Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 361 Martinsstift E.15.-A.16. Jh.

Beschreibung

Grabplatte eines unbekannten Geistlichen. An der westlichen Außenwand des Nordturmes, südlicher Stein. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien (A), im Feld Kielbogennische mit Hostienkelch, darunter Monumentalbuchstaben (B). Unteres Drittel verloren, besonders oben rechts stark abgewittert.

Maße: H.(erh.) 152, B. 105, Bu. 6,5 (A), 25,5 cm (B).

Schriftart(en): Gotische Minuskel (A), gotische Majuskel, sehr spät (B).

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. A

    Anno · [domini ............ / ......m]ensisa) · julii · [...]ta · O(biit) · honor[........ / .............] / a(n)im(a) · Requiescat · in Pace · b)

  2. B

    JL

Kommentar

Für die Datierung der Umschrift kann nur die nicht einwandfrei erhaltene Minuskel benutzt werden. Proportion und deutliche Oberlängen sowie die Verwendung von Versalien mit dekorativen schreibschriftlichen, frakturähnlichen Elementen weisen auf das Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Anfang des 16. Mit etwas mehr Auszierungen kommt das versale R in ganz ähnlicher Form auf dem Schlußstein Ruperts von Pfalz-Simmern aus dem Jahre 1494 vor.1) Die überaus späten gotischen Majuskeln sind in Worms um 1500, zumal als Grabkennzeichnung, noch gut denkbar.2)

Textkritischer Apparat

  1. Jahreszahl möglicherweise ausgeschrieben, da reichlich Raum vorhanden.
  2. Ca. 30 cm freigelassen.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 335. Reuter datierte ins 15. Jahrhundert.
  2. Vgl. oben S. LXIIff. u. LXIXf.

Nachweise

  1. Reuter, Grabsteine 77 Nr. 13.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 361 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0036100.