Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 185 Schloßkirche 1591

Beschreibung

Inschrifttafel vom Grabmal (Grabplatte) des Kanzlers Johannes Andreas. Bronze. Die Tafel befindet sich im zweiten Joch des Chors an der Nordwand. Erhabene Inschrift auf einem querrechteckigen Feld, gerahmt durch florales und architektonisches Zierwerk, gekrönt durch zwei, das Vollwappen haltende Putti. Die Grabplatte lag ursprünglich vor dem Hauptaltar im Fußboden.1)

Maße: H. 64 cm; B. 75 cm; Bu. 3 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

BBAW Berlin, Inschriftenprojekt (Thomas Kreil) [1/1]

  1. D(OMI)N(O) IOHANNI ANDREAE PIRNE(N)SI / I(VRIS) V(TRIVSQVE)D(OCTORI) CLARISSIMO CANCELLARIO / HVIVS DIOECESEOS ETSVPREMAE / CVRIAE ELECT(ORIS) SAXON(IAE) ASSESSORI / PIE DEFVNCTO. I · JANVARII ANNO CHRI/STI · M · D · XCI · CVM VIXISSET ANNOS / L . III : MARITO SVO DILECTISS(IMO) VIDVA H(OC) M(ONVMENTVM) F(IERI) C(VRAVIT)

Übersetzung:

Für Herrn Johannes Andreas aus Pirna, den hochberühmten Doktor beider Rechte, Kanzler dieser Diözese und Assessor des Oberhofgerichtes des Kurfürsten von Sachsen, der fromm starb am 1. Januar im Jahr Christi 1591, als er 53 Jahre gelebt hatte. Ihrem sehr geliebten Ehemann hat seine Witwe dieses Denkmal herstellen lassen.

Wappen:
Andreas2)

Kommentar

Die Wörter stehen häufig ohne Zwischenraum nebeneinander, viele Buchstaben berühren sich, mehrere stehen in Ligatur.

Johannes Andreas wurde 1590 zum Kanzler berufen. Er wurde in Leipzig promoviert, wo er beim Oberhofgericht als Advokat tätig gewesen sein soll.3) 1577 war er zum Professor an die juristische Fakultät der Universität Leipzig berufen worden.4) Andreas war mit Barbara Schöffel verheiratet.5)

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 26 und 29: zwischen den Grabinschriften des Wolf Heinrich Gräfe (Nr. 255) und des Heinrich Schmiedeberg (Nr. 78).
  2. Wappen Andreas (schrägrechts geteilter Schild, im Oberfeld zwei Pfähle, das Unterfeld enthält zwei schräggelegte Spießspitzen).
  3. Zader/O I, S. 369; Zader/Grubner I, S. 258; Liebner, Bd. 4, S. 56.
  4. Klein, S. 80.
  5. Liebner, Bd. 4, S. 57. Seine Ehefrau ließ in der Leipziger Pauliner-Kirche ein Epitaph auf Holz für ihn malen mit der Darstellung des „Geschlechts-Baumes Christi“: Johanni Andreae Ensiferi, qui fidus ocellus / Saxoniae, atq(ue) fori, Lipsia gemma tui. / Necnon Cizensis qui Cancellarius, uxor Schoeffelia hoc monumen Barbara grata locat. Der Inschrifttext und eine Wiedergabe der Darstellung in: Stepner, Inscriptiones Lipsienses, Locorum, publicorum, academicorum pariter ac senatoriorum memorabiles octo libris, Leipzig 1675, Nr. 75, S. 24, und folgende Abbildung.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 29.
  2. Zader/O/StArZz III, S. 11.
  3. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 503.
  4. Zader/Grubner III, S. 15.
  5. Zader/StArZz, S. 11.
  6. Thamm, Bd. 3, fol. 48.
  7. Liebner, Bd. 4, S. 56.
  8. Liebner, Bd. 7, S. 15.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 185 (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0018504.