Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 227† Michaeliskirche 1605

Beschreibung

Grabinschrift des Arztes Johann Philipp Loner auf der Nordseite in der Nähe der nach Osten gelegenen Tür im Fußboden.1)

Inschriften nach Zader/O (A, B), Zader/O/StdtArZz (C).

  1. A

    Hac reqviescit Johannes Lonerus in urnaDoctor Apollinea qvi fuit arte potensIpse VbI bIs senVsa) MaII SoL aXe reLVXItECCe soLo feLIX CessIt In astra poLI2)

  2. B

    Symbolum defunctiSic est si vivo vivo tibi Christe JehovaSi morior morior Christe Jehova tibiErgo seu morior seu vivo Christe JehovaMortuus et vivus sum maneoq(ue) tuus3)

  3. C

    Joh(annes) Philippus Löener der Arzeney Doctor Catharina Loneria Doctorin gebohrene Panzerinn G(ottes) S(egen) M(ein) L(ohn) G(ottes) G(nade) M(ein) R(at) obiit 1605 12 Maj(i)b)

Übersetzung:

In dieser Urne ruht Johannes Loner, Doktor, der in der apollinischen Kunst [d. h. der Medizin] tüchtig war. Siehe, als zum zwölften Mal die Sonne des Mai am Himmel erstrahlte, da entschwand er selig von der Erde zu den Gestirnen des Himmels. (A)

Glaubensbekenntnis des Verstorbenen. So ist es; wenn ich lebe, lebe ich für Dich, Christus Jehova. Wenn ich sterbe, sterbe ich, Christus Jehova, für Dich. Darum sei es, daß ich sterbe, oder daß ich lebe, Christus Jehova, tot und lebendig bin und bleibe ich dein. (B)


Er starb 1605, am 12. Mai. (C)

Versmaß: Zwei elegische Distichen, das zweite ein Chronodistichon (A).  Zwei elegische Distichen (B).  Ein Chronogramm = 1605 (A).

Kommentar

Johann Philipp Loner (Löner), Stadtphysikus ab 1594 oder 1595, starb am 12.5.1605.4) Sein Vater, Josua Loner, war Superintendent in Altenburg, sein Sohn, Johann Jakob Loner, ebenfalls Doktor der Medizin, war ab 1616 Stadtphysikus von Zeitz.5) Die im Alter von 83 Jahren verstorbene Ehefrau des Johann Philipp Loner, Katharina, wurde am 27.10.1635 in der Michaeliskirche beigesetzt, soll jedoch keinen Grabstein gehabt haben.6)

Textkritischer Apparat

  1. Zader/StArNb schreibt ein s über senvs, damit sensvs.
  2. Zader/O überliefert diese Inschrift als Nachtrag mit Einfügungszeichen.

Anmerkungen

  1. Zader/StArNb, S. 491.
  2. Zader/O II, S. 53, bemerkt als Überschrift: „D(octor) Johannes Philipp(us) Löner so gestorb(e)n A(nno) 1605 12 Maij aetat(is) 47 auf deßen leichstein dieses:...“ Randbemerkung bei Zader/Grubner III, S. 29, und Zader/StArZz, S. 9: „Anno 1605 12 Maji.“ Randbemerkung bei Zader/StArNb, S. 491: „Mortuus Anno 1605 12 Maji Anno aetatis 47“.
  3. Nach Rm. 14,8.
  4. Zader/Grubner III, S. 294; Zader/O I, S. 378; Thamm, Bd. 3, fol. 209.
  5. Zader/Grubner III, S. 294; Zader/O I, S. 378. Johann Jakob Loner aus Zeitz studierte 1607 in Leipzig, vgl. Erler, Jüngere Matrikel, Bd. 1, S. 271.
  6. Zader/O II, S. 53.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 53.
  2. Zader/StArNb, S. 491.
  3. Zader/O/StArZz III, S. 22.
  4. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 528.
  5. Zader/Grubner III, S. 29.
  6. Zader/StArZz, S. 9.
  7. Liebner, Bd. 7, S. 201.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 227† (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di052b007k0022707.