Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 268† Karmeliterkloster 1470

Beschreibung

Grabinschrift des Wormser Suffraganbischofs Simon von Düren. Begraben „sub lapide honorifico“ am Eingang zum Chor.1)

Nach Schannat.

  1. Anno Dom(ini)a) mcccclxx in die sancti Augustini ob(iit) reverendus in Christo pater d(ominus) Simon Magionensis episcopus ord(inis) Carmelitorum

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1470, am Tag des hl. Augustinus (28. August) starb der ehrwürdige Vater in Christo, Herr Simon, Bischof von Majo, aus dem Karmeliterorden.

Kommentar

„Simon de Durn“ war 1457 von Bischof Reinhard von Sickingen als Suffragan angenommen worden.2) Das Titelbistum Majo in Irland erhielt der Baccalaureus der Theologie Simon von Düren von Papst Calixt III.; er war außerdem Karmeliterprior in Aachen und Köln und Pönitentiar des Erzbischofs ebendort gewesen.3) Die Herkunftsangabe „von Düren“ bezeichnet nicht unbedingt den Geburtsort, da es dort einen bedeutenden Konvent der Karmeliter gab.4)

Die Formel reverendus in Christo pater (et) dominus begegnet in Worms so nur im 15. Jahrhundert auf verlorenen Grabplatten von Bischöfen, gehört aber seit dem Beginn des Jahrhunderts zum standardisierten Grabformular von Prälaten.5)

Textkritischer Apparat

  1. Die Abkürzungen entsprechen wohl kaum dem ehemaligen Befund.

Anmerkungen

  1. Milendonk.
  2. Schannat.
  3. Milendonk u. Eubel II 184, H.H. Koch, Die Karmeliterklöster der Niederdeutschen Provinz, 13. bis 16. Jahrhundert. Freiburg i.Br. 1889, 33, 68, 156.
  4. Koch 112ff.
  5. Vgl. ausführlich bei Nr. 207.

Nachweise

  1. Milendonk, Chronicon Carmelitorum fol. 395r-v (F), II fol. 47 (W).
  2. Schannat, Hist. ep. Worm. I 99.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 268† (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0026806.