Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 340 Andreasstift 1495

Beschreibung

Grabplatte des Vikars Johannes Streyff in Zweitverwendung der Grabplatte des Klerikers Berzo und eines Wilhelm.1) Oberer Teil in der Südwestecke des Kreuzganges, unterer Teil ist der nordwestliche Stein im Boden der zweiten Nische. In zwei große Teile zerbrochene Grabplatte aus hellgelbem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien, die in einer Längszeile fortgesetzt wird; im Feld längs kurze kräftige Inschrift der Zweitverwendung. Bei beiden Bruchstücken Rand und Oberflächen bestoßen und abgewittert.

Maße: H.(berechnet) 223, B. 124,2) Bu. 9,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. Anno · 1 · 4 · 9 · 5a) · O(biit) d(omi)n(u)s [J]oh(anne)s streÿff

Kommentar

Die Inschrift der Zweitverwendung benutzt eine späte gotische Minuskel mit ausgesprochen dekorativen, teilweise manierierten Formen; die frakturähnlichen Versalien, die langgezogenen Abstriche der Zahlen und Unregelmäßigkeiten bei Brechungen (etwa im Kopf der asymmetrischen 4, das s von Johannes oben gebrochen, unten rund), fast kreisrundes, aber seitlich geschwelltes O in Obiit zeigen in ihrer Mischung den sich anbahnenden Stilwechsel an.

Der Vikar am Katharinenaltar des Andreasstifts Johannes Streyff ist schon 1449 sowie 1457 und 1463 urkundlich genannt.3) Deshalb gehörte die Platte zu den Denkmälern des Andreasstiftes.4)

Textkritischer Apparat

  1. 1497 Mus.Inv. MG Nr. 17.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 84.
  2. Die beiden Teile messen 193 mal 79,5 u. 66,5 mal 124 cm.
  3. StA Worms, Abt. 1 Nr. 1985, fasc. 1 S. 10; Wormser Urkunden Nr. 587 u. 637.
  4. Explizit so Alte Aufzeichnungen Nr. 50.

Nachweise

  1. Mus.Inv. MG Nr. 5 u. 17.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 340 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0034005.