Inschriftenkatalog: Lüneburg (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 100: Stadt Lüneburg (2017)

Nr. 340† St. Johannis 1540

Beschreibung

Epitaph des Ludolph Stöterogge. Büttner gibt den von Lucas Lossius verfassten Text des Epitaphs ohne Lokalisierung und ohne Bezeichnung als Grabdenkmal wieder. Daher ist nicht sicher zu klären, ob die Verse tatsächlich inschriftlich ausgeführt waren.

Inschrift nach Büttner.

  1. Qvid Tibi spes vitae longas qvid gaudia ponisSpes hominum pereunt gaudia vana nihilSic ego hic iaceo praestans haca) urbe SenatorQvondam nunc pulvis contumulatus humoAst mihi spes vita fuit unica Christus in omniQvi cum nunc capio gaudia vera poli

Übersetzung:

Was stellst du dir weitreichende Hoffnungen auf das Leben, was stellst du dir Freuden vor? Die Hoffnungen der Menschen werden zunichte, die Freuden sind eitel und nichtig. So liege ich hier, einstmals ein ausgezeichneter Ratsherr in dieser Stadt, nun als Staub in der Erde begraben. Aber mir war die einzige Hoffnung im ganzen Leben Christus, mit dem ich nun die wahren Freuden des Himmels genieße.

Versmaß: Elegische Distichen.

Kommentar

Ludolph V. Stöterogge war der Sohn des Johannes Stöterogge und der Elisabeth Witick. Seit 1506 ist er als Sülfmeister nachweisbar, seit 1517 als Sodmeister. Verheiratet war er in erster Ehe mit Ilsabe Sanckenstede, in zweiter Ehe mit Ilsabe von Dassel (vgl. die Grabplatte des Ehepaars Nr. 431).1) Im Jahr 1513 wurde Ludolph Stöterogge in den Rat gewählt, dem regierenden Rat gehörte er letztmalig im Jahr seines Todes 1540 an.

Textkritischer Apparat

  1. nunc Lossius.

Anmerkungen

  1. Büttner, Genealogiae, Stammtafel Stöteroggen II.
  2. Stahl, Ratslinie, Nr. 254, S. 176.

Nachweise

  1. Büttner, Genealogiae, Stammtafel Stöterogge II.
  2. Lossius, Epitaphia aliquot virorum, [p. 60].

Zitierhinweis:
DI 100, Stadt Lüneburg, Nr. 340† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di100g019k0034009.