Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 535 Stadtmuseum, vom lutherischen Friedhof 1588

Beschreibung

Grabdenkmal des Ratsherrn und Apothekers Bernhard Keberer, seiner Frau Maria geb. Schlatt und mehrerer Kinder. Nördlicher Stein an der Ostwand der 2. Nische des Kreuzgangsüdflügels, vom lutherischen Friedhof.1). Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit volutenbesetzter Inschriftentafel mit 12 Zeilen (A), darüber zwischen Pilastern Beterreihe mit fünf männlichen Figuren links, drei weiblichen rechts und einem Säugling in der Mitte, davon sechs mit Kreuzen über den Köpfen; in der Mitte über den beiden jüngsten Kindern noch zwei Silhouetten größerer Figuren erkennbar. Über der Gruppe schwebt Gottvater in einer Wolkenglorie. Im oberen Drittel Wappenmedaillon mit Allianzwappen, flankiert und gehalten von zwei Putten mit jeweils Sanduhr und Füllhorn. Unten beiderseits der Tafel Initialen (B).

Maße: H. 173, B. 109,5, Bu. 3,2-4,1 (kleiner werdend) (A), 6 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. A

    A(NN)Oa) 1588 · DEN 9 · APRILIS · SEIND / IN GOT VERSCHIDEN DER ERNHAFFT / HER BERNHART KEBERER RATSVERWA(N)D = /TER VND APOTEKER ALHIE · SEINE HAVS = /FRAVE MARIA SCHLATTINb) · DEN 〈....... / ........〉 VND DAN DERENc) LEIBS ERBE(N) / NEMLICH CONRAD DEN 16.d) IANVARII · AN(N)O./ 82 · IOHAN ERNST · DEN 8 · (SEP)TEMB(RIS) A(NN))O./ 86 · VND MAGDALENA · DEN 11 · GMELTS / MONATS VND IAR · MEHR HANS GEORG / DEN 〈......〉 HANS BERNHART DEN 〈.. / .....〉 MARIA DE(N) 〈....〉 DENE(N) ALLE(N) GOT GNADE.

  2. B

    G · / H ·

Wappen:
Keberer (Geißbock mit Hausmarke); Schlatt (Schrägbalken mit 3 Sternen belegt).

Kommentar

Der Apotheker Bernhard Keberer aus Wimpfen wurde 1584 in den Gemeinen Rat gewählt.2) Seine Frau Maria stammte aus einer bedeutenden Wormser Apothekerfamilie, die ebenfalls mehrere Ratsmitglieder stellte.3)

Außer dem Familienvater sind der Säugling und je zwei Jünglinge und Mädchen der Beterreihe mit Kreuzen versehen; dem entspricht die Information der Grabschrift nicht.

Die Initialen finden sich auch auf zwei Denkmälern des Jahres 1583.4)

Textkritischer Apparat

  1. Überhöhte Versalie, so bei fast allen Wörtern.
  2. SCHATTIN Wörner.
  3. ANDRE Zorn-Meixner.
  4. Eine Zeile übersprungen bis 8. SEPTEMBRIS Zorn-Meixner.

Anmerkungen

  1. Zorn-Meixner, in der Nordmauer, 2. Stein von Osten.
  2. Kraus, Quellen II 128.
  3. Vgl. Nr. 506 (1574), 554 (1592).
  4. Vgl. Nr. 521 u. 525 (mit Steinmetzzeichen).

Nachweise

  1. Zorn-Meixner fol. 392 Nr. 25.
  2. Wörner, Mittelaltrige Grabmäler S. 99.
  3. Mus.Inv. MG Nr. 38.
  4. Illert, Alte Kunst im Reiche des Todes (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 535 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0053506.