Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 141 Schloßkirche 1572

Beschreibung

Epitaph des Konrad von der Planitz. Gelber Sandstein. Das Epitaph befindet sich an der Nordwand im zweiten Joch von Osten unter dem Fenster. Die eingehauene, ehemals schwarz gefärbte Inschrift (A) auf einer querrechteckigen Tafel am Architrav über dem Bildfeld. Die verlorene Inschrift (B) stand vermutlich in einer am unteren Rand des Epitaphs angeordneten, stark verwitterten Kartusche. Die eingehauene Inschrift (C) steht als Titulus am Kreuz. Das Epitaph befand sich früher an der nördlichen Chorwand.1) Es ist auf seiner unteren Hälfte stark verwittert, weist Abstoßungen auf und wurde offensichtlich nicht restauriert. Im Bildfeld in Seitenansicht gegürteter Ritter, der – nach rechts, dem über ihm befindlichen Kruzifix zugewendet – kniend betet. Der Helm liegt vor ihm. Auf den Säulenschäften links und rechts unter den Kapitellen je ein stark verwittertes Vollwappen. Im Giebelfeld ein plastischer Kopf.

Fraktur (A), Kapitalis (C). Inschrift (B) nach Zader/O.

Maße: H. 192 cm; B. 110 cm; Bu. ca. 2 cm (A), 1 cm (C).

BBAW Berlin, Inschriftenprojekt (Thomas Kreil) [1/1]

  1. A

    Nach Christi Jhesu Vnsers Lieben Herren Gebhurt MDLXXII Jar am / heiligen ostertagea)2) vmb funf Vhr nach mitage ist der Edele Gestrenge vnd Ernfes(te) / Conradt Edeler von der planitz in got seliglichen entschlaffen, dem Got eine frölihe / aufferstehung verleihen Solte amen.

  2. B†

    Clara d(e) Schleiniz Marito chariss(im)o propr(io) sumt(u)b) hoc Monumentum p(oni) c(uravit)c)

  3. C

    I(ESUS) N(AZARENUS) R(EX) I(UDAEORUM)3)

Übersetzung:

Klara von Schleinitz hat ihrem heißgeliebten Ehemann auf eigene Kosten dies Monument setzen lassen. (B)

Jesus von Nazareth, König der Juden. (C)

Wappen:
Planitz4)Schenk?5)

Textkritischer Apparat

  1. Zader/O: Christ Tage; Zader/Grubner: Christtage; Zader/O/StArZz: Christtage.
  2. Zader/O: das Wort posuit ist durchgestrichen, propr. sumt: darübergeschrieben.
  3. Wollesen, Grabsteine: Clara de Schleiniz Marito charissimo posuit hoc Monumentum.

Anmerkungen

  1. Zader/O II, S. 24: „an d(er) wandt des Chors von außen geg(en) Mitternacht stehet sein bildnuß in stein gehauen, und dieser schrifft ob(e)n drüber“.Vgl. auch Nr. 140.
  2. 6. April.
  3. Io. 19,19.
  4. Wappen Planitz. Vgl. Siebmacher, Bd. 2, Abt. 3, S. 42 und Tafel 47; vgl. auch Siebmacher, Bd. 6, Abt. 6, S. 122 und Tafel 80.
  5. Wappen Schenk? (anscheinend geteilt durch einen[?] Balken, im Oberfeld drei[?] Sterne, im Unterfeld drei[?] Rosen[?]). Nach Wollesen, Grabsteine, S. 55, Wappen vielleicht Mosel, vgl. Siebmacher, Bd. 2, Abt. 3, S. 36 und Tafel 44 (Wappen Mosel ist schräg geteilt).

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 24.
  2. Zader/O/StArZz III, S. 10.
  3. Zader/Grubner III, S. 14.
  4. Zader/StArZz, S. 9.
  5. Liebner, Bd. 7, S. 11.
  6. Wollesen, Grabsteine, S. 54f.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 141 (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di052b007k0014102.