Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 209† Klosterkirche 1599

Beschreibung

Grabinschrift des Schulrektors Bartholomäus Pelaeus im Chor im Fußboden.1) Das Grabmal wurde wahrscheinlich zwischen 1870 und 1874 entfernt.2)

Inschrift nach Zader/O.

  1. M(agistro) Bartholomaeo Pelaeo Scholae Ciz(ensis) Rectori extincto cupide ac placide inter vota die 3 mens(is) Septembr(is) A(nn)o 1599a) cum ageret annum aetatis suae sexagesimum e(t) ampli(us) annis quadraginta duob(us) suam op(er)am Scholis navasset Uxor monum(entum)b) P(oni) C(uravit)

Übersetzung:

Für Magister Bartholomäus Pelaeus, Rektor der Zeitzer Schule, der eifrig und sanft im Gebet ausgelöscht wurde am 3. Tag des Monats September im Jahr 1599, als er im sechzigsten Lebensjahr war und mehr als 42 Jahre sich erfolgreich in Schulen bemüht hatte, hat seine Ehefrau dieses Denkmal setzen lassen.

Kommentar

Pelaeus wurde am 23.8.1535 in Eger geboren.3) Nach Schuljahren in Eger, Einbogen und Joachimsthal ging er 1554 auf die Universität Wittenberg, wo er Schüler Philipp Melanchthons war. Pelaeus wurde um das Jahr 1558 Lehrer in Schlackewalde, Eger, Waldsassen und Tirserent. Am 15.9.1581 wurde er als Rektor der Zeitzer Stiftsschule eingeführt. Trotz mehrfacher Auseinandersetzungen mit dem Zeitzer Rat über Lehrinhalte und Führung der Schule soll Pelaeus Rufe an andere Schulen abgelehnt haben (Sorau, Frankfurt am Main, Meißen, Plauen, Schneeberg, Schulpforta, Zwickau, Eger). 1591 wurde er im Zusammenhang mit anderen Vorkommnissen in der Stadt des Kalvinismus verdächtigt, konnte sich aber in seiner Stellung behaupten.4) Seine erste Ehe schloß Pelaeus 1571 mit Helene Schönsteter, die 1582 in Zeitz starb und neben der er beigesetzt wurde (Nr. 164). Am 19.11.1583 heiratete er Salome Wurzel (gestorben 28. oder 29.8.1602), Tochter des Christoph Wurzel, Pfarrer zu St. Nikolai.5)

Textkritischer Apparat

  1. Zader/StArNb: A(nn)o Chr(isti) J(esu); Leichpredigt wie Anm. 3: ANNO CHRISTI IESV MDXCIX.
  2. Leichpredigt wie Anm. 3: HOC MONVMENTVM.

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 85 und 86: „In der Mitte beij dem Creuz“, zwischen den Grabinschriften der Helena Schoensteter (Nr. 164) und des Simon Donner (Nr. 258).
  2. Kdm., S. 54.
  3. Leichpredigt Des ... M. Bartholomaei Pelaei ... Gehalten durch M. Johan Orttel ..., Leipzig 1599, und Zader/Grubner III, S. 258; Zader/O I, S. 354.
  4. Alle Angaben der Leichenpredigt (wie Anm. 3) entnommen.
  5. Ebd. und Katalog, Bd. 4/2, Leipzig 1935, S. 1029 (danach war sie in zweiter Ehe mit dem Rektor der Stiftsschule Adam Reinhard verheiratet). Zader/O II, S. 86, verweist in einer Randnotiz auf sie: „uxor s(ecun)di conjugii“.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 86.
  2. Leichpredigt Des ... M. Bartholomaei Pelaei ... Gehalten durch M. Johan Orttel ..., Leipzig 1599.
  3. Zader/O/StArZz III, S. 45.
  4. Zader/StArNb, S. 541.
  5. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 562.
  6. Zader/Grubner III, S. 59.
  7. Liebner, Bd. 7, S. 591.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 209† (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0020906.