Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 273† Klosterkirche 1626

Beschreibung

Grabinschrift des Arztes Lazarus Susenbeth vor dem Altar im Fußboden.1) Das Grabmal wurde wahrscheinlich zwischen 1870 und 1874 entfernt.2) Zader gibt die Inschrift zentriert, gestaffelt wieder.

Inschrift nach Zader/O.

  1. D(eo) O(ptimo) M(aximo) S(acrum)a) / LAZARUS SVSENBETHVS / Eschwega-Hassus / Philos(ophiae) et Medicina(e) Doctor / Pra(e)sulatus Numburgo-Cizensis Physicusb) / Pietate e(t) Probitate / Clarissim(us) / Doctrina et experientia / Medic(us) felicissim(us) / Animulam Servatori reddidit / qvod mortale habuit hic posuit / Natus Ann(os) 57 m(enses) 7 hebd(omadas) 2 d(ies) 2 / A(nn)o O(biit) R(esurrectionis) MDCXXVI 15 Cal(endas) octobr(is)3) / Socero suo F(ecit) Christophorus Crusi(us) / Phil(osophiae) et I(uris) U(triusque) D(octor)

Übersetzung:

Dem besten, höchsten Gott geweiht. Lazarus Susenbeth, ein Hesse aus Eschwege, Doktor der Philosophie und der Medizin, Physikus des Bistums Naumburg-Zeitz, wegen seiner Frömmigkeit und Rechtschaffenheit hochberühmt, durch Gelehrsamkeit und Erfahrung ein höchst erfolgreicher Arzt, hat sein Seelchen dem Erlöser zurückgegeben. Was sterblich war an ihm, hat er hier niedergelegt, im Alter von 57 Jahren, 7 Monaten, 2 Wochen und 2 Tagen. Im Jahr nach der Auferstehung des Herrn 1626 ist er am 15. Tag vor den Kalenden des Oktober gestorben. Für seinen Schwiegervater hat Christoph Kruse, Doktor der Philosophie und beider Rechte, [dieses Grabmal] errichtet.

Kommentar

Lazarus Susenbeth (geboren im Februar 1570) war der Sohn des Diakons Balthasar Susenbeth und der Beata Schimmelpfennig, Tochter eines Pfarrers. Nach dem Tode seines Vaters 1583 besuchte er die Schule in Hirschfeld, dann in Marburg. Nach Studien der Philosophie und Theologie4) erlangte er 1592 den Magistergrad und studierte im Anschluß drei Jahre in Leipzig Medizin. Ein Aufenhalt in Italien blieb aufgrund beschränkter finanzieller Mittel nur kurz. 1592 wurde er in Marburg Doktor der Medizin. Nach Studien in Wittenberg praktizierte er ab 1593 in Naumburg. 1605 berief ihn die Stiftsregierung Zeitz zum Stadtphysikus.5)

Lazarus heiratete 1593 Dorothea, die Tochter von Nikolaus Körner, Amtsschösser zu Eckardtsberga.6) Von 13 Kindern erreichten sieben das Jugend- oder Erwachsenenalter: David Ägidius (1630 Amtsschösser in Eckartsberga)7), Lazarus, Johann, Concordia, Euphrosina, Anna Maria (gestorben 1616), Eleonora (gestorben 1633, Nr. 296).8)

Textkritischer Apparat

  1. S fehlt in Zader/Grubner.
  2. Praesulatus ... Physicus fehlt bei Zader/StArNb.

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 88: zwischen den Grabinschriften des Balthasar von Poster (Nr. 224) und der Anna Maria Susenbeth (Nr. 253).
  2. Vgl. Kdm., S. 54.
  3. 17. September.
  4. Zader/Grubner III, S. 294. 1588 wird er in der Leipziger Matrikel genannt, Erler, Jüngere Matrikel, Bd. 1, S. 457.
  5. Liebner, Bd. 2, S. 695–697. Nach Zader/Grubner III, S. 294 und Zader/O I. S. 378, soll er zunächst in Zeitz und dann ab 1605 in Naumburg Stadtphysikus gewesen sein.
  6. Liebner, Bd. 2, S. 698.
  7. Möller, Verzeichnis der ... Künstler, Gelehrten und Schriftsteller, S. 18.
  8. Ebd.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 88.
  2. Zader/StArNb, S. 544.
  3. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 565.
  4. Zader/Grubner III, S. 62.
  5. Liebner, Bd. 7, S. 595f.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 273† (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0027309.