Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 153 Stadtmuseum, aus Paulusstift 1372

Beschreibung

Grabplatte des Wormser Bürgers Johannes gen. Partenheimer. Südliche Platte im Boden des Kreuzgangwestflügels, im 18. Jahrhundert auf dem Friedhof beim Paulusstift gesehen, zwischenzeitlich im Großherzoglichen Kreisamt (Alte Dompropstei).1) Wirklich ursprünglicher Standort wird aber der Kreuzgang des Stiftes oder die verschwundene Pfarrkirche gewesen sein. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien; im Spiegel oben Wappen. Unter dem Wappen durchgebrochen und ausgebessert, abgetreten.

Maße: H. 279,5, B. 151, Bu. 12-13 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/2]

  1. + AN(N)Oa) · D(OMI)NI · Mo · CCCo / LXXII[o]a) · II IDUSb) · MAII · O(BIIT) · IOHAN(N)ESa) · / DICTUS · PARTI(N)HE/IMER · CIVIS · WORMACIENSIS

Datum: 14. Mai 1372.

Wappen:
Partenheimer (Schrägbalken).2)

Kommentar

Der ungewöhnliche große Inschriftenträger ist mit einer kräftigen und mächtigen, aber schon stark abgetretenen Majuskel beschrieben; von den nur teilweise schlanken Formen fallen unziales U und zwei kapitale A auf.

Unter dem Namen Henneln (gen.) Partenheimer wurde der Verstorbene in Worms 1347 und 1367 und in Pfeddersheim 1359 und 1364 urkundlich genannt.3)

Textkritischer Apparat

  1. Oberer Rand ausgebrochen; Kürzungen und hochgestellte Buchstaben nicht mehr erhalten.
  2. I....IS Kdm.

Anmerkungen

  1. Die älteste Überlieferung bei Wickenburg fügt nach der Bemerkung über den bedeutungslosen Denkmälerbestand der Pauluskirche an „in coemiterio vero prope imaginem Cruzifixi ibidem erectam strata jacent epitaphia antiqua e quibus duo sequentia adhuc integra sunt.“ Mit dem Friedhof könnte natürlich der ehemals benachbarte Rupertusfriedhof gemeint sein. Ins Kreisamt gelangte der Stein wohl nach ersten Bergungsaktionen des Altertumsvereins. In Alte Aufzeichnungen Nr. 80 und ebenso im Aufstellungsplan mittelalterlicher Grabsteine Nr. 8 ist als Herkunft die Stadtbibliothek angegeben, das ist nur eine Durchgangsstation gewesen.
  2. Die in DI XXIII (Oppenheim) vertretene Meinung der Wappenähnlichkeit zu ebd. Nr. 28 Abb. Nr. 5 teile ich nicht.
  3. Boos, UB II 255 Nr. 267 u. 414 Nr. 638; Bonin, UB Pfeddersheim 50 Nr. 108, 225ff. Nr. 278; 241 Nr. 293 zu 1397: „der vor langer zyt dot ist“.

Nachweise

  1. Wickenburg II 152.
  2. Kdm. Worms 267.
  3. Mus.Inv. MG Nr. 8.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 153 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di029mz02k0015306.