Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 249† Michaeliskirche 1614

Beschreibung

Grabinschrift des Bürgermeisters Michael Achzenicht an der Südseite der Kirche im Fußboden.1) Das Grabmal wurde wahrscheinlich um 1827 beseitigt.2)

Inschrift nach Zader/O.

  1. A(nno) 1614 15 Julii ist d(er) Erbare v(nd) wohlweise H(err) Michael Achzenicht b(ür)g(ermei)st(e)r alhier in 67 Jahr seines alters in Gott selig entschlaff(e)n3)

Kommentar

Michael Achzenicht, geboren am 29.9.1547, war der Sohn von Johann Achzenicht und Dorothea Beilicke, der Tochter von Bürgermeister Johann Beilicke.4) Er besuchte die Schule in Zeitz, erlernte dann ein Handwerk und ging in Europa auf Wanderschaft.5) 1563 ist ein Michael Achzenicht in die Matrikel der Leipziger Universität eingetragen.6) 1580 wurde er Ratsherr, 1586 Baumeister, 1589, 1592, 1594 Kämmerer, 1601 und 1602 Stadtrichter.7) 1604, 1607, 1610 und 1613 war Achzenicht Bürgermeister.8)

Seine erste Ehefrau war Anna Bauch, eine Tochter von Bürgermeister Johann Bauch, die um 1577 an der Pest starb. Seine zweite Ehefrau war Margarethe Zeisler (geboren 1553, gestorben 16.5.1634), mit der er zwei Söhne und sieben Töchter hatte.9) Der 1652 verstorbene Landrichter Michael Achzenicht (geboren 10.11.1594) war sein Sohn.10)

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 52: zwischen den Grabinschriften des Friedrich Wölcker (Anhang 1, Michaeliskirche 1572) und der Margarethe Zeisler (Anhang 1, Michaeliskirche 1634). Zader/O II, S. 52, schreibt an den Rand, neben die Inschrift: „bey d(er) Oberthür“. Da weiter vorne bereits eine Grabplatte bei der unteren großen Tür lokalisiert wird, ist folgendes zu vermuten: heute gibt es in der südöstlichen Ecke der Kirche keine Tür, wohl aber gegenüber, in der nordöstlichen Ecke. Es wird zu Zaders Zeiten eine Tür am Ostende der Südwand gegeben haben.
  2. Auf Anweisung von Superintendent Delbrück, vgl. Krebs, S. 164, und Braun, Michaeliskirche, in: Mk. Zeitz Nr. 101, 1929, S. 3.
  3. Zader/StArNb, S. 490, setzt hinzu: „Neben Ihn liegt sein Weib.“ Siehe Anm. 1.
  4. Leichenpredigt für Michael Achzennicht, in: Roth, Bd. 4, S. 62, R 3111.
  5. Ebd.
  6. Erler, Jüngere Matrikel, Bd. 1, S. 1.
  7. Zader/Grubner III, S. 286; Zader/O I, S. 366/35; Zader/Grubner III, S. 280; Zader/O I, S. 366/36–40, 373.
  8. Zader/Grubner III, S. 277.
  9. Leichenpredigt für Michael Achzennicht, a. a. O.; Liebner, Bd. 2, S. 558.
  10. Michael Achzenicht (der Jüngere) wurde 1594 geboren (damals waren Michael Achzenicht der Ältere 47 und seine Frau Margarethe 43 Jahre alt). Er starb am 24. Oktober 1652 und wurde in der Michaeliskirche beigesetzt, vgl. Zader/O/StArZz III, S. 26, und Liebner, Bd. 7, S. 203.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 52.
  2. Zader/StArNb, S. 490.
  3. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 528.
  4. Zader/Grubner III, S. 30.
  5. Zader/StArZz, S. 19.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 249† (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0024900.