Inschriftenkatalog: Lüneburg (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 100: Stadt Lüneburg (2017)

Nr. 98† St. Johannis, Friedhof 1450, 1607

Beschreibung

Grabplatte des Wulfhard Witick und seiner Ehefrau Tibbeke Sanckenstede. In Zweitverwendung für Beata Witick, möglicherweise auch für ihre Eltern. Nach Rikemann lag die Grabplatte bei der Schule. Bei der Inschrift D könnte es sich um Wappenbeischriften gehandelt haben.

Inschrift nach Rikemann.

  1. A

    Anno D(omini) 1431 Feria 3 post Quasimodogeniti1) obÿt Dominus Wulhardus Witick Consul

  2. B

    Anno D(omini) 1450 in diea) [ – – – ] obÿt Tibbeke uxor eius orate pro eis

  3. C

    Junckfraw Beata Witigs die letzte des geschlechtes ihres alters 75 iahr is selig vorstorven und allhie begraben am Sondageb) Cantate war der 13c) Maÿ 1607d)2)

  4. D

    Henrick Witick Rikel von Dassel

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1431 am Dienstag nach Quasimodogeniti starb Herr Wulfhard Witick, Ratsherr. (A)

Im Jahr des Herrn 1450 ... starb seine Ehefrau Tibbeke. Betet für sie (beide). (B)

Kommentar

Nach Büttner stammte die Familie Witick aus Mecklenburg und war insbesondere in Rostock ansässig. Wulfhard Witick erwarb 1410 in Lüneburg ein Haus und wurde mit seiner Familie hier ansässig.3) Er wurde im Jahr 1423 in den Rat gewählt, dem regierenden Rat gehörte er letztmalig im Jahr seines Todes 1431 an.4)

Heinrich II. Witick, ein Urenkel des Wulfhard, und Rickel von Dassel waren die Eltern der unverheirateten Beata Witick, mit der laut ihrer Grabschrift der Familienzweig ausstarb. Deren Schwester Rickel war Konventualin im Kloster Medingen (vgl. deren Brieflade DI 76, Nr. 117). Heinrich Witick immatrikulierte sich am 24. Oktober 1507 zusammen mit Hieronymus Witzendorff (vgl. Nr. 459) und Ludolph Semmelbecker (vgl. Nr. 392) an der Universität Rostock.5) Im Jahr 1529 heiratete er Rickel von Dassel, seit 1529 ist er als Sülfmeister nachweisbar und wurde im Jahr 1529 in den Rat gewählt. Dem regierenden Rat gehörte er letztmalig im Jahr 1538 an. Heinrich Witick starb im Jahr 1540 (vgl. sein Epitaph Nr. 341).6)

Textkritischer Apparat

  1. die Lune Büttner.
  2. sondage nach Rikemann, vgl. Anm. 2.
  3. 18 Rikemann und Büttner, vgl. Anm. 2.
  4. 1606 Büttner, vgl. Anm. 2.

Anmerkungen

  1. 10. April.
  2. Die voneinander abweichenden Datumsangaben bei Rikemann und Büttner sind beide nicht korrekt, da der Sonntag Cantate im Jahr 1607 auf den 13. Mai fiel, der das Todesdatum der Rickel Witick gewesen sein dürfte.
  3. Büttner, Genealogiae, Stammtafel Witick.
  4. Stahl, Ratslinie, Nr. 180, S. 166f.
  5. Matrikel Rostock, Bd. 2, S. 31.
  6. Büttner, Genealogiae, Stammtafel Witick. Stahl, Ratslinie, Nr. 264, S. 177.

Nachweise

  1. Rikemann, Libellus, fol. 19v.
  2. Büttner, Genealogiae, Stammtafel Witick.

Zitierhinweis:
DI 100, Stadt Lüneburg, Nr. 98† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di100g019k0009806.