Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 715 Worms-Horchheim, Obere Hauptstraße 45, vom Friedhof 1666

Beschreibung

Drei Fragmente eines Grabkreuzes eines Unbekannten aus rotem Sandstein, in die Natursteinwand der Garage des Anwesens Kleebank eingemauert, vom alten, ehemals benachbarten katholischen Friedhof.

Maße: H.(erh.) ca. 22, B.(erh.) ca. 22, H.(erh.) 2x ca. 13, B.(erh.) 2x ca. 14, Bu. 2,7 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/2]

  1. ANNO / 1666 / [...] NOVEMB(RIS) / [...HO]RA 8 / [....]RTa) / [......]POR / [.......]E HOR/[....S]IS ET / [.... WI]ESOPPE/NHEM/[E]NSIS [...........]

Kommentar

Die erhaltenen Fragmente gehören wegen Proportionen, Form und Schriftgröße zu einem einzigen Denkmal; darauf weist auch die durchgängig nicht bis zur Zeile herunterreichende Cauda der R hin. Das größere einzelne Fragment enthält den Anfang der Inschrift bis RT im oberen Teil des Kleeblattkreuzes, die beiden kleineren nebeneinandergesetzten stellen den rechten und unteren Teil des rechten Kleeblattes dar. Wort- und Zeilenenden fallen nicht zusammen. Die vorgeschlagene Lesung und Zusammenfügung geht davon aus, daß die Inschrift ursprünglich nicht fortlaufend in Zeilen über das gesamte Kreuz geschrieben war, sondern aus mindestens zwei senkrecht gegliederten Teilen bestand.

Die verstorbene Person stand in unbekannter Verbindung zu Horchheim und zum Nachbardorf Wiesoppenheim; denkbar wäre, daß es sich um einen Geistlichen handelte, da ab 1662 die Wormser Jesuiten die Pfarrei Horchheim zusammen mit Wiesoppenheim versahen und ihr Symbol auf einem weiteren Fragment überliefert ist.1)

Textkritischer Apparat

  1. Zeilenzahl und -länge sind aus den Resten nicht erkennbar; die sich anschließenden Lesungen nehmen schon eine Deutung aus der mutmaßlichen Textverteilung und sinngebender Abtrennung von Silben bei einer sehr bruchstückhaften Continua auf.

Anmerkungen

  1. Schmitt, Geschichte von Horchheim 46; auf das Symbol machte freundlicherweise Herr Joachim Schalk, Worms, aufmerksam; vgl. Nr. 738.

Nachweise

  1. Schalk, Denkmalliste Horchheim 1981.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 715 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0071504.