Inschriftenkatalog: Lüneburg (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 100: Stadt Lüneburg (2017)

Nr. 470† St. Michaelis 1573

Beschreibung

Epitaph des Levin von Meding. Lossius und Pfeffinger überliefern die Inschrift A ohne nähere Angaben im Zusammenhang verschiedener Grabinschriften, die in Beziehung zu St. Michaelis stehen, bei Rikemann finden sich keinerlei Angaben zum Standort. Die mit der Inschrift B im Libellus zusammen überlieferten Inschriften machen jedoch deutlich, dass es sich hierbei um Inschriften aus St. Michaelis handelt; da der Libellus nur inschriftlich ausgeführte Grabschriften – allerdings häufig beschränkt auf die Sterbevermerke – verzeichnet, ist zugleich gesichert, dass es sich bei der Inschrift A nicht um einen rein literarischen Text handelt, sondern dass Levin von Meding in St. Michaelis ein Epitaph gesetzt war.

Inschrift A nach Rikemann, Beschrivinge, Ex. Hannover1), Inschrift B nach Rikemann, Libellus.

  1. A

    Ein junger Heldt in Gott behendLevin van Meding nam sein endtDa er zu forn mit frischem mutVerwundet ward auff seim gut5Der sonst from und gottsfruchtig warUnd lebet im Ehestandt nun zweÿ iharVerlies ein Son achte wochen altAn gemut und leib wolgestalltMargareta von Schulenburg geboren10Die im Gott zum gemahl erkorenIm widwen standt eine lange ZeidtMit trawren trug gros hertzleidtLebt sonst in aller ErbarheidtIn tugent und Gottselicheit15Und trostet sich das sie Christus beidErfrewen wirt in ewigkeit

  2. B

    Marit(o) chariss(imo) Anno M D LIIII mortuo uxor moesta H(oc) M(onumentum) F(ecit) An(no) 73 quae vidua vixit Annos <..> obÿt An(no) M D <...> die <...> Coniunx Levin van Medinga)

Übersetzung:

Dem liebsten Ehemann, der im Jahr 1554 verstorben ist, hat die trauernde Ehefrau dieses Denkmal gesetzt im Jahr 73. Diese lebte als Witwe .. Jahre, sie starb im Jahr 15.. am ... Tag als Ehefrau des Levin von Meding. (B)

Versmaß: Deutscher Reimvers (A).

Kommentar

Nach Lossius dichtete der Pastor von St. Michaelis Thomas Mawer (vgl. Nr. 513) die Verse der Inschrift A.2) Die Ehefrau des Levin von Meding, Margaretha von der Schulenburg wurde im Jahr 1520 als Tochter des Albrecht von der Schulenburg und der Agathe von Bülow geboren. Sie starb nach langer Zeit im Witwenstand im Jahr 1591.3) Die Familie von Meding hatte enge Verbindungen zu Lüneburg und zu St. Michaelis, wo sich auch eine Grablege der Familie befand.4) Über den früh verstorbenen Levin von Meding ist nichts bekannt, was über den Inhalt der Grabschrift hinausginge.

Textkritischer Apparat

  1. Es ist fraglich ob die vier letzten Worte noch zur Inschrift gehörten oder nur zur Identifizierung des Epitaphs dazugesetzt wurden.

Anmerkungen

  1. Im Vergleich zu der hier wiedergegebenen Version Rikemanns wirkt die Version bei Lossius, Epitaphia Principum, S. 28f., normalisiert. Ans Ende der Verse setzte Lossius noch den Vermerk Vxor p(oni) c(uravit).
  2. Lossius, Epitaphia Principum, S. 29.
  3. http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=1842611 (19. Mai 2014).
  4. Vgl. die Inschrift des Erbbegräbnisses der Familie in St. Michaelis, DI 24, Nr. 33, mit Kommentar.

Nachweise

  1. Rikemann, Beschrivinge, Ex. Hannover, p. 356 (A).
  2. Rikemann, Libellus, fol. 4v (B).
  3. Lossius, Epitaphia Principum, S. 28f. (A).
  4. Rikemann, Beschrivinge, Ex. Göttingen, p. 196 (A).
  5. Rikemann, Beschrivinge, Ex. Lüneburg, fol. 211r (A).
  6. Pfeffinger, Historie, Bd. 2, S. 8 (A).
  7. Reinbeck, Chronik, p. 677 (A).

Zitierhinweis:
DI 100, Stadt Lüneburg, Nr. 470† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di100g019k0047006.