Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 573 Stadtmuseum, aus Pfarrkirche? 2.H.16. Jh.?

Beschreibung

Fragmentarische Grabplatte für zwei Unbekannte. Steinsammlung im Hof, wohl erst 1980 an unbekanntem Ort geborgen.1) Ehemals hochrechteckige Platte aus hellem grauem Sandstein mit roten Einschlüssen, Umschrift zwischen Linien (A), im Mittelfeld Reste einer mehrzeiligen Inschrift (B). Bruchstück wohl aus der Mitte links.

Maße: H.(erh.) 41, B.(erh.) 45, Bu. 7,5 (A), 5,5 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    [.....D]EM · HER[REN ....]

  2. B

    [.....] / JVRAT[· IM HER]/REN · [ENTS]/C[H.....]

Kommentar

Die verschieden großen Buchstaben gehören zwei Grabinschriften an, die jedoch zeitlich nicht weit auseinanderlagen, da trotz der geringen zerstörten und mit Mörtel verunstalteten Schriftreste erhebliche Ähnlichkeiten festzustellen sind: E mit kurzen, fast gleichlangen Armen, Ansatz von Bogen und Cauda der R, kräftige und leicht schwellende Schäfte ohne – insbesondere bei A – ausgeprägte Sporenbildung. Für einen exakten Datierungsansatz sind diese Merkmale nur bedingt tauglich; in etwa vergleichbar erscheinen die von klassischem Vorbild doch merklich entfernte Kapitalis auf der Grabplatte des Vikars Albert Aschenbenner (†1535) und der M. Wolff geb. Petsch († vor 1566).2)

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist auch die Kombination von deutschsprachigem Text mit Kapitalisbuchstaben für eine bürgerliche Grabinschrift denkbar; die damals schon kaum noch übliche Umschriftplatte stammt wohl aus einer Pfarrkirche, vielleicht der Magnuskirche, für die zum Jahre 1575 die Grabplatte des Kirchenjuraten Jakob Flach bezeugt ist.3)

Anmerkungen

  1. Vgl. StA Worms Neg.Nr. F 5080/39,51 von 1980.
  2. Vgl. Nr. 422 (1535) u. 488 (1566).
  3. Vgl. Nr. 507 (1575).

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 573 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0057300.