Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 166 Stadtmuseum, aus Dombereich 1384

Beschreibung

Grabplatte einer unbekannten Person und Zusatz oder Zweitverwendung 1636 in unbekannter Funktion.1) Heute Stufe des Eingangs zum Stiftskeller unter den Museumswerkstätten, aus dem Dombereich.2) Ehemals hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien, in einer Zeile oben im Spiegel fortgesetzt; darunter Schriftreste und Jahreszahl. Beschnittenes Fragment einer oberen rechten Ecke, bestoßen.

Maße: H.(erh.) 137, B.(erh.) 35, Bu. 7,5-8,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

  1. [ANNO · D](OMI)NI · MoCCCo / LXXXIIIIo · Ma) · DIE · S(AN)C(T)ORVM [...... / ................ / ........... / .....]FERI

Kommentar

Gefunden wurde der Stein bei der Enttrümmerung der Domdechanei auf dem Glaskopf.2) Die erhaltenen Majuskeln mit deutlichen Anzeichen des ausgehenden 14. Jahrhunderts in Schwellungen und Krümmungsradien fallen durch eine teilweise unregelmäßige Höhe und ungelenke Formen auf, besonders zu beobachten bei den C. Ebenso sprechen für eine geringe Vertrautheit des Ausführenden mit der Materie ein nicht zeitgemäßes, nahezu rechteckiges D und der Fehler von M für IN.

Der Wortrest am Ende der älteren Inschrift ließe sich versuchsweise deuten als Genetivform eines Namens oder Titels wie DAPIFERI; der Stein könnte also einem oder einer Angehörigen des Alzeyer Truchsessengeschlechtes gehört haben. Funktion und Inhalt der zweiten Inschrift von 1636 sind ungeklärt.

Textkritischer Apparat

  1. So sicher zu lesen, falsch für IN.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 694.
  2. Vgl. Bemerkung Mus.Inv. o.Nr. u. zu Foto im StA Worms Neg.Nr. F 1775/40 sowie Illert, Bericht des Museums (1953/54) 242 zu Inv.Nr. M 2471.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 166 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0016601.