Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 280 Worms-Herrnsheim, kath. Pfarrkirche 1478ff.

Beschreibung

Bauzahlen des spätgotischen Kirchenbaues.Bauzahlen des spätgotischen Kirchenbaues.

1. Scheitelstein aus rotem Sandstein. Spitzbogentür des Eingangs zum südlichen Seitenschiff mit sich überschneidendem profiliertem Rundstab.

Maße: H. 312, B. 181, Z. 5 cm.

Schriftart(en): Gotische Ziffern.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/3]

  1. 1478

Mit dem Jahr 1478 wird allgemein der Anbau der spätgotischen Grabkapelle im südlichen Seitenschiff durch Philipp Kämmerer (†1492) angesetzt.1) Anhand von Steinmetzzeichen konnte für die Bauarbeiten Jakob von Landshut, Vertreter der neuen niederbayrischen Kirchenbaukunst, als Meister ermittelt werden.2)

Anmerkungen

  1. 1.Kdm. 63 u. Dehio-Caspary 21183f.
  2. 2.Fischer 147ff.

Nachweise

  1. Mone, Kunstnachrichten Sp. 58.
  2. Kdm. Worms 64.
  3. Gropp, Streifzüge 108.
  4. Fischer, Kirchenbaukunst 144.

2. Bauzahl auf Baumeisterkonsole. Hoch oben Gewölbekonsole am mittleren südlichen Chorpfeiler. Roter(?) Sandstein, getüncht; darauf Büste mit Mütze und Schriftband. Durch Farbe kaum lesbar.

Maße: H. 24, B. 27, Z. 4,5-5 cm.

Schriftart(en): Gotische Ziffern.

  1. 148[.]

Alle fünf östlich anschließenden Chorpfeiler tragen Konsolsteine mit Kopf und leerem Schriftband. Bisher wurde die Datierung der Baumeisterkonsole nicht beachtet; der alte Chor scheint also im späteren Verlauf der zwischen 1470 und 1490 angesetzten umfangreichen Baumaßnahmen an der Herrnsheimer Pfarrkirche fertiggestellt worden zu sein.1) Als terminus ante quem ist wohl das Jahr 1486 anzusehen, als auch ein Chorgestühl vorhanden war;2) wahrscheinlich muß man aber die Konsolsteine im Chor in den frühen achtziger Jahren ansetzen. Ihre Form aus Trichterkonsole, Wappenschild oder Büste stammt aus der niederbayerischen Stethaimerschule und wurde von Herrnsheim aus am Mittelrhein verbreitet.3)

Anmerkungen

  1. 1.Vgl. Fischer, Kirchenbaukunst 144, wo der Chorbau 1470ff. angesetzt wird.
  2. 2.Vgl. Nr. 308.
  3. 3.Fischer, Kirchenbaukunst 148f.

3. Bauzahl in ca. 2,50 m Höhe auf einem südwestlichen Eckquader des Turmes. Roter Sandstein.

Maße: H. 41, B. 66?; Z. 6-8 cm.

Schriftart(en): Gotische Ziffern.

  1. 1498

Die Jahreszahl markiert die Endphase des Umbaues, der dann wohl doch knapp ein Jahrzehnt länger dauerte, als oben mit der bisherigen Bauforschung angenommen wurde.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 280 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0028000.