Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 179 Schloßkirche 1588

Beschreibung

Grabplatte des Kanzlers Georg Arnold. Bronze. Die Platte befindet sich an der Nordwand des Chores. Die erhabene Inschrift bedeckt die gesamte Platte; sie ist von einem schlichten Schmuckrahmen umgeben. Die Buchstaben stehen zum Teil sehr eng aneinander; in der letzten Zeile fehlen die Wortzwischenräume. Die gut erhaltene Platte befand sich ursprünglich im Fußboden vor dem Altar in einer Steinplatte.1)

Maße: B. 64,5 cm; H. 30 cm; Bu. 2,0, überhöhte Bu. 2,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

BBAW Berlin, Inschriftenprojekt (Thomas Kreil) [1/1]

  1. GEORGIO ARNOLDO CHEMNI=/CENSI. I(VRIS) V(TRIVSQVE) D(OCTORI) PRAESTANTISS(IMO) CAN-/CELLARIO HVIVS. DIOECESEOS / BENEMERITO PIE DEFVNCTO / XXX. VIIBR(IS) ANNO CHRIS(TI) M.D. / LXXXVIII. C(VM) V(IXISSET) ANN(OS) LVI. M(ENSES) XI. D(IES) XV. / MARITO S(VO)a) DESIDERATISS(IMO) VIDVA. H(OC) M(ONVMENTVM) P(ONI) C(VRAVIT)b)

Übersetzung:

Für Georg Arnold aus Chemnitz, den hervorragenden Doktor beider Rechte und verdienstvollen Kanzler dieser Diözese, der fromm starb am 30. September im Jahr Christi 1588, als er 56 Jahre, 11 Monate und 15 Tage gelebt hatte, für ihren Ehemann, den sie sehr vermißt, hat seine Witwe dieses Denkmal setzen lassen.

Kommentar

Georg Arnold, der in Italien und Frankreich studiert und in Pisa den Doktor beider Rechte erlangt hatte, wurde 1561 zum Kanzler berufen; er diente dem Bischof von Naumburg Julius Pflug und den Administratoren Herzog Alexander und Kurfürst August.2) 1576 wurde er Domherr in Naumburg.3) Arnold stiftete dem Zeitzer Stiftsgymnasium 50 Gulden, deren Zinsen armen, insbesondere fremden Schülern zukommen sollten.4) In der Schloßkirche existierte auch ein Epitaph für Georg Arnold (Nr. 180).5) Zwei Bronzeplatten vom Grabe seiner 1602 verstorbenen Ehefrau Magdalena Arnold (Nr. 219) befinden sich ebenfalls in der Schloßkirche.

Textkritischer Apparat

  1. Es steht: MARITOS.
  2. Die Kürzungspunkte von H.M.P.C. stehen aus Platzmangel unter der Zeile.

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 26: „Auf de(m) Mittle(ren) Platz Vor de(m) altare“ zwischen den Platten von Basilius Wilde (Nr. 110) und seiner Ehefrau. Des Advokats Grubners historische Nachrichten von den Stiftskanzlern in Zeitz, Stadt- und Kreisarchiv Zeitz, Nr. 3500 00/25, S. 9: „auf seinen leichensteine ist ein messingepitaphium“. Nach Zader/O/StdtArZz war dieselbe Inschrift auch in Stein gehauen vorhanden („in lapide sepulchrali et aeri incisa“). Als dritte Gedenkinschrift für Georg Arnold hing in der Schloßkirche ein Epitaph mit anderem Text.
  2. Zader/O I, S. 369. Zader/Grubner I, S. 258.
  3. Liebner, Bd. 4, S. 51.
  4. Stiftungen, S. 105.
  5. Sein farbig gemaltes Wappen findet sich bei Liebner, Bd. 4, S. 55, auf einem in die Chronik geklebten Papierstück. Über dem Vollwappen auf einem Schriftband folgende Inschrift: SYMBOLUM ET INSIGNIA M. GORGII ARNOLDI, CICENSIS. Darunter die Initialen P.L.C. Auf einem zwischen den Helmschmuck gelegten Schriftband: GENVS SVDOR GLORIA. Unter dem Wappenschild die Initialen P.L.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 26.
  2. Zader/O/StArZz III, S. 11.
  3. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 502.
  4. Zader/Grubner III, S. 15.
  5. Liebner, Bd. 4, S. 52; Bd. 7, S. 14.
  6. Fabricius, S. 359.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 179 (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0017903.