen, Palmettenornamenten in den Ecken und eingehauenem einzeiligen Sterbevermerk ist durch eine Zeichnung von Georg Humann überliefert.

Nach Zeichnung bei Humann.

Maße: H. 126 cm; B. 48 cm (oben), 45 cm (unten).4)

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. III NON(AS) SEPT(EMBRIS) ALBVRGa) OB(IIT)

Übersetzung:

Am 3. Tag vor den Nonen des September starb Alburg.

Datum: 3. September

Kommentar

Die Gestaltung der Grabplatte erlaubt keine genaue zeitliche Einordnung, denkbar ist die Herstellung der Platte im 10. oder 11. Jahrhundert.5) Es ist auffällig, dass OB(IIT) nach dem Namen der Verstorbenen steht und nicht, wie im gängigen Formular von Grab- und Memoriensteinen des 10. und 11. Jahrhunderts, vor dem Namen.6) Auch der Sterbevermerk für einen Bilo auf einer Essener Sarkophagplatte ist in dieser Reihenfolge formuliert.7)

Der Frauenname Alburg begegnet in der Essener Memorialüberlieferung seit dem 9. Jahrhundert.8)

Textkritischer Apparat

  1. Humann liest als letzten Buchstaben O, wahrscheinlicher sind aber G oder C.

Anmerkungen

  1. Humann, Einzelheiten, S. 187, Zeichnung S. 193, Fig. V.
  2. Goebel, Münsterkirche, S. 11.
  3. Zimmermann, Münster, S. 129.
  4. Humann, Einzelheiten, Tf. V, Fig. V.
  5. So auch die Datierung bei Humann, Einzelheiten, S. 192; Conrad, Epigraphik, S. 50; Nisters-Weisbecker, Grabsteine, S. 267, Nr. 80.
  6. Vgl. die Inschriften im Katalog von Nisters-Weisbecker, Grabsteine, S. 263–293; ein den Essener Beispielen vergleichbares Formular aber ebd., S. 283, Nr. 99.
  7. Nr. 12.
  8. Huth, Sakramentarhandschrift, S. 291; Ribbeck, Necrologium, S. 111 (Alberg).

Nachweise

  1. Humann, Einzelheiten, S. 188, mit Fig. V.
  2. KDM Essen, S. 34.
  3. Kraus, Inschriften 2, S. 293, Nr. 636.
  4. Goebel, Münsterkirche, S. 11.
  5. Effmann, Inschriftsteine, Sp. 330.
  6. Zimmermann, Münster, S. 129.
  7. Nisters-Weisbecker, Grabsteine, S. 276, Nr. 80, mit Abb. S. 275, Tf. 36, Abb. 80.
Addenda & Corrigenda (Stand: 29. März 2017):

Zu Anm. 8: Heinrich Tiefenbach, Rez. DI 81, in: Beiträge zur Namenforschung 47 (2012), S. 474: "Der […] als Parallele zu ALBVRG genannte Beleg Alberg ist namenkundlich verschieden."

Zitierhinweis:
DI 81, Stadt Essen, Nr. 36† (Sonja Hermann), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di081d007k0003600.