Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 730 Liebfrauenstift 1679

Beschreibung

Grabplatte des Hof- und Gerichtsrates Jodok Faber. Innen vor der nordöstlichen Wand des Chorumganges, 13. Stein von Westen, früher im Boden des 5. Jochs des nördlichen Seitenschiffs mit der Markierung XIII.1) Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit umlaufender erhöhter Leiste und Darstellung eines Rundbogenportals, bestehend aus gerahmten Basen, Halbsäulen, die von einer Ranke umwunden sind, zwei blütengeschmückten Kapitellen und einem Rundbogen, darüber Blüten. Unter dem Bogen redendes Wappen mit doppelseitigem Beileisen und darunter ovales Inschriftenfeld in Kranz mit zwölfzeiliger Inschrift unter einem Malteserkreuz(?). Unter dem Inschriftenfeld Totenschädel mit gekreuztem Gebein. Teilweise abgetreten, besonders in der Mitte des vorgewölbten Schriftfeldes.

Maße: H. 218, B. 108, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. + / IODOCVS · FABER / I(VRIS) · V(TRIVSQVE) · L(ICENTIATVS) · QVON(DAM)a) R(OMANI) IMP(ERII) / CAM(ERAE) XV AN(N)IS ADV(OCATVS) / etb) PROC(VRATOR) · PRINC(IPIS) NASS(OVIAE) / HADAM(ARI) · X AN(N)IS CAN/CELL(ARIVS) · VET(ERI)Sb) CIV(ITATIS) WO/RM(ATIENSIS) · XXV AN(N)IS AVLAE / etb) IVSTI(TI)AE CONSIL(IARIVS) · / NATVS AN(N)O MDCIII / DENATVS AN(N)O MDC/LXXIX · XVII · / · SEPT(EMBRIS)

Übersetzung:

Jodok Faber, beider Rechte Lizentiat, einst der Reichskammer 15 Jahre lang Advokat und Prokurator, des Fürsten von Nassau zu Hadamar 10 Jahre lang Kanzler, der alten Stadt Worms 25 Jahre lang Hof- und Gerichtsrat, geboren 1603, gestorben 1679 am 17. September.

Wappen:
Faber (langhaariger Mann, in der rechten ausgestreckten Hand einen Hammer schwingend, den linken Arm angewinkelt = Schmied, in Helmzier wiederholt).

Kommentar

Jodok Faber, als Sohn des langjährigen Kanzlers Dr. iur. Christoph Faber (ca. 1525?-1604) am 27. Februar 1603 in St. Quintin zu Mainz getauft, wurde schon 1629 im Taufbuch des St. Germanstiftes zu Speyer als Advokat und Prokurator des Reichskammergerichts genannt.2) 1666 war er kurfürstlichmainzischer Rat und Kanzleidirektor in Worms.3)

Textkritischer Apparat

  1. QVO S(ACRI) Schalk.
  2. Kursive Minuskel.

Anmerkungen

  1. Nach Lageplan von 1911, vgl. oben S. XXIII.
  2. Biographische Hinweise von Herrn Josef Heinzelmann, Mainz; Groh, Personal des Reichskammergerichts 141; er ist dort in Rechtsfällen 1634 u. 1637 aus nassauischem Material nachweisbar, vgl. Reichskammergericht Teil 1. Nassauische Prozeßakten, bearb. von C. Helm u. J. Hausmann. 3 Bde. (Repertorien des HHStA Wiesbaden. Veröffentlichung der Historischen Kommission für Nassau 43, Inventar der Akten des Reichskammergerichts 12) Wiesbaden 1987, I 251, 917, II 1767, 1810.
  3. Nach einem Heiratsantrag seines Sohnes Johann Wilhelm, der am 5. Juli 1666 in Bensheim Anna Maria Zehe heiratete, vgl. K. Herrmann, Heiraten Auswärtiger in Bensheim, in: Hessische Familienkunde 9 (1968) Sp. 347.

Nachweise

  1. Schalk, Gräber 234 Nr. 18.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 730 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0073005.